D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 253
Traktat De Septem miraculis mundi ziemlich eingehend benutzt hat,wozu übrigens die Stelle 6 p. 546 auch gehört. Dagegen zeigt seineSchrift mit den Mirabilia Romae nicht viel Berührungspunkte, obwohlauch solche nicht fehlen. Außerdem macht James auf Ähnlichkeiten mitEutropius 1 und Alexander Neckam 2 aufmerksam. Soviel aber steht fest,daß Gregor sein Werk möglichst auf eigner Anschauung und auf der bestenlokalen Tradition aufgebaut hat. Und das verleiht ihm stellenweise einenso persönlichen Charakter, wie ihn nicht viele mittelalterliche Schriften
besitzen.
Die Stellen aus den Septem miracula mundi vgl. bei James p.537f. (die Miraculagedruckt in Bedae opera, Colon. 1612, 1, 400). Die Abhängigkeit Gregors überhaupt beiJames p.539—542, daselbst auch die Identifizierung der besprochenen Kunstwerke mitden heutigen Resten, darüber auch Rushforth p.19—45 (vgl. hierzu Kiepert und Hül-sen, Formae urbis Romae antiquae 2 (Berlin 1912) p.l—37. 47—153). Die Mirabilia urbisRomae ed G. Parthey, Berlin 1869; vgl. hierzu H. Jordan, Topographie der Stadt Romim Mittelalter 2,357—536, de Rossi, Roma sotterranea 1,158). Die Benutzung Gregorsdurch Ranulphus Higden s.XIV bei James p.533—536, nach Polychronicon RanulphiHigden monachi Cestrensis ed. Ch. Babington (Lond.1865) 1,206—238. Vgl. dazuArturo Graf, Roma nella mem. e nelle imag. del medio evo 1, 63f. (Rom 1882). C. P.Bock, Theol. Literaturblatt 1870, 344.
Ueberlieferung im Cantabr. St.Catherine's Coli. L.V. 87 s.XIII f.l90a—203a.Ausgaben von R. M. James, Engl, historical Review 32, 543—554 (1917) und von G.Rushforth, The Journal of Roman studies 9, 14—58 (Lond. 1921, Magister Gregoriusde mirabilibus urbis Romae, a new description of Rome in the 12th Century); vgl. be-sonders die Einleitung von Rushforth p.14—44. Haskins, The renaiss. of thel2thCentury p. 123.
Daß übrigens Gregor wohl ein Engländer war, ergibt sich aus der eng-lischen Überlieferung seines Werkes sowie daraus, daß dasselbe von einemEngländer stark ausgeschrieben worden ist. Zur Benutzung der antikenDichter vgl. Rushforth, The journ. of Roman studies 9,16 (und n. 3. 4. 5)und 35.
3. JOHANN VON SALISBURY
In wenig Schriftstellern des Mittelalters findet man wie bei Johann vonSalisbury den ganzen geistigen Ausdruck ihres Zeitalters wieder. Ihm wares gelungen, auf die Höhen des äußeren Lebens zu steigen und die gesamteBildung der Zeit in sich zu vereinigen. Mit- und Nachwelt hat ihn um dieFülle seines Wissens beneidet. Man gewahrt bei ihm deutlich, wie die an-geborne angelsächsische Kraft seines Wesens durch langen Aufenthalt imromanischen Lande zu höchster geistiger Freiheit emporsteigt, wie wirsie in Deutschland ähnlich nur bei Otto von Freising kennen lernen. Jeden-falls verdanken beide Männer ihre einzigartige Stellung besonders ihrerBeschäftigung mit der Philosophie.
Jobann war sächsischer Abkunft und ist zwischen 1110 und 1120 inSalisbury geboren. Als Knabe lernte er die Psalmen bei einem Priester,dessen Unterricht in den Zauberkünsten er aber ablehnte. Ein Jahr nachdem Tode Heinrichs I. von England, also 1136 ging er nach Frankreich, 3 umAbaelard in Paris zu hören, der auf dem Hügel der hl. Genovefa lehrteund den er mit Peripateticus palatinus bezeichnet. Dann begab er sich zu
a. a. O. S. 541 zu 24 und 25. goren Jahre folgt der Hauptstelle in den
a. a. O. S. 540 zu 8 und 542 zu 29, und Werken Johannes Metalogicus 2, 10
Z 3 W n De laude div - sa P iß ntiae 309 und 320. (Opera ed. Giles 5, 78ff.).IJer folgende Lebensabriß für die jün-