Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
143
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Zwecksubject des Sittlichen. Thierquälerei. 143

aber unverständigen Leuten dagegen erhoben sind. DasMitleid mit dem Thiere, durch welches letztere sich leitenlassen, ist in "Wirklichkeit Rücksichtslosigkeit gegen denMenschen, eine Verirrung des sittlichen Gefühls, die denMenschen opfert, um das Thier zu schonen, es ist jenerZug einer ungesunden sittlichen Sentimentalität, dieunsere Zeit unter audern auch darin bekundet, dass siesich des Verbrechers annimmt auf Kosten des von ihmBedrohten. Die Qualen, die einigen wenigen zu Versuchs-objecten verwandten Thieren zugefügt werden, könnendurch die Ergebnisse, welche sie der praktischen Medicinabwerfen, Millionen von Menschen zu gute kommenum sie jenen zu ersparen, sollen diese geopfert werden!Gonsequent durchgeführt würde diese Milde dahin führen,dass kein Thier mehr geschlachtet, kein Vogel, kein Wildmehr erlegt, kein Fisch mehr gefangen, kein Pferd mehrgeritten, kein fauler Ochs oder Esel geschlagen werdendürfte, und die Thiere würden schliesslich den Menschen,der sich von ihnen nicht mehr nähren dürfte, vom Erd-boden verdrängen. Eine Einsprache gegen das Recht derWissenschaft, die Thiere für ihre Zwecke zu verwenden,darf im Munde derjenigen laut werden, welche diese Con-sequenzen anerkennen. Meine erste Frage an einen Aposteldieser Irrlehre würde dahin gehen, ob er noch Fleisch esse,und Pferde zum Reiten oder Fahren benutze. Bejaht ersie, so hat er sich selber geschlagen, er hat damit aner-kannt, dass der Mensch das Thier für seine Zwecke ver-