D. Volks-, Dynasten-, Fürstengeschichten 455
gemischt, und zwar öfters von verschiedenem Bau. 1 Von Interesse istKap 33 der Hinweis auf Gerbert, der wegen seiner hohen geistigen Bedeu-tung von Otto III. das Papsttum erhalten habe. Das zweite und dritteBuch bestehen nach Lehmgrübner 2 aus drei ursprünglich gesondert ab-gefaßten Schriften. Deren erste richtete sich gegen Herzog Gottfried vonLothringen aus Anlaß seines Verhaltens gegen Cadalus. Die zweite wendetsich gegen Anno und enthält die Geschichte der Synode von Mantua; ge-schrieben ist sie 1065. Die dritte erzählt Benzos Reise nach Deutschland1065. In diese zwei Bücher hat Benzo eine Menge Anreden, Reden undBriefe hineingelegt, die wenigstens in dieser Form wohl sämtlich erfundensind denn er hat sie alle in seinen gewohnten, bis zum Überdruß angewen-deten Reimprosastil hineingezwängt. Das folgende Buch wird von einerSammlung von Gedichten gebildet, die sich an lombardische Bischöferichten, wie an Tedald von Mailand, Dionysius von Piacenza, Cunibertvon Turin, Oger von Ivrea,Wilhelm von Pavia und Burchard von Lausanne;sie stammen aus den Jahren von 1074 bis 1080. 3 Die meisten sind Fünf-zehnsilber, 4 eines (8) besteht aus Achtsilbern, während 3 und 10 Langzeilenvon je zwei Achtsilbern und 12 solche von je zwei Zehnsilbern besitzt. Ineinem Brief an Dionysius (2) huldigt Benzo besonders seiner Vorliebe fürFremdwörter, und in 3 berauscht er sich ordentlich an Namen, die er aus demrömischen Altertum hervorgebracht hat, ein Umstand, der sich auch sonstbei ihm in einer geradezu lächerlichen Weise geltend macht. Im fünftenBuche will Benzo dem Kaiser eine Blumenlese seiner Taten vorlegen. Aberdiese Gedichte 5 sind doch mehr allgemeinen Inhalts, das historische Ele-ment tritt nur bei wenigen hervor. Der Schluß des Buches besteht aus einerSammlung von Briefen an die Markgräfin Adelheid von Turin. Das sechsteBuch wird von einer nach 1083 geschriebenen Vorrede eingeleitet und hataußerdem einen poetischen Prolog. Es enthält Gedichte historischen In-halts, die alle zwischen 1080 und 1084 geschrieben sind, wie ein Gedichtgegen die Patarener oder ein Triumphlied auf die Einnahme Roms. 6 Einnach dem Juni 1084 verfaßter Prolog beginnt das letzte Buch, dessen beideerste Kapitel erweisen sollen, daß Gregor unrechtmäßig Papst war; deshalb"werden alle erdenkbaren Anklagen und die heftigsten Schimpfreden gegenihn gerichtet. Beide Stücke sind erst Mitte 1085 geschrieben, da von Gregorals von einem Toten gesprochen wird. Die folgenden Gedichte 3—6 sindBittschriften Benzos an den Kaiser. Im Schlußgedicht 7 wird Heinrich auf-gefordert, den Erzbischof (Wezilo) von Mainz nach Italien zu senden;es kann nicht nach 1088 geschrieben sein, da Wezilo in diesem Jahrestarb.
So 8 p.602, 31 ff., wo sich Elf-bis Sech- alle Hexameter und alle Pentameter ge-
zehnsilberfinden, vgl. 14 p.605, 8. reimt sind).'A.a.O. S. 91—107. 8 Fünf zehnsilber sind 2. 3. 4. 6 (3, 3 Hein-
Vgl. Lehmgrübner S. 33—66. rico viersilbig) Elfsilber 7, Hexameter 5.
Nämlich Kap.l, 4. 5. 7. 9.11.13. 7 3 und 5 Langzeilen aus je zwei Acht-
Fünzehnsilber sind 1. 5. 6. 8 (1,1 Hein- silbern, 4. 6. 7 sind Fünfzehnsilber, aber
ncus viersilbig, wie auch 2,1 Moysei); je die letzten zehn Verse von 6 sind metrisch
zwei Neunsilber in N. 2 und je zwei Elf- gebildet als hyperkatalektische dakty-
super in 4; leoninische Hexameter in 7 lische Trimeter (nach Prudent. Cath.3).'(wie auch 1, 2 drei Distichen besitzt, wo