— 10Die Schule zur Bildung der Wundärzte undHebammen ist auch eine wohlthätige Stiftungvom Churfürsten Carl Theodor, wozu Er, beideren Errichtung im Jahr 1768, für 2000 Gul-den der vorzüglichsten Chirurgischen Instrumenteanschaffte.Auf dem Markte, gegen dem Rathhause über,ſtehet die prächtige, aus Erz gegoſſene Bildſäuledes Churfürsten Johann Wilhelm zu Pferde inmehr als Lebensgröße. Dieses Denkmal desguten Regenten, welcher 1716 starb, und vondem auch die Bildergallerie, und die vor demBergerthore erbauete Neustadt ihr Daseyn haben,dienet der Stadt zur großen Zierde.Der Marstall war vor dem Bombardementein überaus ſehenswerthes, weitläuftiges Ge-bäude, im schönsten Geschmack aufgeführt, undvon musterhafter innerer Einrichtung. DiesesGebäude wurde im Jahr 1767 fertig, und kostete75,371 Rthl. Jetzt ſtehen davon, außer einemFlügelgebäude, nur noch die Mauern. Hier-in wurden sonst die, in den benachbarten Wal-dungen wildlebenden Pferde zugeritten, und zumGebrauche tüchtig gemacht. Die Waldungen,worin diese wilden Pferde gehägt werden, er-ſtrecken ſich durch einen großen Theil des AmtsLandsberg und Angermund, bis in die Herr-schaft Broich. Diese wilden Pferde sind mei-stens von mittlerer Höhe; doch findet man auchviele kleinen unter ihnen. Sie leben in der größ-ten Freiheit, und kommen weder im Sommernoch im Winter unter Dach; doch sind an meh-rern Orten große Schoppen errichtet, in die, beistrenger Witterung, Heu und Stroh gebrachtwird. Die Zahl dieser Thiere hat vor dem jetzi-gen Kriege 4 bis 500 betragen: ja, es sollen so-gar zuweilen gegen 1000 Stück vorhanden gewe-sen seyn. Sie sind sehr wild und unbändig, aber
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Kleine bergische Vaterlandskunde : ein Neujahrsgeschenk für Schulkinder und zum künftigen Gebrauch auf Schulen bestimmt
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