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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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457
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D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 457

Th Lindner, Forschungen z. d. Gesch. 6, 495; E. Dümmler, daselbst 9, 378; Giese-brecht, Kaiserzeit 2, 576. 3, 1059; H. Lehmgrübner, Benzo v. Alba, Berlin 1887;Wattenbach 2, 228f; F. Novati e A. Monteverdi in Storia Letteraria d'Italia 2,613-615 (1926).

6. GAUFRED MALATERRA

Der Mönch Gaufred Malaterra, der diesen Beinamen seinen Vorfahrenverdankte und wohl aus der Normandie stammte, hat zum Grafen Rogervon Sizilien, dem Bruder Robert Guiskards, in näherer Beziehung gestan-den denn dieser trug ihm auf, die Geschichte der normannischen Herrschaftin Italien und auf der Insel zu schreiben. Gaufred kam dem Verlangen nachund hat eine eingehende Darstellung dieses Stoffes verfaßt, die er mit demNormannenfürsten Rollo begann und mit dem Jahre 1099 beendete. Erweiht sein Werk dem Bischof Ansger von Catania und widmet es der All-gemeinheit des süditalienischen Klerus. Weiter spricht er in der Vorredevon seinem bescheidenen Talent und verwahrt sich gegen Neider.

Das erste der vier Bücher beginnt mit Rollo (Rholo) und der Eroberungder Normandie sowie mit dem Preisen der kriegerischen Tüchtigkeit derNormannen nach Sallusts Catilina, 1 aus dem schon in der Vorrede ein Satzangeführt wird. 2 Dann hebt Gaufred die Stadt Hauteville hervor, den Sitz.Tankreds, der von seinen zwei Frauen zwölf Söhne hatte, darunter RobertGuiskard und Roger. Mehrere seiner Söhne verlassen die Heimat, gehennach Apulien und Sizilien, gründen Melfi und kämpfen tapfer gegen die-Griechen; fast sämtliche ihrer Brüder folgen ihnen nach Italien. Gaufredwendet sich dann zu den Taten Robert Guiskards und erzählt in Kap. 16-dessen verwegenen Raubzug über die kalabrischen Berge, dem er ein zweites.Räuberstückchen anschließt, vollbracht an Petrus, einem reichen Bürgervon Bisigniano. Dann spricht er von Tankreds letztem Sohne Roger, dergleichfalls nach Italien kommt und mit seinem Bruder Robert gegen Reggio-zieht, ihn aber verläßt und sich zu dem ältesten Bruder Wilhelm wendet..1058 bricht in Kalabrien eine entsetzliche Hungersnot und Seuche aus undzwischen den Brüdern kam es wieder zum Frieden. Robert vermählt sichund wird 1060 Herzog. Unterdessen hat der Bruder Serlo wegen einer Untatvon der Normandie nach Britannien fliehen müssen und erst im letztenKapitel beschäftigt sich Gaufred eingehend mit Tankred, dem Vater derHelden. Das zweite Buch beginnt mit dem Übergang des Grafen Rogernach Sizilien 3 mit nur sechzig Rittern. Roger kommt in Kämpfe mit derStadt und die Bewohner Palermos wollen ihre Insel mit der Flotte gegenihn schützen, doch er nimmt schließlich bei Nacht Messina ein. Als dieEroberung der Insel weitergeht, kommt es zum Kriege mit den Arabern.Schließlich wird der Herzog bei Geracium gefangen genommen, doch esgelingt Roger, seinen Bruder zu befreien, der ihm Kalabrien zuerteilt.Als aber Roger in die Hände der Feinde fällt, befreit er sich selbst mit demSchwerte. Nach der Schlacht bei Ceramus bitten die Pisaner den Roger,Palermo zu belagern, und Bari und Palermo werden endlich von ihm ein-

1 1,1(Muratori SS. rer. Ital. 5,550 B) La- stammen die Worte 1,26 p.556 jrustra

s r p medlae algoris... patiens Sali. Cat. 5,3. niti dementia est.Prol p. 547 B Omnes homines obe- 3 2,1 p.560 heißt es, wie auch sonst noch,

dientia finxit = Sali. Cat. 1,1. Aus Jug. 3,3 Sicilia incredula.