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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.

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Die Baracken selbst enthielten nur den langen, durch Fensterreihen erleuchteten Krankensaal, an dessen

i el i Enden in seitlichen Anbauten zwei mit dem Kranken-|« durch einen langen Korridor verbundene Latrinen

treu.Der Mittelbau uinschloss eine grosse, massiv gebaute

Iche mit gewölbtem Keller, zwei Badestuben, zwei Opera-

n-ziunuer, ein Zimmer für Aerzte, ein Speisezimmer für

Pflegerinnen, ein Bureau, eine Yorrathskammer nebst

uem Weisszeugzimmer, und ragte in der Breite beiderseits

edeutend über die Krankensäle vor.

Pie Heizung geschah in verschiedener Weise. Diene Baracke besass Luftheizung in der Weise, dass vorirem freien Giebelende eine massive, gewölbte unter-teile Heizkammer mit hohem Schornstein angebracht

aus welcher Röhren in einen innerhalb der BarackeLenden Heizkasten führten, von wo aus dann die Heiz-Krenleitung durch die ganze Baracke lief. Im Innern[ anderen Baracke standen 6 Oefen. Beide Heizmethodenfcten befriedigende Resultate geliefert.

In dieser ausschliesslich mit Verwundeten, und zwar

lt mit Schwerverwundeten, belegten Station wurden

hrend ihres Bestehens vom 21. August 187U bis zum

Mai 1871 307 Verwundete mit 14 727 Verpflegungs-

pMi behandelt; es starben im Ganzen 15 Mann.

In Berlin wurde beim I. Vereinslazareth in der^klainerstrasse No. 29') eine Baracke ähnlicher Kon-ktion, wie die früher beschriebenen, benutzt, welchelang, (5.9 m breit, im Mittel 3,7 m hoch war undBelegung von 25 Betten 37 cbm Luftraum für denfoii!' bot. Die Heizung geschah mittels eiserner Stein-Bhleiiöfen und wird als genügend bezeichnet. Die BarackeKml vom 12. August 1870 bis 13. März 1871 im Gebrauch.

IEine in Alirensburg bei Altona vom dortigen Frauen-jreiu in Gemeinschaft mit dem Grafen Schinimelmaungestellte Baracke ging im Oktober in Besitz und Leitungl Johanniter-Ordens über; dieselbe war dem Reserve-fari'th Oldesloe attachirt.Die Baracke, zu 25 Betten eingerichtet, lag auf einerBhölic in freiem Felde, etwa 1000 Schritt von den nächstenolinungen entfernt. Sie stand mit der Längsrichtung0W auf 94 cm hohen gemauerten Pfeilern, hattezenie Wände, hölzernes mit Pappe gedecktes Dach undßu durchlaufenden Dachreiter.An den Längswänden befanden sich zahlreiche, 6.2 cmeinander entfernte, im Ganzen 78 bis 94 qm haltendeBister, welche, in der Mitte horizontal in zwei Felderheilt, durch eiserne Stangen beliebig weit geöffnet werdennuten. Am Ostende führte eine Freitreppe zu einerBeneii, mit Möbeln versehenen Vorhalle; von da gelangte^n durch eine Flügelthür in den Krankensaal mit

') Vergl. S. 345, Anmerkung 1.

25 Betten; am Westende waren zwei Räume für Uten-silien und Wärter abgetrennt, zwischen welchen eine Thürmit Treppe ins Freie führte. Aus dem südlichen dieserRäume gelangte man zu einer Treppe und einem Gange,an dessen Ende sich auf der einen Seite vier Klosets mitEimern, auf der anderen ein (oben offenes) Pissoir befanden.

Eine kleine Baracke mit Küche, Waschraum undWohnungen der Diakonissen, sowie ein Brennmaterialien-schuppen waren in einiger Entfernung von der Barackeerrichtet.

Die Baracke blieb vom 22. August bis zum 16. Juni1871 in Gebrauch. In dieser Zeit wurden 64 Mann mit4808 Verpflegungstagen behandelt. Todesfälle sind nichtvorgekommen.

Zwei ähnlich konstruirte Baracken zu je 20 Bettenhatte der Lokalverein zu Kiel im Hinblick auf dieMöglichkeit eines feindlichen Landungsversuchs an denUfern der Kieler Bucht errichtet, ohne jedoch Verwendungfür dieselben zu finden.

In Wiesbaden wurden Anfang September dem Reserve-lazareth zwei vom dortigen Kreisvereine erbaute und ver-waltete Krankenbaracken zu je 32 Betten nebst einerKüchen- und Verwaltungsbaracke attachirt.

Die Baracken lagen südlich der Stadt, östlich nebender Chaussee nach Biebrich, mit der Längsrichtung vonNS; sie waren von ähnlicher Bauart, wie die zuletzt be-schriebenen, besassen jedoch keine Vorhalle; der Fnssbodenhatte zwischen den Fächern einen Lehmestrich, über welchemdie Dielen auf einer Sandunterlage ruhten.

Die Wintereinrichtungen bestanden in Ausmauerungder Wandfächer mit Backsteinen, Verschluss des unter derBaracke liegenden Raumes und Anbringung zweier Stein-kohlen -Füllöfen sowie eines Koaks-Füllofens in jeder Ba-racke. Das Lazareth war mit laufendem Wasser versehen.Baracke I diente zunächst Verwundeten, Baracke IIKranken, speziell Typhösen, zur Unterkunft.

Am 18. September wurde das Lazareth eröffnet undBaracke II mit 22 Typhuskrankeii, am 26. SeptemberBaracke 1 mit 22 Schwerverwundeten belegt.

Da inzwischen die Pockenkrankheit in Wiesbadennicht unbeträchtlich um sich gegriffen hatte und die Ein-richtung eines eigenen Lazareths erforderte, so wurden am15. Januar 1871 beide Baracken von Seiten des Vereinsder Stadt als städtisches Pockenlazareth um den Preis von3500 Thlr. überlassen.

Bis dahin waren im Ganzen 114 Mann mit 3527 Ver-pflegungstagen behandelt worden. Die Baukosten derBaracken hatten einschliesslich der inneren Einrichtung9157 Thlr. 22 Sgr. 3 Pf. betragen.

In Braunschweig errichtete das Vereinslazareth imGarten des vor dem Augustthore gelegenen Krankenhausesdes vaterländischen Frauenvereins eine im Ganzen der