B. Theoretische und praktische Theologie. Philosophie 171
Faichain, Lehrer zu St. Lorenz, half dem Franco, dem Leiter der Lüt-ticher Domschule, bei der Abfassung von dessen Werken über die Quadraturdes Kreises und über die Quatemberfasten; 1 danach war Falchaln in derMathematik bewandert.
Engelbert, der fünfte Abt des Klosters, heißt bei Reiner compoti Ven-tilator et assecla; danach hat er sich vorzugsweise mit kirchlicher Chrono-logie beschäftigt.
Lambert, Mönch in St. Lorenz, verfaßte einen Kommentar zu denAesopischen Fabeln. Da er aber, wie Reiner humoristisch ausführt, den ur-sprünglich moralischen Sinn der Fabeln ins Allegorische umdeutete, so wurdeseine Schrift, als sie vor den Mäuserat kam, verurteilt und die Mäuse eiltenaus den Feldern und Häusern der Palästiner zusammen und fraßen sie auf.Und da uns die goldnen Mäuse der Philister 2 und auch das Pergament fehlteund wir nicht deshalb nach Pergamum gehen konnten, so ging jene Schriftverloren.
Giselbert, ebenfalls Mönch von St.Lorenz, verfaßte Epen auf biblischeStoffe. So schrieb er die Geschichte Josephs in einem Buche und in zwölfBüchern die Taten Davids. Und er sei besonders deshalb zu loben, weil erden schwierigen Stoff in gefällige Form brachte. Darüber spricht er sichselbst in einem Gedicht von acht Hexametern aus, das Reiner anführt. 3Er habe sich nämlich vorgenommen, die Vorlage Wort für Wort aus derProsa poetisch wiederzugeben, was jeder als leicht von sich selbst erhoffe,aber trotz vieler Mühe nicht ausführen könne. Außerdem, fügt Reiner hinzu,war er sehr geschickt in der musikalischen Komposition und setzte daherseine Hymnen auf den Märtyrer Georg, auf die Jungfrau Ragenufla und aufdie hl. Begga 4 in Musik.
Johannes, Bruder Giselberts und Lehrer im Lorenzkloster, an dessenPerson und Unterricht sich Reiner nur ungern erinnerte. Er komponiertezwei Hymnen auf den hl. Ghristophorus und auf die Maria Aegyptiaca, be-handelte die Geschichte des Tobias und das Martyrium des hl. Stephanusin Epen und verwendete einen Teil des Hohenliedes zum Texte von Anti-phonen.
Nizo, Mönch von St. Lorenz, komponierte Gesänge auf die MärtyrerJohannes und Paulus, auf die Heiligen Nazarius und Celsus und auf BischofFriedrich von Lüttich, über dessen Leben, Tod und Wunder er ebenfallsein Buch schrieb (vgl. unten). 5
Alle diese erwähnten Schriftsteller, fährt Reiner im zweiten Buche fort,
sind tot, und gern möchte er von den Lebenden schreiben; um aber jeden
Vorwurf von Neid oder Schmeichelei zu vermeiden, wolle er dem Freunde
seine eignen Ineptiae vorführen (vgl. oben).
Zeugnisse. (MG. SS. 20, 593, 33) Lambertus abbas . . . vitam s. Heriberti Colo-mensis . . . et miracula descripsit. Qui etiam musice quedani de ipso composuit, in versibusquoque faciendis claro jretus ingenio. 6 594, 34 Ludovicus b. r. senior qualiter ab urbeRoma reliquiae nobis sancti delatae sunt Laurentii iam ante exscripserat. 594, 3&Falchal-
1 Vgl. Bd. 2, 784f. 5 Ausgabe von Pe z, Thesaurus 4, 3,167;
- Vorbild hierzu 1 Reg. 5, 6. 6, 5. 11. 18. ed. Wattenbach MG. SS. 12, 501.
MG. SS. 20, 598. « Was p. 593, 41 ff. über Vitellius folgt,
Zwei Heilige aus Brabant. ist aus Sueton. Vit. 13 genommen.