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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 459

späterer Fortsetzung bis 1154. Der Fortsetzer des Florentius aber meldetzum Jahre 1118, daß dieser Mönch von Worcester am 7. Juli jenes Jahresgestorben sei. Florentius schließt sein Werk 1117 und er hat in seineChronik außer dem Chronicle Stücke aus der Chronik des Marianus Scotushineingearbeitet, namentlich alle die Stellen, an denen Marian von sichselber spricht. Und für die Zeit König Alfreds des Großen benutzteFlorentius dessen Lebensbeschreibung von Asser, als diese die heute inihr erscheinenden großen Interpolationen noch nicht besaß. Je mehr ersich aber der eigenen Zeit nähert, um so selbständiger werden seine Nach-richten.

Er hat nun eine sehr eingehende Profan- und Kirchenhistorie geliefert,wobei er die Kirchengeschichte stark hervorhebt. Freilich fehlt es überall anübersichtlichen Zeitangaben, das Werk besitzt keine Einteilung und chrono-logische Datierung, es rechnet nicht nach Jahren Christi, 1 sondern nachden Jahren der angelsächsischen und englischen Könige, höchstens daß fürmanche Ereignisse das Monatsdatum und auch die Indiktion angegebenwird. Um so eigentümlicher berührt die beispiellos genaue Datierung vomTode des Bischofs Wulfstan von Worcester, 2 der aufs sorgfältigste registriertwird. Der Standpunkt des Verfassers ist der rein englische, denn in denfrüheren Jahrhunderten hört man nichts von festländischen Verhältnissen,nicht einmal von Karl dem Großen ist zu dessen Zeit die Rede; 3 späterliest man etwa eine Notiz vom Sarazenensieg Ottos II. oder über Erz-bischof Piligrim von Köln. 4 Rom wie überhaupt das ganze europäischeFestland wird bis zum Ende des 10. Jahrhunderts nur dann berührt, wennsich angelsächsische Beziehungen erwähnen lassen. So mutet es den Leserseltsam an, wenn er 1, 99 findet Marinus centesimus septimus papa; derPapst wird nur deshalb erwähnt, weil er die Schule der Angelsachsen inRom von jeder Steuer befreite.

Sehr ausführlich werden die Einfälle der Dänen registriert und die Re-gierungen Sveins und Kanuts 5 erzählt, 1, 185 ff. wird sogar ein Brief Kanutsmitgeteilt. Interesse hat dem Autor jedenfalls der Feldzug Heinrichs III.gegen Flandern (1049) erweckt, aber eine starke Hinneigung zieht ihn zuden Iren, wie er 1, 191 vom Abt Helias von St. Pantaleon in Köln unddann p. 197 von dessen Tod berichtet und sorgfältig die Nachrichten sam-melt, die Marian in seiner Chronik von sich selbst geboten hatte, und dabeidie Iren Animchad in Fulda und Paternus in Paderborn nicht vergißt. 6Die nationale Zugehörigkeit des Autors dürfte übrigens zweifelhaft sein,denn seinem Namen nach scheint er französischer Normanne zu sein; alser aber von der Schicksalsstunde Englands erzählt, zeigt er warme Bewun-derung für König Harald, während Wilhelm mit keinem Wort des Lobesbedacht und sein Einfall in England sogar ohne jede Motivierung berichtet

1 Mit Ausnahme (ed. Thorpe 2,57) der mulus Romanis, Cyrus Persis, Alexander

Datierung von 1108 für den Erlaß Anselms Macedonibus, Arsaces Parthis, Karolus

über die Durchführung des Coelibates. Magnus Francis.

<ed. Thorpe 2, 36. * 1,147. 191.

3 Erst beim Tode König Eadgars 975 (ed. 6 Dessen Romreise fällt allerdings schon

1 horpe 1,143) wird er erwähnt Eadgarus 1026 und nicht erst (1, 185) 1031.

non minus memorabilis Anglis quam Ro- 6 Vgl. 1, 185. 191. 197. 207. 217. 2, 3.