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2 (1883)
Entstehung
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675
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Anredeformen: der Ehrenname. 675

es für gewisse Gegenden, sei es für gewisse Stände oderVerhältnisse, einige von ihnen dagegen sind allgemeineAnredeformen geworden, allgemein sowohl in Bezug aufihr geographisches mit dem Sprachgebiet zusammenfallen-des Geltungsgebiet als in Bezug auf ihre persönliche An-wendbarkeit, welche im Laufe der Zeit auf alle Klassender Gesellschaft ausgedehnt worden ist.

Die romanischen Völker haben ihre Ehrennamen denVerhältnissen des Hauses entlehnt und zwar für das männ-liche Geschlecht der angesehenen Stellung des alternBruders: Senior (siehe die obige Note), für das weiblichetheils dieser (die Femininalendungen z. B. Signora, Senora),theils der Stellung der Hausherrin: domina (siehe daselbst).Unter den germanischen Völkern bildeten die Engländer vondem auch in andern Sprachen viel benutzten lateinischenmagister (italienisch maestro, französisch maitre, maltresse,deutsch Meister) ihr master für den Mann, mistress für dieFrau, iniss für die Unverheiralhete. Die übrigen germa-nischen Sprachen haben zur Bezeichnung des männlichenGeschlechts »Herr«, was nach der herrschenden Etymologievon heriro, dem Gomparativ von her = Hehr, abstammensoll, also den Hervorragenden bedeutet*), zur Bezeichnung

*) So die Wörterbücher von Grimm, Weigand u. a. AndererAnsicht ist L. Geiger, Ursprung und Entwicklung der menschlichenSprache und Vernunft B. 1 (Stultg. 1868) S. 330 ff., der es in Zu-sammenhang bringen will mit dem Verhältniss des älteren Bruders,dessen ausgedehnte sprachliche Verwendung zur Bezeichnung einerhervorragenden Stellung er durch eine grosse Fülle von Wendungenin den verschiedensten Sprachen nachweist.

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