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Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
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Band II.

Anhang zum III. Abschnitt: Gesundheitsverhältnisse der in die Schweiz übergetretenen Franzosen u. s. w.

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Dasjenige Bataillon, welches am längsten zur Be-wachung von Gefangenen verwandt wurde, war das Be-jatomgsbataillon Gräfrath. Dasselbe traf Ende Oktoberin Minden ein, nachdem es vorher längere Zeit in Wilhelms-haven gelegen und dort unter der Einwirkung der Malariazu leiden gehabt hatte. Dieses Bataillon zählte im Oktoberbei einer Kopfstärke von 850 Mann einen Gesammt-Kranken-zno-ang von 12 Mann (darunter 4 Wechselfieberkranke);im November bei einer Kopfstärke von 540 Mann einenGesainmtzugang von 67 Mann (im Lazareth 20), darunter?, mit gastrischem Fieber, 1 mit Ruhr, 2 mit Durchfall,44 mit Wechselfieber; im Dezember bei einer Kopfstärkevon 653 Mann einen Gesammtzugang von 09 Mann (imLazareth 16), darunter 2 mit Durchfall, 46 mit Wechsel-Heber. Pocken und ausgebildeter Typhus fehlten währenddieser 3 Monate vollständig, gestorben ist in dem ganzenZeitraum kein Mann.

Um dieselbe Zeit (20. Oktober) traf im Lager aufder Wahner Haide bei Deutz, welches Gefangene vonSedan beherbergte, das Besatzungsbataillon Neuwied ein.Dasselbe, 1000 Mann stark, hatte im Oktober einen Gesammt-zugang von 245 Mann, darunter 4 mit gastrischem Fieber,4i> mit Ruhr, 93 mit Durchfall, 14 mit Rheumatismus etc.,aber ebenso wie der oben besprochene Trnppentheil wederin diesem, noch im folgenden Monate einen Todesfall.Desgleichen blieb es gänzlich von Pocken und ausgebil-detem Typhus verschont.

Ungünstiger gestalteten sich die Verhältnisse bei demBesatzungsbataillon Barmen, welches im Januar auf derSpellner Haide bei Wesel den Wachtdienst versah. 1 )Bier gingen im Januar bei einer Kopfstärke von 1100.Mann im Ganzen 68 Kranke (im Lazareth 26) zu. Unterdieser litten an Pocken 7, an Typhus 1, an gastrischemFieber <), an Wechselfieber 3, an Durchfall 0 Mann. EinMann starb. Im Februar wurden die Erkrankungen noch

') Vergl. hierzu 8. 184, 199 und 201 dieses Bundes.

häufiger und schwerer. Bei einer Kopfstärke von 1200Mann kommen insgesammt 153 Mann (im Lazareth 89)zur Behandlung, unter denen sich 7 mit Pocken, 1 mitTyphus, 14 mit gastrischem Fieber, 2 mit Ruhr, 57 mitWechselfieber und 6 mit Durchfall Behaftete befanden.Trotzdem starben nur 2 Mann.

Ebenfalls nicht vorteilhaft zeigte sich der Gesund-heitszustand unter dem Besatzungsbataillon Hamburg,welches nach längerem Aufenthalte in Grafenstein,Nübel und Sonderburg im Februar dazu bestimmtward, die im Lockstedter Lager internirten Franzosenzu bewachen. Hier, ebenfalls in neuerbauten Ziegelfach-werk -Baracke^ untergebracht, hatten sie im genanntenMonat folgenden Kräukenzugang:

Kopfstärke 1000 Mann. Gesammtzugang 88 Mann(im Lazareth 33). Es litten an Pocken 1, an Typhus 2,an gastrischem Fieber 8, an Durchfall 8, an Rheumatismus11. Im März bei gleichbleibender Kopfstärke Gesammt-zugang 107 Mann (im Lazareth 26); darunter mit Pocken1, mit Typhus 2, mit gastrischem Fieber 10, mit Ruhr 1,mit Wechselfieber 4, mit Durchfall 7, mit Rheumatismus 9.Gestorben ist im Februar Keiner, im März 1 Mann.

Diese wenigen Beispiele zeigen ausreichend, worinhauptsächlich der Unterschied in der Morbidität der Wach-mannschaften einerseits, der Bewachten andererseits be-stand. Die unter den Gefangenen herrschenden Infektions-krankheiten blieben auch den Deutschen Mannschaftennicht fremd. Vor den Pocken zwar schützte namentlichdie aus altpreussischen Provinzen stammenden Bataillonedie Impfung mehr oder minder vollständig; typhöse Er-krankungen aber und Ruhr griffen auf die Wachtbatailloneüber. Der Unterschied liegt in der viel milderen Form,welche diese, unter deiWjefangenen so mörderisch ver-laufenden Krankheiten bei den Bewachungsmannschaftentrotz der gleichen Infektionsquelle annahm, wie siesich nicht nur in der sehr viel geringeren Sterblichkeit,sondern auch darin ausprägt, dass flCpit nur von gastr\\i'emFieber, sehr selten vonausgebildeteni\|Yp]|ii;';psprochen\viVd.

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