_A_ls wir am 6. September gegen Mittag aufbrachen, wardas Wetter trübe und regnerisch; ich selbst war vom gestrigenFieberanfall noch ziemlich angegriffen, und fühlte mich aufder entsetzlichen stossenden Telega nicht zum besten. DerWeg führte das Kurathal aufwärts bis zur zweiten StationAtzchur; hier nahm die Scenerie, welche bisher fortwährendeine Menge der schönsten Blicke auf waldgekrönte Berge undin dicht bewachsene Seitenthäler geboten hatte, urplötzlicheinen andern Character an. Wie abgeschnitten hörte plötz-lich aller Waldwuchs auf, die schroffen Bergformen rundetensich ab, das Thal wurde breiter und auf den umliegendenHöhen zeigten sich Spuren von Plateaubildung; es ist hierder Anfang der grossen armenischen Hochebene, wenn auchdie zunächst gelegenen Landstriche politisch noch nicht zuArmenien gehören. Dieselben waren vielmehr im Mittelaltervon Grusinern oder andern Volksstämmen kartalinischerBace bewohnt, wie noch die Ortsnamen (Achaltzich: neueFestung, Achalkalaki: Neustadt) bezeugen: später kamen sieunter das türkische Scepter und wurden erst im Frieden zuAdrianopel an Bussland abgetreten. Der Volksstamm istfast durchgängig turkisirt und zum Islam übergetreten; einäusserliches Zeichen dafür, dass es Osmanlis waren, welchehier geherrscht haben, findet man in dem vom Volke all-gemein getragenen Turban, während die muhamedanischenVölker osttürkischen (tatarischen) Ursprungs durchweg die
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