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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
101
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Beilagen zu Band T, Beilage" zu Band I.

itusion im Gesicht und a[fand durch Granatsplitter,

ktur zweier Finger derHand durch Gewehrscln&

ifschuss.

nss an der Hüfte.

Instruktion, betreuend die Benutzung der Uesinfektionskamroer zu Corbeil.

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natspl. in den 1. Unterscbe

Beilage .»*.

Iristrnktioii,

betreffend die Benutzung der in dem Spitalhospice Galigiiani hergestellten

Desinfektionskaminer zu Corbeil.

§ i.

Die Desinfektion geschieht durch Einwirkung der trockenenWarme von 100135 Grad Celsius im geschlossenen ventilirtenRäume.

§2.

Die Einrichtung der Kammer ist so getroffen, dass die

Kleider, Couvertdecken, Bettfournituren, Wäsche etc., iu passen-der Anordnung an Haken aufgehängt werden können, welchesich beweglich an Querstangen befinden.

Man beginnt mit dem Aufhängen und Anordnen der Gegen-stände im Hintergrunde der Kammer und setzt dasselbe gegenden Eingang zu fort.

§ 3.

Mehrere Kleidungs-, Wäschstücke etc., welche ein und der-selben Person gehören, müssen mit einer langen Bindfadenschlingederart zusammen verbunden werden, dass sie an mehreren HakenEiner Stange auseinander gehängt werden können, ohne späterbei der Wiederabnahme ihren Zusammenhang zu verlieren.

§ !

Um das Aufhängen der wollenen Decken zu erleichtern, istjede derselben vorher mit kleinen in gleichen Zwischenräumenan einer der langen Seiten befestigten Bindfadenschlingen zuversehen. Eine gleiche Vorbereitung mit Zwirnsfadenschlingenbedürfen die der Länge nach einmal zusammengeschlagenenLeintücher (Laken).

§ 5.

An jedem Kleidungsstück oder an jedem nach Vorschriftvon § 3 lose zusammengebundenen Pack Kleider ist ein mit demNamen des Besitzers beschriebenes Blättchen Papier zu befestigen.

§ 6.

Das letzte Kleidungsstück, welches in der Kammer auf-gehäugt wird, ist immer die Blouse oder der lange Krankenrock,welchen der Krankenwärter zu seinem Schutze beim Sammeln,Zusammenbinden, Herbeitragen, Aufhängen und Anordnen derKleidungsstücke über seine gewöhnlichen Kleider angezogenhatte.

§ 7.

Das Heizen des Ofens kann bereits während des Aufhängensder Kleider beginnen.

§ 8-Nachdem Alles in der Kammer geordnet ist, stellt man dasIhermometer so weit wie möglieh von dem Thürfenster, schliesst

Corbeil, im Februar 1871.

die Thüre und das im Plafond angebrachte Fenster und setztnun unter steter Beobachtung des Thermometers die Heizungenergisch fort.

S 9.

Sollen nur die Parasiten und deren Brut getödtet werden,so reicht es hin, die Temperatur auf 105110 Grad zubringenund eine Stunde auf derselben Höhe zu erhalten.

§ 10.

Um die Kleider, Bettfournituren etc. von Kranken zu des-infiziren, welche au Menscheublattern, Flecktyphus, Ruhr, egyp-tischer Augeneutzüudung, Pyämie, Scharlach etc. gelitten haben,muss die Temperatur auf 130135 Grad gesteigert unddrei Stunden lang auf dieser Höhe erhalten werden.

§ II.

Während der ganzen Dauer des Steigens der Temperaturund ihrer Erhaltung auf der bleibenden Höhe muss zur Her-stellung eines steten Luftwechsels in der Kaminer die kleineThür rechts unten einen Zoll hoch aufgezogen und ebenso obendie Klappe des hinteren Abzugsrohrs ein klein wenig geöffneterhalten werden.

S 12.

Ausserdem muss immer nach Veriiuss von neun Minutendieselbe kleine Thür zur Hälfte in die Höhe gezogen und eineMinute lang so geöffnet erhalten werden, worauf sie für die fol-genden neun Minuten wieder auf die in S 2 angegebene eineneinzölligen Spalt lassende Höhe herabgesenkt wird. Gleichzeitigöffnet man die Klappe des vorderen Abzugsrohrs zur Hälfte,schliesst sie nach einer Minute wieder und hält sie während derfolgenden neun Minuten geschlossen.

§ 13.

Gi'gen das Ende der Dauer der bleibenden Temperaturhöhe(siehe S 9 und 10) wird mit dem Heizen aufgehört, die kleineVentilationsthür, die Klappe des vorderen und hinteren Abzugs-rohrs und das Fenster im Plafond ganz geöffnet. Ist das Thermo-meter auf 80, 70 Grad herabgegangen, so kann auch die Thürallmälig geöffnet werden.

§ 14.

Nach hinreichender Abkühlung im Innern und nach Her-ausnahme der nun desinfizirten Kleider etc. kann man das gleicheVerfahren alsbald mit einer neuen Ladung Kleider und andererunreiner Gegenstände beginnen.

Dr. Tutschek,Feldspital - Dirigent.