178 Zweiter Abschnitt. Die Artes
Werke des Petrus Helie genannt, wo es im Monac. 14424 f. 20a heißt Con-pesco dicunt esse compositum ex con et paciscor, alii a pace, sed magislerManegaldus dicebat compositum ex com et pede et capio, pis; da Petrus Helieum 1145 lebte und wirkte, so ist das ,dicebat' nur von Benutzung einesWerkesManegaids zu verstehen, aber nicht so anzusehen, als ob Petrus dessen Schü-ler gewesen sei. Man würde somit vielleicht auf ein grammatisches Werkkommen, etwa auf einen Auszug oder Erklärung Priscians, da Petrus es zu derseinigen gebraucht hat. Wichtiger aber sind Manegaids grammatische undmythologische Glossen zu Ovids Metamorphosen, die sich im Monac. 4610erhalten haben und über die Haupt 1 und Meiser 2 handelten. Haupt wiesnämlich in der Erklärung zu Ovids Metamorphosen, die sich in jener Hand-schrift befindet, mehrere Stellen nach, die auf Manegold zurückgehen undzwar zu Met. 7, 759ff. (p. 70a), zu 8, 121 (p. 69a) und zu 11, 214 (p. 77b),wo der Anteil Manegolds an den zwei ersten Stellen mit secundum Mano-galdum, an der dritten Stelle mit Manogaldus autem dicit eingeführt wird.Zu 7, 759 wird mythologischer Unsinn, zu 8, 121 grammatisch Unmög-liches 3 und zu 11, 214 die Geschichte der Hesione nach den Fabeleien desDares Phrygius c. 3 gegeben mit Bezug auf eine Stelle aus Servius zu Aen.2, 312. Hierzu fügte Meiser drei weitere Stellen, nämlich zu Met. 8,183 überDaedalus und Ariadne, zu 12, 432 dicit M(anogaldus) quod codex pro caudexlapis sit vel aliquando ramus arboris et diptongus mutatur in o (Serv. in Georg.2, 30), und zu 15, 622 M(anogaldus) Hoc quasi prooemium Ovidius ad laudemAugusti Cesaris praemittit, ad cuius honorem librum suum scripsit. Da dieHandschrift noch ins 11. Jahrhundert gehört, so hat man es bei dieserOviderklärung wohl mit eines Schülers Nachschrift von Manegolds Vor-trägen zu tun.
So gehörte Manegold zu den in jener Zeit nicht seltenen Gelehrten, die erstim Dienste der Welt ihr Brot erwarben, aber durch den gewaltigen Um-schwung auf kirchlichem Gebiete veranlaßt wurden, die Welt zu ver-lassen und sich völlig in den Dienst der Reform und des Papsttums zustellen, wie es ja auch Lanfranc getan hat. In welchem Ansehen er aberbei der Nachwelt stand, ergibt sich daraus, daß ihn Otto von Freising imProlog zum 5. Buche seiner Chronik (p. 227, 23 H of m.) unter die ersten Ge-lehrten rechnet.
Zeugnisse. Die Geburtszeit bestimmt sich nach der Angabe in der Chronik Richardsvon Poitiers (Martene, Coli, ampliss. 5,1169) His lemporibus florere coepit in Theuto-nica terra Manegaldus philosophus . . . Uxor quoque eius et filiae religione florentes mul-tarn in scripturis habuere notitiam, et discipulos proprios filiae eius praedictae docebant.*Zur Herkunft aus Lautenbach vgl. Ann. Argentin. 1090, Bernoldi chron. 1094, Seriespraeposit. abb. et priorum Marbac. (Gallia christiana 5, 884) Manegaudus seu Mane-galdus de Lutenbach, magister appellatus. Vergleich mit Lanfranc bei Duchesne, Hist.Franc. SS. 4, 89 Hoc tempore tarn in divina quam, in humana philosophia florueruntLanfrancus Cantuariorum episcopus, Guido Longobardus, Manigaudus Teutonicus. 7töGerard von Loudun vgl. Balderich C. 138 bei Bulaeus, Hist. univ. Paris. 1,588Carm. 2, 1 Uberibus, Manegaude, tuis lactatus abunde . . . Gerardus ; Duchesne, Hist.Franc. SS. 4, 269 N. 90 und Delisle, Romania 1, 34 N. CXXXVII; Ph. Abrahams,Oeuv. poet. de Baudrip. 109. Zu Theoger von Metz vgl. Vita Theogeri 1—7 (MG. SS.
1 Hermes 7, 190—192. diptongon Latinam dividi, aliud nomen est
2 Münchn. SB. 1885 S. 71 f. eneus et aliud aeneus et eripes et aeripes.
3 Hier heißt es zum Lemma aena: Se- * Vgl. MG. SS.26,78.cundum Manogaldum, qui non vult ullam