D. Novelle, Archäologie, Memorabilia, Staatsschriften 251
Bogen des Pompejus zum Triumph über Mithradates und Pharnaces underzählt kurz die Geschichte des römischen Sieges. Daran schließt sich dieTriumphsäule des Fabricius zu seinem Siege über Pyrrhus, wobei vier andereähnliche Säulen namhaft gemacht werden, 1 deren Bestimmung er nichtkenne, aber nach seiner Rückkehr in die Heimat zu ermitteln suchen werde.Die Geschichte von der Redlichkeit des Fabricius gegenüber dem Arztevon Pyrrhus sei mit vielen andern Begebenheiten aus seinem Leben aufder Säule dargestellt. Es folgt der Triumphbogen Scipios zum Siege überHannibal, wobei der Kampf beider, der auf der Säule zu sehen war, durch-aus sagenhaft ausgeschmückt ist; 2 bis heute aber, sagt Gregor, sei Hannibalin Rom in furchtbarem Gedenken.
Im letzten Teile wendet sich Gregor zu den Grabdenkmälern, den Pyra-miden, von denen er am ersten die des Romulus gesehen habe; sie liegennicht weit von der Peterskirche am Kastell des Crescentius und es gebetörichte Pilger, die glaubten, daß es ursprünglich ein Getreidehaufen desApostels Petrus gewesen sei, der, nachdem ihn Nero an sich gebracht, ineinen Steinhügel verwandelt worden sei. Die Pyramide des Augustus seiaber so fest gebaut worden, daß noch kein Stein daraus fehle. Kein Grabmalaber sei größer als das des Julius Cäsar, das aus einem einzigen 250 Fußhohen Porphyrblock bestehen solle. Hieran knüpft Gregor ein gereimtesDistichon 3 und die Geschichte von Cäsars Tod, vielfach entstellt, aber dochnoch als aus Suet. Caes. 81 f. genommen erkennbar; was freilich Gregordann selbst als aus Sueton stammend anführt, wird dort überhaupt nichtüberliefert; die Pyramide des Cäsar aber werde von den Pilgern die Nadeldes Petrus genannt und viele suchten hier unter einen gewaltigen Steinmit vier ehernen Löwen zu kriechen, da die Lüge verbreitet sei, daß mandadurch rein von Sünden werde. Daran reiht Gregor eine Beschreibung desLeuchtturms von Alexandria, die aus den Septem miracula mundi und IsidorEt. 16,1, 8 genommen ist. Das Colosseum übergeht er aber als zu gewal-tig und notiert nur aus seiner Nähe das Marmorbild eines Schweins mitdreißig Jungen, das von Aeneas trächtig angetroffen sein soll. Jedenfallsbewog die Erwähnung dieses Steinbildes den Gregor über ein weiteres ähn-liches zu berichten, nämlich über das Standbild der ehernen Wölfin, die Ro-mulus und Remus gesäugt haben soll, in der Halle vor dem Winterpalast desPapstes. Gregor meint, daß das falsch sei, denn Lupa habe die Römerin ge-heißen, die die Zwillinge aus dem Tiber errettete und ernährte. 4 Jene Wölfinaber hatte es einst abgesehen auf einen ehernen Widder, der ebenfalls vorjenem Palaste stand und aus seinem Maule Wasser zum Händewaschen gab;Der Wölfin waren aber die Beine zerbrochen und man hatte sie von ihremalten Platze entfernt. Gregor schließt mit der Erwähnung einer ehernen Ge-setzestafel 'prohibens peccatum' genannt, auf der er zwar vieles gelesen aberwenig verstanden habe, da man hier immer zwischen den Zeilen lesen müsse.
p.551, 25 quas Romani fistulas vocant Silapides plures, die ubi congeries. Vgl. Mi-
marmoreas. rabilia Romae ed. Parthey p.15, 16f.
- Auch Hannibals Tod war dargestellt, 4 Er setzt hinzu p.554, 32 Que ideo Lupa
p.55-, 26 hausto veneno quod gestabat in dieta est quoniam pulcritudine sua et ille-
a nulo dormiendo obiit. cebris suis homines in amorem suum rapi-
Si lapis est unus, die qua sit arte levatus. ebat.