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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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194 Zweiter Abschnitt. Die Artes

finden könnte. Er hat diese umfängliche Arbeit durchgeführt und sie mitvultus und versus beendet. Ein zweiter, nur kurzer Traktat von ihm be-zieht sich auf die Lehre von den Kasus in ihrem Verhältnis zur Abhängig-keit von Worten. Drittens verfaßte er eine kleine Schrift De arte dictatoria,eine Anleitung zum Briefstil, wobei er die sechs Teile, die zum Briefe not-wendig waren, unterschied. Da er ihr anscheinend den Titel Suzigia 1 gabund die Schrift in metrische Regeln ausläuft, so wird sich ihr Inhalt wob]vorwiegend mit der Anleitung zum gebräuchlichen Kursus beschäftigen.Magister Wilhelm hat aber auch vielleicht ein Werk zur Metrik verfaßt.Über die Quantität der Stamm- und der Ausgangssilben hatten seit MiconsZeit schon viele geschrieben und erst kürzlich war ein Traktat übpr diemittleren Silben erschienen. Wilhelm mochte denselben nicht für genügendhalten 2 und verfaßte eine Arbeit über den gleichen Stoff; hierzu schriebaber ein andrer Gelehrter die Vorrede, mit der das Werk erhalten ist.

Ueberlieferung. Die ersten drei Schriften stehen im Paris. Sorb. 1569 s. XIII.Dort heißt es f. 1 Ad precum sociorum meorum instantiam expergiscens omnia nominaquantum ad usum modernorum usitata pro posse meo in unum volumen redigere desti-navi (f. 16b) hie vultus tus, hie versus sus. Et cetera, f. 16b Dictionum quedam neeregunt nee reguntur (f. 18) vocativus nunquam regitur sed absolute tenetur. Explicit.f. 18 Si Unguis hominum quos orbis continet, quis loqueretur, quantum sequatur utilitasex arte dictatoria plene non poterit explicare (f. 20) duo spondei ut cum dicitur venari.Explicit sugigia magistri Guillelmi. Die vierte Schrift befindet sich im Paris. St. Victor17 s. XIII f. 256b. Incipit prefatio cuiusdam in regulis magistri Guilermi de mediis sil-labis. Quoniam sapiens quidam vir et eloquens et nostris temporibus in arte grammaticapene nulli seeundus breves quasdam regulas de mediis sillabis dedit ... f. 257 b Incipiuntregule de mediis sillabis magistri Willelmi. A ante b breviatur ut agabus 3 f. 259b preterovum. Expliciunt regule magistri Willelmi de mediis sillabis. Aus der Suzigia 4 notiertThurot (Not. et extr. 22, 2, 481) Tres sunt pedes quibus utuntur versificatores, scilicetdactilus spondeus trocheus. In dietamine vero faciendo duobus utimur scilicet spondeo e!dactilo. Nee mensurandum pedes seeundum produetionem et correptionem sed seeundumcursum, quem habent dictiones. Omnis enim disillaba dielio, sive sit longua sive sit brevis,spondeus est, et trisillaba, si penultima sit brevis, dactilus est ut dominus . . . Aus De mediissillabis gibt T h u r o t a. a. O. p. 428437 eine Menge Worte mit den betreffenden Quanti-täten, darunter viel seltne und anscheinend verderbte. Vgl. Le Clerc, Hist. litt. 22,26und Thurot, Not. et extr. 22, 2, 42f.

9. BERNHARD VON UTRECHT

In Utrecht lebte zur Zeit des Bischofs Konrad (10761099) ein KlerikerBernhard, der in der Domschule des Stifts Lehrer war und anscheinend denniederen Unterricht erteilte, da er mit seinen Schülern Theodul las. Es istnun auffällig, daß dieses Schulbuch nicht schon längst mit Erklärungen ver-sehen war und daß Bernhard wahrscheinlich der erste gewesen ist, der einenKommentar dazu schrieb; nämlich die älteste Erwähnung eines solchen ineinem Bibliothekskataloge gehört ins Jahr 1128, und da dieserin einem nieder-ländischen Kloster lag, so ist seine Gleichstellung mit dem Bernhards dochsehr wahrscheinlich. Bernhard berichtet nun in der Widmung seiner Schriftan Bischof Konrad, daß er bei der Lektüre Theoduls in der Schule zunächstallgemeine Erklärungen über das Gedicht gegeben und dann über dessen

1 In der Hs. Paris. Sorb. 1569 s. XIII f.20 fasser der Vorrede die Schrift Wihelms ge-steht sugigia. meint hat.

2 Oder die Eingangsworte (s. unten) kön- 3 Statt abacus.nen auch so gedeutet werden, daß der Ver- 4 Sorb. 1569 f. 20.