Druckschrift 
2 (1883)
Entstehung
Seite
XIII
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Vorrede. XIII

in dieser Richtung angestellt habe, gehören zu denergebnisreichsten meines ganzen Lebens. Freilich auchzu den allermühsamsten. Hätte nicht der Gedanke,dass ich im Dienste der Wissenschaft eine Arbeit aus-führe, die nie beschafft worden ist, und die doch gethanwerden muss, mich aufrecht erhalten, ich würde nichtdie Kraft besessen haben, Jahre lang mich einer Auf-gabe zu widmen, die mich in die niedersten Regionendes täglichen Lebens versetzte und mich nöthigte, dasMaterial zur Lösung derselben, ich möchte sagen: aufder Strasse und im Kehricht zu suchen, und ihm eineeben so emsige, unverdrossene und eindringende Beach-tung zuzuwenden, wie ich sie bis dahin nur bei denhöchsten Problemen aufzubieten gewohnt gewesen war.Die Mühen und Anstrengungen, welche ich dieser Auf-gabe gewidmet habe, zählen zu den schwersten Prü-fungen meines ganzen Lebens ich bin unter demDrucke des Kleinen und Kleinsten, das ich zu unter-suchen hatte, fast erlegen. Aber ich habe nicht reflec-tirt, ob es klein oder gross war, ich habe mich einfachan den Gedanken gebalten: die Arbeit muss gethanwerden, und wer zuerst ihr begegnet und in der Lageist, sie beschaffen zu können, muss sie verrichtenseine individuelle Neigung hat er der Wissenschaft zumOpfer zu bringen.

Ob ich nun, wenn man einmal die Aufgabe selberals in den Rahmen meiner Untersuchung über das Sitt-liche fallend anerkennt, des Guten zu viel gethan Labe,ist eine Frage, deren Beantwortung von Seiten urtheils-fähiger Leser ich ohne Bangen entgegensehe. Mit all-gemeinen Gesichtspunkten ist bei einer Lehre, die ganz-