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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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336 Dritter Abschnitt. Die Geschichtschreibung

rieht über die von Dietrich 970 aus Italien nach Metz gesandten Reliquienwobei sorgfältig registriert wird, ob die Vita oder Passio der betreffendenHeiligen mit abgeschrieben wurde und wer die Reliquien überbrachteWeitere Abschnitte werden dem Preis von Metz gewidmet, dessen Namenmit dem alten Mettius Fufetius und dann mit einem Metius zusammenge-bracht wird, der zur Zeit Cäsars die Stadt der Mediomatriker bezwungenhabe. Doch Metz werde im Altertum auch Dividunum 1 genannt, was mitdem gallischen dunum (Berg) zusammenhänge, 2 wie auch die Stadt derHäduer Augustidunum auf gallisch heiße. Diese der Lehrertätigkeit ent-lehnten Kunststückchen setzen sich dann in einem größeren auf das Lobvon Metz hinzielenden Gedichte fort, 3 wo z. B. Vs. 25 die Himmelsrichtungengriechisch benannt werden. Erst der Tod des Helden gibt Sigebert Veran-lassung, eingehend über seine Tugenden und sein geistliches Leben zu spre-chen. Das Schlußkapitel handelt von der Weihe der Vincenzkirche (1030)unter Abt Heribert. An dies Leben schließt sich ein Gedicht in neun alcäi-schen Strophen an, eine Ode, die Dietrichs Bedeutung rühmt, der denKaiser stets nach Italien begleitete und dort in seinem Namen regierte.Diese Schrift ist deshalb hier so ausführlich behandelt worden, um zu zeigen,daß auch geistig so hochstehende Männer wie Sigebert hinsichtlich ihrerbiographischen Leistungen nicht immer Bedeutendes geschaffen haben.Denn im ersten Teile wie auch in den späteren Partien weiß der Verfasservon seinem Helden doch recht wenig zu berichten. Einige Aktenstücke undBriefe 4 müssen über das Persönliche hinweghelfen und eigentlich steht dieStadt Metz und das Vincenzkloster im Vordergrunde. Im Anfang hilft ersich mit Stellen aus Widukind 5 und aus Ruotgers Leben Bruns, spätermehrfach mit schulmeisterlichen Ergüssen. Der Stil ist meist schwülstigund langatmig und mit der unerläßlichen Reimprosa verziert, dazu findensich mancherlei Stellen aus alten Dichtern benutzt und es zeigt sich viel-fach Neigung zu poetischem Ausdruck.

Ueberlieferung. Hs. Guelf. August. 76, 14 s. XI f. 15 (vielleicht von ihm selbstkorrigiert). Benutzung durch den "Verfasser in seinem Chronicon 964 und 969, genanntwird das Werk in den Gesta episcoporum Mettensium. Das Epitaph in Kap. 21 stehtauch im Phillipp. 1721 (daraus bei Baluze, Miscell. 4, 554). Ausgaben von Leibniz,SS. rer. Brunsvic. 1, 293 und von Pertz, MG. SS. 4, 462; kritischer Nachtrag von Heer-wagen, Forsch, z. deutschen Gesch. 8, 382. Zur Benutzung alter Dichter Manitius,Neues Archiv 12, 592 f. Vgl. Wattenbach 2,158.

b) Passio sanetae Luciae. Zu den zahlreichen von Dietrich ausItalien nach Metz gesandten Heiligen gehörte auch die hl. Lucia, die inSyrakus den Märtyrertod erlitten hatte. Deren Passion darzustellen wurdeSigebert durch die Mönche des Vincenzklosters gebeten und er wählte hierzudas alcäische Odenmaß. Freilich ist das Gedicht für eine Ode viel zu ausge-dehnt (370 Strophen), und Sigebert hat auch insofern mit dem antikenVorbild gebrochen, als er die letzte oder die beiden letzten Silben der zweiVerspaare in jeder Strophe sich reimen ließ. Die Anwendung dieses lyri-schen Maßes für ein episches Gedicht ist freilich eine Geschmacksverirrungund findet nur in der Sammlung Peristephanon des Prudentius eine Er-

1 So statt Divodorum. 3 Vgl. Vs. 5 f. 18.

2 c.28 Gallica enim lingua montem vocari 4 Vgl. Kap. 13f. 16ff. 20f.dunum, studiosis non est incognitum. 5 Vgl. Kap.l.