A. Schriftsteller des Triviums 207
culum meum in amicas aures traderem, aut... penüus abolerem, siquidemde mundi universitatetractatus suapte natura difjicüis sed et sensu tardiore compositum . . . Verum sensus festerbenivolus . . . erexit audaciam . . . Consilium tarnen fuit, ut perfecta minus paginanomensuitacuisset auctoris, quoadusque vestro suscepisset iudicio vel egrediendi sententiam vel latendi.Zu Theodorich von Chartres vgl. diesen. Die Formen der neun Gedichte J bewegen sichmeist in Distichen (6), je eins ist im Hexameter, im Maß des Boethius cons. phil.l, 3 undHör. Carm.4,7 gedichtet, und man muß sagen, daß Bernhard die Stellen für die poetischeBehandlung auswählte, die sich dafür eignen; und wenn auch das umfängliche Stück1 3 öfters an ein Lehrgedicht erinnert, so ist es doch keineswegs ohne dichterische Bega-bung verfaßt.
Ueberlieferung. Größere Anführungen aus Bernhards Gedichten macht Vincenzvon Beauvais im Spec. Hist.3, 44; Doctr. 4,124. 5, 65; Nat. 31, 49. Hervorgehoben undgerühmt wird Bernhard auch von Henry d'Andeli in derBataille des sept arts328f. Ber-nardin li Sauvages qui connoissoil toz les langages Des esciences et des arts. Außerdem wirder genannt von Eberhardus Alemannus im Laborintus 683 f. (Faral p.361) und von Ger-vasius von Tilbury in den Otia imperialia bei Leib niz, SS.rer. Brunsv. 1,888.975. Ge-nannt wird das Werk s. XIII bei Richard von Fournival, in Cuenca und in Canterbury,s.XIV in Avignon (1375 und 1383), Rievaux, Peterborough, in der Sorbonne, s. XV beiAmplonius, in Heidelberg, Pavia, Bayeux und Canterbury St.Augustin. Hss. sind zahl-reich, z.B. Paris. 3245. 6415. 6752A. 8320. 8751C. Oxon. Laud. 86, Laud. misc. 515,Digby 157; Cotton. Tit. D XX, Cleop. A XIV. Vat. Pal. 953. Bern. 710. A 91. Flor. Lau-rent. 33,31 f. 61—67. Berol. Meerm. 180 s.XII— XIII f.l29a (unvollständig, nämlichnur die Gedichte, s. Neues Archiv 17, 376f.). Das Werk wurde früher dem BernardusCarnotensis zugeschrieben und dieser mit dem Silvestris identifiziert, wie noch bei Ch.V. Langlois (Bibl. del'ec. des chartes 54, 226ff. 247) undbei Haureau, Hist.delaphi-los. scolastique 1, 403 ff. Vgl. aber Clerval, Lettres chretiennes 5, 393 und Les ecoles deChartres au moyen Age p.l58ff., Sandys, Hermathena 12, 434ff. und Ahistory of clas-sicalscolarship p.514, zustimmend Haureau inMem.del'acad.desinstr.etbelleslettres31, 63 ff. und Notices et extraits de quelques mscr. 2, 345. Ausgabe von C. S. Barachund J.Wrobel, Bernardi Silvestris de mundi universitate libri duo sive Megacosmus etMicrocosmus, Innsbruck 1876. Vorher einzelne Stücke bei Cousin, Ouvr. ined.d' Abelard(Paris 1836) p.627—639 und bei Haureau, Hist. de la philos. scol.l, 407—417. Vgl.Ueberweg, Grundriß d. Gesch. d. Philos. 11 2, 236f. O. Leist, Der Anticlaudian II,Stendal 1879, S. 22—31. Die Ansicht von Poole, Medieval Thought 118. 219n., daßdas Werk mit Benutzung von Lucretius gearbeitet sei, ist hinfällig, da nur eine einzigeStelle an diesen Dichter anklingt, die aber wohl aus Apuleius de mundo stammt, vgl.Sandys, Hermathena 12, 436. Mehrfach werden Verse aus dem Gedicht angeführt vonAlexander Neckam in De naturis rerum (Druck von Th. Wright, London 1863) undvon Matthäus von Vendöme in der Ars versificatoria (ed. Faral, Les arts poetiquesduXII e etXIII e siecle3, 28p.l74und3, 41 p.176).
b) Ars dietaminis. 2 In einigen Handschriften wird eine Ars dietaminisüberliefert, deren Verfasser ein Bernhard war. Das ergibt der Vers Bernardussiquidem tantummodo verba notavit Cuncta, velut doeuit spiritus almus eumund der in den Salutationsformeln öfters gebrauchte Name Bernhard undBernhardus dietaminum professionis magister. Die Zeit des Werkes ist dieFriedrichs I., Eugens III. und Rainalds von Köln, in der Wiener Hand-schrift allerdings die Innocenz' III. Die Schrift klärt zunächst die Begriffedes Dictamen auf und handelt über die vier Arten der Darstellung, Prosa,metrisches Gedicht, Rhythmus und Mischung aus Poesie und Prosa.Nach Langlois 3 ist Bernardus Silvestris der Verfasser, und es wäremöglich, daß das bei Amplonius unter Liber de metrificatura BernhardiSilvestris optimi genannte Werk 4 diese Schrift darstellt. Das Werk istspäter durch Bernhard von Meung in einen Auszug gebracht und in dieser
dem eigentlich richtigen Siloester vorge- tes 54, 226 ff.
zogen werden. 3 A . a 0 . S. 228 ff.
. Im ganzen 18 Kapitel, davon die Hälfte 4 Lehmann 2, 11, 36. Allerdings ist der
ln . f/osa, die Hälfte in Gedichten. „ Anfang (Amplon. O 16 f.52) anders als bei
Vgl. Langlois, Bibl. de l'ec. des char- Langlois.