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2 (1883)
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214
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214 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

versäumt hat; die Entscheidungsgründe angeben, und wirk-lich haltbare kann sie nur dem von uns aufgestellten Ge-sichtspunkt entnehmen.

Ich wende mich nunmehr der Aufgabe zu, die Richtig-keit des letzteren Gesichtspunktes darzuthun. Sie wird unslange, lange in Anspruch nehmen, wir haben das gesammteGebiet der Ethik zu durchwandern, es darf uns auf dem-selben nichts aufstossen, bei dem unser Gesichtspunkt: sitt-lich ist das gesellschaftlich Nützliche oder Nothwendige,seine Dienste versagt, erst dann ist der Beweis desselbenauf inductivem. Wege in vollständiger, unwidersprechlicherWeise erbracht. Das Höchste wie das Kleinste soll unsRede und Antwort stehen, und wir werden es nicht ver-schmähen bei der Theorie der Sitte bis in Niederungen deskörperlichen Lebens herabzusteigen, welche der Fuss derWissenschaft bisher noch nie betreten hat (Theorie derUmgangsformen). Gerade das Kleinste und scheinbar gänz-lich Bedeutungslose ist für uns von äusserstem Werth, dennwelchen schlagenderen Beweis kann es für die behaupteteWahrheit und Allgewalt eines Gedankens geben, als wennderselbe sich selbst an ihm nicht verleugnet? Die Behaup-tung, welche wir diesem Werk als Motto vorgesetzt haben:der Zweck ist der Schöpfer des ganzen Rechts, wird hierdahin erweitert: er ist der Schöpfer der ganzen sittlichenOrdnung Sitte, Moral, Recht, die drei Theile, aus denensie sich zusammensetzt, verdanken gleichmässig ihm ihrenUrsprung, es gibt Nichts im ganzen Umfange der sittlichen