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Vit Kapitel: Zelte und Baracken.
bestreuten, 9.5 m breiten Strasse zwischen den Baracken-reihen lag ein schmalspuriger, von der westlich liegendenKüche ausgehender Schienenstrang, auf welchem mittelskleiner Wagen den Baracken die Speisen zugeführt wurden.Oestlich von den Krankenbaracken standen die Operations-baracke und die in vier Reihen angeordneten Zelte; amäussersten Ostende befand sich das Leichenhaus.
Die Krankenbaracken waren 7.8 m von einander ent-fernt, 22.2 m lang, 7.5 m breit; die Wandhöhe betrug2.8 m, die Firsthöhe 5 m. Der Fussboden bestand auseiner 30 cm hohen Schicht reinen, quarzreichen Fluss-sandes, dessen oberste Lage jeden Morgen erneuert wurde.In den Fussboden waren Pfähle mit einer Aushöhlungzur Aufnahme der Bettfüsse eingeschlagen; längs derBetten verlief ein fassbreites Brett. Die Wände bestandenaus eingegrabenen Ständern mit horizontaler, dachziegel-artiger Bretterverschalung; die fünf Glasfenster jeder Längs-wand waren um ihre untere horizontale Achse nach ein-wärts stellbar und innen mit Vorhängen versehen. DasDach war mit Latten benagelt und mit Ziegeln, der durch-laufende Dachreiter mit dachziegelartig liegenden Bretterngedeckt. An jeder Giebelseite befand sich eine Thür, zuwelcher über den die Baracke umgebenden Graben hinwegeine Brücke führte; die Westthür war mit einem Vor-häuschen versehen. Am Ostgiebel schloss sich jederseits ein3.i m langer, 2.8 m breiter abgezweigter Raum an: der süd-liche diente als Wärterzimmer und hatte ein Fenster nachdem Krankenraume; der nördliche enthielt die Klosets(Leibstühle).
Der Luftraum pro Bett betrug 25.8 kbm.
Die Baracken waren nicht für den Wintergebrauchbestimmt; um sie jedoch über den Sommer hinaus nocheinige Zeit benutzen zu können, setzte man im Oktober injede Baracke einen Steinkohlenofen und schloss das Dachgegen den Dachreiter durch stellbare Holzklappen ab.Ende Oktober und Anfang November konnte trotz dieserEinrichtung und ununterbrochener Heizung die Temperaturnicht über 2 bis ti ° R. Morgens, 7 bis 10 ° Mittags gebrachtwerden.
Die nach Art eines Lagers in vier Reihen aufgestelltenrunden Mannschaftszelte mit je einem Bett, welche zu Isolir-zwecken dienten, waren von einem Graben umgeben undbesassen als Ventilationsvorrichtung eine im Dach an-gebrachte, durch einen Deckel gegen Regen geschützteBlechröhre. Das grössere Zelt fasste 6 bis 8 Mann.
In der Magazinbaracke war ein Badekabinet ein-gerichtet; daneben befand sich ein Pumpbrunnen, der aberso schlechtes Wasser lieferte, dass das Trinkwasser fürdas Lazareth mittels Krügen von entfernteren Brunnengeholt werden musste.
Das Lazareth wurde am 22. August belegt und biszum 8. November benutzt, an welchem Tage der Kältewegen die Schliessung stattfand, nachdem der Rest derKranken in das Garnisonlazareth Ludwigsburg geschafft
worden war. Es hatten 275 Mann, meist Schwervonvui 1Aufnahme gefunden, von denen 23 = 8.3 6 pCt. starbe
Von den Baracken wurden sechs nach Ludwimhtranslocirt und dort in einem Garten auf gemauerte -gestellt; durch Ausfüllung der Wandflächen mit Mauedoppelte Verschalung von Fussboden und Dach, Aufstellvon zwei Oefen pro Baracke, Anbringung von Luftkanälunter der Dielenlage und von Luftschachten Hess sich ih-Benutzbarkeit auch für die Wintermonate erreichen so d-sie nun vom Dezember bis zum Frühling erkrankte Kgefangene aufnehmen konnte. Im März kamen noch ZWl .Baracken mit gleicher Einrichtung hinzu.
Zwei Baracken wurden dem Garnisonlazareth Gmüiiiüberwiesen und dort in gleicher Weise für den Wintagebrauch aptirt.
3. Das Barackenspital zu Gmünd,
am Südende des nach S offenen Schiessthaies aufwiege»boden gelegen, bestand aus 25 Baracken von ähnlicherKonstruktion wie die Ludwigsburger Baracken. 12 hattenAsphaltböden, die übrigen einfache Bretterböden. Bei Beeides Winters musste trotz Anbringens von Oefen dies Lazarelwegen unzureichender Erwärmung geräumt werden.
b. Vereinslazarethe.
In Plochingen wurden im Garten des Johanniter-Krankenhauses 2 Baracken zu je 20 Betten errichtet, vonähnlicher Bauart wie die Ludwigsburger und mit gleiehaWintereinrichtung. Dieselben blieben bis 1. Juni 1871belegt.
In Darmstadt wurde ausser dem bei der zweiteGruppe erwähnten') Alice-Hospital und mehreren Kranken-baracken bei Lazarethen der Stadt noch eine griBarackenanlage — zum Theil von der Regierung, zum Theilvon dem Darmstädter Lokalverein zur Pflege im Fverwundeter Krieger und von Privaten — in dem schonen mithohen Bäumen, Gebüschen, Rasenplätzen, schattigen Allee«und Wasserbassins versehenen Bessunger Orangemgarten eingerichtet. Dieselbe (vergl. Tafel LV) bestandausser den drei Orangeriehäusern, in welchen neben den iirztliehen Zimmern, den Verwaltungsbüreaus und der Apothefanoch Raum für zusammen 135 Kranke war, aus neunKrankenbaracken zu je Iß und zwei zu je 24 Betten (zu-sammen also 192 Barackenlagerstellen), einer Küchenbaracke und mehreren kleineren Baracken zu verschiedenenZwecken (Operations-, Leichenhaus, Latrine, WaschkückTrockenhaus, Kohlenschuppen und Wache mit Spritzenhaus
Im August und September kamen 12 Isolirzelte m'f2 Betten hinzu.
>) Vergl. S. 35(i.