Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
697
Einzelbild herunterladen
 

Die Phraseologie der Höflichkeit. — Die guten Wünsche. 697

um Genehmigung der Versicherung der Hochachtung (diestehende französische Formel: Agreez, Monsieur, l'assurance,l'expression etc., noch höflicher: veuillez agreer).

7. Die Bewillkommnungsphrasen.

Ausdruck, der Freude über das Wiedersehen undErkundigung nach dem Befinden — in der Höflichkeits-sprache der verschiedenen Völker in mannigfaltigster Weisevariirt. *)

8. Abschiedsphrasen.

Zwei Glassen. Bei der einen hat der Redende sichselber im Auge, sein eigenes Interesse (der Wunsch, denAndern wiederzusehen: auf Wiedersehen, ä revoir — dieBitte um Erhaltung des Andenkens: Vergessen Sie michnicht, oder der geneigten Gesinnung, der Sinn der Phrase:Ich empfehle mich Ihnen), bei der andern den andern

*) Unsere eigenen darauf gerichteten Höflichkeitsphrasen be-dürfen nicht der Angabe, dagegen führe ich die einiger andererVölker an. Beispiele der ersten Kategorie. Bei den Chinesen Aus-druck des Bedauerns, den Andern so lange nicht gesehen zu haben,selbst in die Form der Anklage gebracht (Sie haben mir lange denRücken gekehrt), Versicherung, dass man sich sehr nach ihm ge-sehnt habe (Ich habe oft an Sie gedacht) — man sieht auch hierauswieder: den Chinesen sind wir in Bezug auf die Höflichkeit langenicht gewachsen. Bei den Ungarn die Formel: Gott hat Dich ge-bracht. Beispiele der zweiten Kategorie. Erkundigungsformel derTataren: Steht Dein Zelt auf einem Hügel? Bei den alten Indernnach den Gesetzen des Manu (II, 127) nach Verschiedenheit der Kastevier verschiedene Erkundigungsformeln obligat: II faut demanderä un Brahmane en l'abordant, si sa devotion prospere, k un Kaha-triya, s'il est en bonne santö, ä un Vaisya, s'il röussit dans soncommerce, ä un Soudra, s'il n'est pas malade, A. Loiseleur-Deslong-champs, Lois de Manu, Paris 1833.