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Morbidität und Mortalität bei den deutschen Heeren und bei den in Deutschland untergebrachten kriegsgefangenen Franzosen
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Morbidität und Mortalität bei den Deutschen Heeren und bei den in Deutschland internirtenkriegsgef'angenen Franzosen. Band II.

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Erster Abschnitt.Friedensmorbidität der Preussischen Armee in den Jahren 1867 bis 1872.

I. Zeitliche Schwankungen.')

A. Gesammtmorbidität.

Der Gesamuit-Krankenzugang (Lazareth- und Revier-kranke) betrug im Mittel der in Rede stehenden Jahre1350.7 T \ K. Die Schwankungen, welche derselbe bei derPreussischen Friedens-Armee im Laufe des Jahres erfährt,bewegen sich innerhalb verhältnissmässig enger Grenzenund vollziehen sich alljährlich der Hauptsache nach durch-aus in gleicher Weise. Wie der monatliche Gesamint-zugang im Mittel der fünf Jahre von 1867 bis 1872 sichdarstellt, wird durch die Zeichnungen 1 bis 3 veranschaulicht.Auf Zeichnung 1 ist das Kalenderjahr, auf Zeichnung 2 dasmilitärische Dienstjahr dem bildlichen Ausdruck zu Grundegelegt, während Zeichnung 3 wenigstens hinsichtlich derGesammtmorbidität einen unmittelbaren Vergleichder Friedensverhältnisse mit der Krankenbewegung imKriegsjahr, wie letztere auf Tafel I dieses Bandes fixirt ist,ermöglichen soll. 2 )

Das Wesentliche der in den Zeichnungen 1 bis 3 wieder-gegebenen Linie bilden fünf Momente, durch welche dieKrankenbewegung im Frieden charakterisirt ist, nämlich:

1) Das Maximum im Januar.

2) Der Abfall vom Januar bis einschliesslich Juni.

3) Die Juli-Steigerung.

4) Das Minimum im September.

5) Die November-Steigerung.

Von diesen fünf Momenten ist das zweite insofern nichtganz konstant, als der im Mittel regelmässige Abfall von

') Vergl. zu dem Folgenden Tabelle I bis VII.

2 ) Diese Möglichkeit beruht darauf, dass der Lazareth Zugangim Frieden dem GesannntZugang im Wesentlichen parallel läuft(vergl. S. 10 dieses Bandes).

Januar bis Juni in einzelnen Jahrgängen nicht seltendurch eine Steigerung im März oder Mai unterbrochenwird. Desgleichen wechselt das Minimum einigermaassenzwischen September und Oktober. Da auch im Mittel derKrankenzugang in letzteren beiden Monaten fast gleichniedrig ausfällt, so erscheint es am richtigsten, zu sagen:das .Minimum liegt im September und Oktober.

Am wechselndsten gestaltet sich der Zugang im MonatDezember, für welchen eine feste Regel überhaupt kaumgilt. In den hier der Betrachtung zu Grunde gelegtenJahren präsentirt sich der Dezember-Zugang so niedrig,dass er dem Minimum sehr nahe kommt, in anderen Jahrenund Jahresreihen ist er höher als im November; imGanzen kann daher nur gesagt werden, dass er innerhalbverhältnissmässig ziemlich weiter Grenzen um die Zifferdes November schwankt.

Der August hingegen nimmt mit grosser Regelmässig-keit eine Mittelstellung zwischen Juli und September ein.

Die erheblichste Differenz, welche zwischen je zweiaufeinanderfolgenden Monaten überhaupt vorkommt, be-steht zwischen Dezember und Januar. In Folge der abnormniedrigen Zugangsziffer des Dezember in den Jahren 1867bis 1872 erscheint auch diese Differenz auf den Zeichnungen1 bis 3 besonders gross.

Alle die für die Krankenbewegung in der gesammtenArmee charakteristischen Momente werden in den zeitlichenSchwankungen der Morbidität bei sämmtlichen einzelnenArmeekorps in durchaus analoger Weise wiedergefunden,wenn auch gelegentlich für den ersten Blick einigermaassenverschleiert durch geringe Unregelmässigkeiten, welchesich aus der entsprechend kleineren Zahlenunterlage, d. h.aus unausgeglichen gebliebenen Zufälligkeiten, begreiflicher-weise ergeben.