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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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396 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

ihm erst später zuteil gewordene Kenntnis Ottos zu dieser Umarbeitungbewogen. Das weitschichtige Werk ist in 33 Particulae eingeteilt und zumBeginn ladet der Verfasser den Leser ein, von den KapitelüberschriftenKenntnis zu nehmen. Der erste Abschnitt handelt von der Schöpfung 1 dersichtbaren und unsichtbaren Dinge, der zweite von der des Menschen undbesonders von der Seele. Hier werden die verschiedensten Ansichten deralten Philosophen über die Seele vorgetragen, und zwar wird zuerst überPlotin und Plato 2 gesprochen. Der Abschnitt stammt aber nicht aus derbekannten kurzen Zusammenstellung bei Macr. Somn. 1, 14, 19 f., da dieErklärungen hiervon teilweise stark abweichen und überdies viel ausführ-licher sind. Mehrfach wird ein Hammonius 3 didascalus Plotini angeführt,p.49 ein Dinarchus und p. 56 ein Eunomius, p. 59 Ghronius und Jamblichusund p. 61 Galenus, wo die richtige Namensform statt der mittelalterlichen(Galienus) auf eine ältere Quelle hinweist. Es beginnt nun mit der SchöpfungAdams und Evas die Geschichte des Alten Testaments fast ganz inVersen. Der dreizehnte Abschnitt zählt die Testimonia omnium prophetarumde Christo auf, mit 14 setzt das Neue Testament ein, wo 16, 24 eine großesibyllinische Weissagung eingeschoben ist. Der siebzehnte Abschnitt hat dieÜberschrift Imperium transfertur ad Francos und enthält neben Geschichteauch Sagenstoffe, 4 wie die Geschichte von Apollonius Tyrius, den Brief Alexan-ders an Aristoteles, die Gespräche Alexanders mit dem BrahmanenkönigDindimus und den Briefwechsel zwischen beiden. 18 handelt De Anglis etSaxonibus nach Galfrid von Monmouth, völlig sagenhaft und mit Hinwei-sen auf den Zauberer Merlin. In 19 spricht Gotfrid De insignibus regalibusund in 20 stellt er Päpste und Kaiser gegenüber, wo col. 535 die geschmack-lose formelhafte Rede steht Dominus noster Jesus Christus sedit in hocmundo annis triginta etc., die das Stück einleitet und nach dem gewohntenSchema von Papst- und Bischofskatalogen gegeben ist.

Mit 21 beginnt nun in fortwährendem Wechsel von Prosa und Poesie dieeigentliche Geschichte unter Benutzung von Isidor, Beda, Paulus, des Liberpontificalis und von Ottos Chronik. Hier quellen nun die Sagen überreichein, und wenn zuerst die Karl- und die Rolandsage sich breitmacht (vgl.23, 1418), so sind für die ottonischen und salischen Zeiten wahrscheinlichdie Ann. Palidenses mit ihrer großen Sagenfülle benutzt. 5 In 27 finden wireine Cronica regum Gothorum, in 28 eine Geschichte des Islams und Ma-homeds. Die späteren Abteilungen sind meist belanglos, nur daß 32,11De Septem miraculis secundum Solinum de mirabilibus mundi steht, was abernicht aus Solin, sondern aus dem bei Beda (1,400 ed. Colon. 1688) gedruck-ten Werke stammt, und daß in 32 einiges aus der Historia Augusta genom-men ist, nämlich der Brief Aurelians (MG. SS. 22, 303, 9) aus Vopiscus c.7und die p.303,1728 vorgeführten Namen von Historikern mit der hand-

1 Vgl. Pistorius, Germanicorum scrip- 3 z.B. p. 63.

torum . . . Tomus 2, 26 die Erklärung von 4 Vgl. p. 439 die trojanische Abkunft

elementum: Nomen id inventum quasi dici- Karls des Großen.

tur hylelementum. Die Ausgabe von Waitz 6 Zur Sage vgl. H. Ulmann, Gotfrid von

läßt die einleitenden Abschnitte aus. Viterbo S. 4754; daselbst S. 65 ff. die Be-

2 p. 49 wird Piatons Phaedon angeführt nutzung der Ann. Palidenses (Poehlder An-Exponendum est huius solutiones quae sunt nalen).

in Phaedone Piatonis.