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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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G. Biographie. Hagiographie. Geographie 597

Teil des ersten Buches (Kap. 1—17) eine ganz allgemein gehaltene Charak-teristik Ottos, in die er Kap. 2—-6 den Wortlaut von Ciceros Offic. 2, 15und teilweise 16 hineinarbeitet, sowie eine Übersicht über die Kloster- undKirchenbauten des Bischofs. Dann rühmt er des Bischofs Tätigkeit undSorge für sein Bistum und seine Klöster, spricht von seiner persönlichenBescheidenheit und Einfachheit und hebt seine Freigebigkeit zur Zeit vonMißernte und Hungersnot hervor; auch spricht er von Ottos Berührungenmit den Herrschern von Polen und Ungarn. In den Schlußkapiteln erzählter den Tod Ottos, die Ankunft des Bischofs Imbrico von Würzburg und diePredigt dieses Prälaten an Ottos Sarge.

Am nächsten Tage kommen die drei Freunde wieder zusammen. Sefridbringt nun seine Erzählung vor und beginnt mit einem geographischen Ab-schnitt über Pommern. Es folgt der Krieg Boleslaus III. von Polen gegenPommern und der Bat des Polenherzogs an Otto, in Pommern Mission zubeginnen. Man hört dann viel über Ottos Taufhandlungen und Predigten— besonders Kap. 17 — und schließlich vom Beichtum des Pommerlandes.Das dritte Buch setzt die Erzählung Sefrids fort und schildert die zweiteReise Ottos. Hier werden eine Menge Züge aus dem Leben der pommerschenBevölkerung, namentlich auch über die religiösen Verhältnisse des dortigenHeidentums, geboten und dabei mancherlei Wunder erwähnt. Im letztenTeil des dritten Buches geht dann Sefrid auf die Jugend Ottos ein, die hiersehr ausführlich erzählt wird. Und das gleiche ist der Fall mit der Zeit, dieOtto als Notar bei Heinrich IV. verbrachte: man lernt hier ein ganz andresBild von dem salischen Könige kennen, als es die sächsischen und die vonder Hirschauer Reform beeinflußten Geschichtsquellen bieten. Mit derWahl und Erhebung Ottos zum Bischöfe von Bamberg schließt das Werk.

Herbord hat durch die dialogische Formgebung das Schematische derBiographie vermieden, die ja sonst mit Kindheit und Jugend des Heldenbeginnt und mit dem Tode schließt. Aber er hat auch dem Dialoge eine weitgrößere Lebendigkeit verliehen, als es nach vorstehendem scheinen möchte,denn in allen drei Büchern wird der Sprecher häufig von dem einen derbeiden andern Teilnehmer des Dialogs unterbrochen, seiner Zustimmungversichert, oder mit einer Frage um Erläuterung gebeten und aufgefordertfortzufahren. Diese Feinheiten in der Disposition des Ganzen sind für diemeisten früheren Leser verloren gegangen, denn schon im 13. Jahrhundertsind mit diesem stofflich wie formal recht hochstehenden Werke die gröb-sten Verballhornungen eingetreten, indem die Beihenfolge der Erzählungengänzlich gestört und willkürliche Kürzungen 1 und Veränderungen vorgenom-men worden sind. — Die Hauptquellen für Herbord waren natürlich Thiemound Sefrid, ferner Stücke aus Ottos Korrespondenz und die Commendatiopii Ottonis 2 und Ebos Vita Ottonis. 3

Zeugnisse. Herbord über sich selbst Praef. (MG. SS. 20, 705, 42) Nam ego advenasum apud yos et peregrinus, ante annos tantum bisenos et unum . . . in consortium vestraepaternitatis adoptatus . . . Ipsum autem in carne non vidi eo quod ante hoc tredecenniummtroitus mei ad vos 6 ille annos iam habebat in tumulo. Zu Udalrich von St. Egidien vgl.•>i 3 (SS. 20, 750, 40) Uodalricus noster cuius memoria semper in benedictione sit. Stellung

J So wurden die Prologe ganz entfernt, die 233ff. und Köpke, MG. SS. 12, 739.für das Werk große Wichtigkeit besitzen. 3 Vgl. Köpke, MG. SS. 20, 701, 33ff.

vgl. Klempin, Baltische Studien 9,