Band J.
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1.
III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
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r " ni hohen Pfosten ruhenden, am First etwa 4.? mI n Ziegeldach überdeckt, wurde beiderseits, unter Frei-„■ von Thüren, bis zu Mannshöhe mit Brettern ver-Magen, der obere Raum mit Vorhängen versehen; durchl wände Hess sich das Innere in zwölf Krankensäle theilen,,i.] l( , j e 15 bis 16, im Ganzen 180 bis 200 Betten ent-erten Auf je zwei Krankensäle folgte ein Verschlag'.,i •her einerseits als Wärterzimmer, andererseits als Kloset-,.. mil diente. In der Mitte befand sich das Ordinations-; uier ein Mittelgang führte durch das ganze Gebäude;ler Mitte gegenüber erhob sich eine Operati onsbaracke mitOberlicht, daneben die Administrations-, Wohn- und Depot-Imiacke: etwas entfernter stand das Küchenhaus. Daslazaretli war nicht heizbar, wurde daher bei Beginn desWinters geräumt; es stand unter der Leitung des Professorsv. Bergmann aus Dorpat.
Ausserden eben erwähnten aptirten Baracken wurde„jue sehr grosse xVnzahl der oben angeführten baracken-ähnlichen Lokale bei Reservelazarethen eingerichtet und
benutzt.
Die Art und Weise ihrer Herstellung für Kranken-zwecke besonders zur Benutzung im Winter, geschah imLllgemeinen nach den Direktiven des Preussischen Kriegs-tniiiisteriums. 1 ) In der grösseren Zahl dieser barackenartigenRäume herrschten günstige hygienische Verhältnisse undmüden befriedigende Heilungsresultate erzielt. In manchenFallen erfolgte allerdings die Aptirung in ziemlich primitiverWeise und nicht immer in Uebereinstimmung mit den ärzt-lichen Wünschen, namentlich wenn es sich um schleunigeHerstellung von Nothbaracken zur Unterbringung massen-haft zuströmender Kranker und zur Entlastung überrollterl.nzarethe handelte, während die Jahreszeit ungünstig warund die zu Gebote stehenden Mittel nur die einfachstenVentilation» und Heizungsvorrichtungen in den zu ganzanderen Zwecken bestimmten Räumen gestatteten.
Unter den aptirten Gebäulichkeiten überwogen an Zahlund Fassungsrauni die Trainremisen (Fahrzeughallen, Heer-geräth- und Geschützrohrschuppen etc.); es waren hiervonin Benutzung bei den Reservelazarethen zu Magdeburgsechs mit 1427 Legerstellen, zu Schweidnitz eine mit 120,zu Wesel eine mit 130, zu Bonderburg zwei, zu Kasseleine, zu Würzburg drei mit 290, zu Dresden eine mit300 Betten.
Um ein Bild von der Art und Weise zu geben, inteicher die Aptirung erfolgte, genügt es, einige Beispieleherauszugreifen.
Bei dem im Garnisonlazaretb und mehreren Kasernenetahlirten Reservelazarcth Magdeburg machte diestetig zunehmende Zahl der Truppentlieile und derGefangenendepots eine Vermehrung der Kranken-Unter-kimftsräume durch Errichtung einer grösseren Anzahl vonHilfslazarethen nothwendig. Es fanden hierzu ausser
') Vergl. S. 315.
einigen Zelten die vorhandenen barackenartigen Räume:eine Reitbahn, sechs Remisen und mehrere Mannschaftsba-racken Verwendung. Im November wurde die TrainremiseNo. 1 auf der Esplanade des Fort Schamhorst, ein zwei-stöckiges, aus Steinfachwerk erbautes und mit Ziegeln ge-decktes Gebäude von 78 m Länge und 12.5 m Breite, durch25 Fenster erhellt und ventilirt, zu einem Lazaretli für350 Mann eingerichtet. Die Heizung erfolgte mittels einerLokomobile, von welcher aus Eisenblechröhren von 13 cmDurchmesser den Dampf durch den Krankenraum führten,nachdem derselbe einen grossen eisernen Vorwärmer passirthatte. Die Röhren liefen an den Wänden 30 bis 90 cmüber dem Boden hin. Die mittlere Innentemperatur be-trug hier im Februar 13°, im März 14. 6 ° R.
In gleicher Weise wurde im November der zweistöckigeNutzholzschuppen No. III vor dem Ulrichsthor mit160 Betten bestellt; die hier eingerichtete Dampfheizungdurch eine Lokomobile musste später, weil ungenügend,mit Ofenheizung vertauscht werden.
Bei dem am 28. November ebenfalls in Gebrauchgezogenen Wagenhaus No. 2 mit 397 Betten auf dem FortScharnhorst erzielte dieselbe Dampfheizung im Februareine mittlere Wärme von 12.i° R.
In zwei anderen Lokalen: Wagenhaus No. 7 mit150 Betten und ein vor der hohen Pforte liegender Heer-geräthschuppen mit 70 Betten erhielten Luftheizungmittels Kastenöfen und Thonröhren: beide Gebäudebestanden gleichfalls aus Steinfachwerk und hatten an-gebaute Latrinen; der Schuppen wurde nach aussen mitBrettern verschlagen.
Im Wagenhaus No. 5, hinter einer Kaserne, welchesam 29. Dezember mit 350 Betten belegt ward, erfolgte dieHeizung durch Oefen.
Bei dem Garnisonlazaretb Würzburg erfuhren sogleichnach Beginn des Krieges, da die Räume des Lazarethsund der in der Stadt errichteten Filialspitäler für denAndrang der grossen Zahl Verwundeter und Kranker nichtgenügen konnten, zunächst zwei Geschützhallen undeine Fahrzeugremise in nachstehender Weise eineAptirung zu Zwecken der Krankenpflege:
1) Die Geschützhalle No. 314 im Hofe der altenArtilleriekaserne, eine einfache Bretterremise von 89.3 mLänge, 5.3 m Breite und 3.65 in Höhe, mit Ziegeldach, vielenEinfahrtsthoren, ohne Fenster, ward in keiner Weise baulichverändert, da sie nur vom August bis Oktober fürLeichtkranke benutzt werden sollte; sie diente dazu, dasbenachbarte Garnisonlazaretb zu entlasten und vor Ueber-füllung zu bewahren zu jener Zeit, als die anderen Filial-spitäler noch nicht eingerichtet waren; sie genügte für diegenannten Monate, da man bei Tage durch Oeffnen dervielen Einfahrtsthore Licht und Luft einlassen konnte, wasauch bei Schliessung der Thore sich dadurch ermöglichenliess, dass je die fünfte Reihe Dachplatten in der ganzen
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