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2 (1883)
Entstehung
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94
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94 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.

setzes, den sie dabei verwendet, verträgt sich ebensowohlmit der Vorstellung, dass dasselbe Menschenwerk, auf em-pirischem oder historischem Wege gewonnen sei, wiemit der, dass es dem Menschen nach Art der Denkgesetzeangeboren sei, der Begriff der Sitte aber, durch den sieden des Geietzes näher erläutert, verweist uns ausschliess-lich auf den ersten Weg. Nicht Sittlichkeitsgefühl.In der von Sitte gebildeten Sittlichkeit ist das Momentjedenfalls nicht enthalten. So könnte es also nur imGefühl liegen. Ist das Gefühl nothwendigerweise etwasAngeborenes? Sicherlich nicht! Es genügt, auf das Schick-lichkeits- und das Sprachgefühl zu verweisen, die beidedie Anlehnung an eine bestimmte Sitte und Sprache zurVorraussetzung haben und sich damit als etwas Histori-sches, unter gegebenen Verhältnissen erst zu Erwerben-des, nicht Angebornes kund geben. Nicht Gewissen.Denn Gewissen bezeichnet sprachlich nur eine besondereArt des Wissens, aber woher dies Wissen stammt, dar-über sagt uns die Sprache mittelst des Wortes selber nichtsaus die Frage, ob das Gewissen angeboren sei, bleibteine offene.