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2 (1883)
Entstehung
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266
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266 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

hat diese Eigentümlichkeit der Sitte im Gegensatze derMoral richtig erkannt, sie redet von einer »Landes-, Stan-des-, Orts-Sitte«, nicht von einer »Landes-, Standes-, Orts-Moral« (S. 61), diese früher bloss constatirte sprachlicheThatsache sind wir hier in der Lage zu begreifen, sie er-gibt sich aus den eigenthümlichen Bedingungen der Sitteebenso von selbst, als dass die alpine Flora nur in alpinenRegionen, nicht in der Ebene gedeiht.

In dieser Localisation der Sitte liegt es begründet,dass diejenigen Klassen der Gesellschaft, deren ungünstigeVerhältnisse ihr in der hier angegebenen Richtung keinenRaum verstatten, des eigenthümlichen Schutzes, den sieder weiblichen sexuellen Sittlichkeit gewährt, entbehren,und von welchem Einfluss auf die Sittlichkeit der unternweiblichen Bevölkerung dies ist, habe ich bereits hervor-gehoben. Die unteren Klassen sind in Bezug auf die Sitt-lichkeit ungünstiger gestellt als die oberen, sie entbehrender Schutzanstalt der Sitte, letztere bildet eins der vielenVorrechte, welche die höheren Stände vor den niederenvoraus haben.

Das sind die drei charakteristischen Züge der Sitte,die ich dem obigen Verhältniss glaube entnehmen zu kön-nen. Aber möglich, dass sie demselben eigenthümlichsind, dass sie mit der Stellung des Weibes zusammen-hängen und sich daher nicht von der Sitte schlechthin,sondern nur von diesem bestimmten Stücke derselben aus-sagen lassen.