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2 (1883)
Entstehung
Seite
165
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Das gesellschaftliche System. Anlaufe. Kant. 165

consequenz, welche sowohl im Handeln wie im Denkendas unterscheidende Merkmal aller gesunden von den un-gesunden Naturen bildet, setzt Kant sich über das Hin-derniss, das die eigene Theorie ihm entgegenstellt, hinweg.Ich lasse ihn mit seinen eigenen Worten reden, da letzteremir nicht bloss bei dieser Gelegenheit von Werth sind,sondern da ich sie noch an späterer Stelle in Bezug au-nehmen gedenke*).

»Es ist ein nicht bloss gut gemeinter und in prak-tischer Absicht empfehlenswürdiger, sondern allen Ungläu-bigen zum Trotz auch für die strenge Theorie haltbarerSatz: dass das menschliche Geschlecht im Fortschreitenzum Bessern immer gewesen sei, und so fernerhin fort-gehen werde, welches, wenn man nicht bloss auf dassieht, was in irgend einer Weise geschehen kann, sondernauch für die Verbreitung über alle Völker der Erde, dienach und nach daran Theil nehmen dürften, die Aussichtin eine unabsehrbare Zukunft eröffnet« (X, S. 351). Der Er-trag, den der Fortschritt zum Bessern dem Menschenge-schlecht abwerfen wird, wird nicht sein »ein immer wach-sendes Quantum der Moralität in der Gesinnung, sondernVermehrung der Producte ihrer Legalität in pflichtmässigen

*) Die folgenden Citate beziehen sich auf die Ausgabe seinersämmtlichen Werke von Rosenkranz und Schubert. Sie sind ent-nommen seiner Abhandlung »Ueber den Gemeinspruch: das mag fürdie Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis« (B. VII,Abth. 1, S. 176 11.), seinen »Ideen zu einer allgemeinen Geschiebtein weltbürgerlicher Absicht« (daselbst S. 317 fl.) und seinem »Streitder Fakultäten« (B. X, S. 251 fl.).