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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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593
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G. Biographie. Hagiographie. Geographie 593

Mainzer Juden mit einem hebräisch geschriebenen Briefe, in dem stand,daß sie ihn ergreifen und gebührend bestrafen sollten; sie wußten nämlich,daß auch er nach Mainz reisen wollte. Da nun Volcuin und Hermann diegleiche Reise machen und unterwegs miteinander bekannt werden, so er-fährt Hermann endlich den Zweck der Reise seines Gefährten und fühltsich nun erst recht zum Christentum hingezogen. Als er nach Worms kommt,wo sein Rruder Samuel lebte, besucht er die Synagoge, wo die Juden dieErklärungen Gamaliels lesen, und tritt hier öffentlich für das Christentumauf. Als man ihn einen Halbchristen nannte, leugnete er nicht gerade, Christzu sein, bekannte sich aber nicht offen dazu. Nach Mainz gekommen, wollteer mit dem kleinen Stiefbruder bald wieder wegreiten, fand aber den Aus-gang aus der Stadt erst, als er sich mit dem Kreuzeszeichen gesegnet hatte.Inzwischen läßt seine Stiefmutter ihren Knaben suchen, findet ihn abernicht; Hermann gelangt ins Kloster Welanheim, doch man verfolgt ihn da-hin, und er läßt den Knaben zurück und flieht ins Kloster Revengresburch(Ravengiersburg), wo er sich im Glauben unterrichten läßt. Vier Tage vorseiner Taufe hat er eine Vision, die ausführlich berichtet wird. 1 Bei der Taufeselbst taucht er aus Unkenntnis nur einmal statt dreimal unter, erst auflängeres Zureden der Kleriker wiederholt er den Vorgang, und nur sehr schwerist er dazu zu bringen, ein drittes Mal unterzutauchen. Nun legt er seinenNamen Judas ab und empfängt den Namen Hermann. Dann begibt er sichnach Kappenberg und wird hier unter der Regel des hl. Augustin Kanoniker.Erlernt lateinisch und erlangt schon nach fünf Jahren die kirchlichen Weihen(1134). Mit der allegorischen Erklärung der im Anfange seiner Schrift mit-geteilten Vision schließt die Schrift, die um 1136—1137 verfaßt sein dürfte.Der Erzähler selbst hat von seiner Person wegen seines Wankelmutes undseiner Unsicherheit kein besonders sympathisches Bild hinterlassen. 2 SeineSchreibweise leidet an ungebührlich langen Sätzen. — Hermann wurdespäter Abt von Scheda und soll 90 Jahre alt geworden sein.

Zeugnisse. Widmung (Migne 170, 805) Carissimo filio Heinrico Hermannus dei gratiaid quod est. Solent plerique religiosi tarn viri quam feminae a nie sciscitari qualiter de Iudais-mo ad Christi gratiam conversus sim . . . Sicut et nuper te praesente quarundam sacrae con-versationis feminarum devota petitione coactus sum omnem eius seriem replicare. Kennt-nis hebräischer Schriften col. 808 D quanto et ea quae de veteris instrumenti memorabat his-toriis, saepe in hebraicis lecta codicibus memoriter retinebam. Zur Nachstellung der Judenc. 14 col. 827 B Nam litteras Hebraice scriptas per Volcquinum quendam reginae Richzaecapellanum Iudaeis Maguntinensibus me ignorante destinaverunt, quarum haec summa fuitutscilicetme tamquam perfidum et apostatam comprehenderent et. . . poena condigna multarent.Ausgabe. Aus einer Leipziger Hs. herausgegeben von J.B.Carpzov als Appendix vonRaym. Martini, Pugio fidei adv. Mauros et Iudaeos (Leipzig 1687) p. 7—32 = Migne170, 805—836; von v. Steinen, Beschreib, d. Gotteshäuser Kappenberg und Scheda(Dortmund 1791) p. 91. Vgl. Brischar, Der Katholik 2, 257; F.W.Weber, Hermannder Prämonstratenser, Nördlingen 1861; J. Aronius, Ztschr. f. d. Gesch. d. Juden inDeutschland 2,217—231, besonders R. Seeberg, Hermann von Scheda, Leipzig 1891(nach seinen Ansätzen ist die Chronologie oben gegeben); dort S. 50 Epitaph Hermannsin fünfzehn gereimten Hexametern. Wattenbach 2, 265.

13. DIE LEBENSBESCHREIBUNGEN OTTOS VON BAMBERG

In der Geschichte der deutschen Kirche während des 12. Jahrhundertshat Otto als Bischof von Bamberg (1103—1139) und als Pommernapostel1 Kap. 18. 2 Vgl. Aronius, Ztschr. f. Gesch. d. Juden 2, 226—231.

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