G. Biographie. Hagiographie. Geographie 603
Hier mag notiert werden, daß Suger einen ziemlich eingehenden Bericht über die Weiheder von ihm erbauten neuen Klosterkirche und über diese selbst im Jahre 1140 schrieb,in dem er sehr ausführlich über die Notwendigkeit eines größeren Baues spricht. AusgabeMip Hs ist verloren) bei Felibien, Hist. de l'abbaye de St. Denys (1706), PreuvespCLXXXXII;Mignel86,1239—1254; Lecoy de laMarche p.213—238, vgl. p. XI.
c) Vita Ludovici VI I. Wie schon bemerkt wurde, berichtet Sugers Bio-graph von dieser Schrift, die unvollendet blieb. Erhalten haben sich davonFragmente, die ins Jahr 1138, also ganz in den Anfang der Regierung desneuen Königs gehören, wie J. Lair nachgewiesen hat.
Die Stücke im Paris. 12710 s. XIII f. 51; über ihren Inhalt s. J. Lair, Bibl. de l'ec.des chartes 34, 585ff. Daselbst Ausgabe p. 589—596; vgl. A. Molin ier, Bibl. de l'ec.des eh. 48, 287. Das schon von Bouquet, Recueil 12,124, herausgegebene Stück istvon Lair nicht berücksichtigt.
d) Epistolae. Hierzu kommt nun eine Anzahl Briefe, deren Sammlungin der einzigen Handschrift sich aber nur auf Sugers eigne Briefe erstreckt,während die Ausgaben meist die an ihn gerichteten Briefe damit verbinden.Es kann nur ein sehr kleiner Teil von der Korrespondenz des bedeutendenAbtes in jene Handschrift gelangt sein. Diese Briefe aber zeigen, daß Sugerganz ein Mann der Praxis war, denn sie sind kurz geraten, führen meist so-fort in den eigentlichen Stoff ein und enthalten nichts Gelehrtes oder Lite-rarisches und sind frei von Zitaten und Anspielungen. Hier steht durchausder Mann des tätigen Lebens vor uns. Die Korrespondenten Sugers aber,des Regenten von Frankreich während des zweiten Kreuzzuges, sind natür-lich nur unter den weltlich und geistlich Höchstgestellten zu suchen.
Ueberlieferung im Paris. 14192 s. XIII. Ausgaben (166 Stücke) von Duchesne,Hist. Franc. SS. 4, 493; Martene et Durand, Thesaurus aneedot. 1, 414 (21 neue);Migne 186,1347 (187 Stücke); Lecoy de la Marche, Oeuvres p.239 (24 Stücke), vgl.285ff. — 0. Cartellieri, Abt Suger von St. Denis, Berlin 1898.
Radulfus phisicus de nobilitate domni Sugerii abbatis et operibus eins. EinArzt Radulf, vielleicht derselbe, von welchem die gleiche Handschrift das Werk Theo-rica überliefert, hat auf Suger ein Gedicht gemacht, als der Abt noch am Leben war. Esist ein Loblied von 44 Hexametern. Die erste Hälfte enthält ganz allgemeine Lobprei-sungen, während Vs. 25—39 die Aufwendungen und Arbeiten Sugers für das Klostermit Ruhm und Preis bedacht werden. Vs. 34 nennt sich der Dichter Radulfus phisicuscepit dietando laborem. Die Verse bestehen übrigens aus Hexameterpaaren, die vollstän-dig gleichmäßig leoninisch gereimt sind (Unisoni); Vs. 17—24 werden sogar vier Paaregleichgereimter Verse nebeneinander gestellt.
Ueberlieferung im Bruxell. 5385—5386 s. XII. Ausgabe von v. Reiffenberg, An-miaire 3, 69.
16. DIE VITA THEOGERI METTENSIS
Innerhalb der Jahre 1138 und 1146 beauftragte Abt Erbo von Prüfening,der ein besonderer Freund Dietgers gewesen war, einen seiner Mönche mitder Abfassung von dessen Biographie. Dieses Werk ist nicht nur wegenseines wichtigen geschichtlichen Inhalts wertvoll, sondern zeigt auch inseiner Form ein sehr tüchtiges Bestreben; es verdient daher eine eingehendereDarstellung. Leider fehlt Anfang und Ende, doch lag das ganze Werk demTrithemius vor, der es in seinen Hirschauer Annalen benutzte, aus denendas Fehlende zu ergänzen ist. — Im Eingang wird der Bildungsgang Diet-gers geschildert, der, aus Bayern gebürtig, bei Manegold seinen Unterrichtempfing. Wenn Trithemius erzählt, daß Dietger ein Werk über Musik ge-schrieben habe, so ist das richtig, aber die übrigen Angaben über Schriftenvon Dietger scheinen sämtlich Erfindungen zu sein, da er solche und ahn-