j vm."\ j^-i'-^i- ^m
III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
347
Klosets, von gleicher Einrichtung wie die oben
befanden sich in einem seitlichen, durch
Diex-hriebenen,
Gang mit dem Krankenraum verbundenen Anbau.
Die wesentlichsten Konstruktionsunterschiede der ein-. k ran kenbaracken bestanden darin, dass die BarackenLg 15 und 26 bis 29 einfache Pussböden, Wände
Dächer besassen — die "Wände gespundet —, während
den Baracken 16 bis 25 sowohl Fussböden, als auchnde und Dächer aus doppelter Bretterverschalung be-iden — Wände und Dächer gespundet. Die Fussböden deracken 10 bis 15 ruhten auf Holzpfählen, die aller übrigenf Mauerpfeilern.
Pas Verwaltungsgebäude war zweistöckig und enthielt13 Zimmern die Bureaus, Depots, Wohnungen für Aerzte
dergleichen.
Die grosse, gemeinsame, massiv gebaute Küche war mitein 1000 Quart Wasser haltenden eisernen Cylinder ver-L welcher an der Aussenwand des Gebäudes einenahn besass. Aus diesem Cylinder konnten sämmtlicheacken mit warmem Wasser versorgt werden.
Innerhalb des Lazareths standen bis zum Oktober alsifenthaltsort für Rekonvaleszenten 2 Zelte zu 8 und[Betten aufgeschlagen, welche der Hamburger Magistrati Erfurt und London bezogen hatte. Das Erfurter Zelt,>360 Thlr., war das geräumigere, das Englische, für) Thlr., dagegen von besserem Material und dauerhaftererInstruktion.
Pas Barackenlazareth wurde am 22. August eröffnetI zuerst vorwiegend mit Verwundeten, später mit Krankenlegt.
Im Oktober und November fand die Einrichtung deracken für den Wintergebrauch in nachstehender Weiseitt.
Bei den Altonaer Baracken No. 5 bis 9 benageltedie Aussenseite der Wände und Thüren in einemitande von 1.9 cm von den Brettern mit Dachpappe,■schloss den Sockelraum ringsum mit einer hier und daich 5.3 cm starkes Thonrohr unterbrochenen Erdschüttung,«ah die Dachreiteröffhungen mit Zugvorrichtungen undfcppen, sperrte den Korridor durch eine selbstthätig■essende, mit Drillich überzogene Rahmenthür, versah
nach Süden führende grosse Flügelthor mit einem in-en Windfange, der gleichfalls in einem mit DrillichErzogenen Rahmen bestand, und stellte in jeder Barackeeiserne Füllöfen nach Schuldt'schem System auf (78 cmpe viereckige Oefen mit eisernem Mantel, in welchenunten her die kalte Luft eintritt; die Rauchrohre^gen erst in die Höhe und verlaufen dann horizontal' Mitte, wo sie gemeinsam in einem unten offenen Venti-fionsrohr zum Dach hinausgehen).
Die Altonaer Privatbaracken und die Hamburgerracken erhielten den gleichen Sockelverschluss mit jeei verschliessbaren Ventilationsöffnungen an den Stirn-iten. Die Eingänge wurden mit Windfängen, die Dach-
reiteröffnungen mit verschliessbaren Klappen, die Fenstermit verschiebbaren Strohläden versehen und eines um dasandere mit Matten und Sackleinewand übernagelt.
In den Privatbaracken verschalte man die Verandenund die offenen Gänge mit Brettern.
In den Hamburger Baracken 10 bis 15 wurden dieWände mit Torf aufgesetzt und innen mit Schilfmattenbekleidet; die Baracken 26 bis 29 erhielten eine zweiteinnere Bretterverkleidung. Die Heizung geschah theilsmittels der oben beschriebenen Füllöfen, theils mittels ge-mauerter Kachelöfen.
Nach Leisrink beträgt die Gesammtsumme der in denBaracken Behandelten bis zum Schluss der Lazarethe(30. Juni 1871) 5021 A r erwundete und Kranke mit 57= I.13 pCt. Todesfällen.
Wundinfektions-Krankheiten traten nie in nennens-werther Zahl, namentlich niemals in epidemischer Ver-breitung auf.
Die Baukosten beliefen sich für die sechs vom Staateerbauten Altonaer Baracken auf 10 810 Thlr. 7 Sgr. 8 Pf.;für die drei Altonaer Privatbaracken auf 3069 Thlr. 18 Sgr.;die Hamburger Baracken wurden von der freien StadtHamburg auf eigene Kosten errichtet.
3. Barackenanlage zu Wesel.
Behufs Vergrösserung des Reserve-(Garnison-)Lazarethsauf der Esplanade der Festung Wesel ward ein Baracken-komplex errichtet, welcher bei seiner im September er-folgten Belegung aus 12 kleineren Baracken zu je 12 Betten,einer Baracke zu 20 und einer zu 36 Betten bestand. Der-selbe ist bis zur Fertigstellung der Gefangenenlazarethe haupt-sächlich mit erkrankten Kriegsgefangenen belegt worden.
Die Baracken entsprachen im Allgemeinen der kriegs-ministeriellen Vorschrift; sie besassen erhöhten Fussböden,Bretterwände, Bretterdach mit Dachreitern, je zwei abge-trennte Wärterräume und angebaute Latrinen. Die Längeder Baracke zu 36 Betten betrug 30.7 m, ihre Breite 6.6 m.Für den Winter wurden die Bretterwände und Dächer ver-doppelt und erhielten eine Bekleidung mit Dachpappe.Die Dachreiter wurden zugenagelt, dagegen jedes Fenstermit einer Doppelscheibe versehen, welche bei der äussernScheibe oben, bei der innern unten einen freien Raumoffen Hess, so dass die Luft von aussen eintreten konnte,ohne Zug zu erzeugen. Die Heizung geschah durch eiserneSäulen- undRegulir-Füllöfen; letztere bewährten sich weniger,wurden daher später ebenfalls durch Säulenöfen ersetzt.
Als Nebengebäude befanden sich bei dem Lazaretheine Koch-, eine Bade-, eine Theeküche und ein Leichen-haus. Das Trinkwasser wurde durch einen AmerikanischenBrunnen beschafft.
Im Dezember kam noch eine w r eitere, gleich für denWintergebrauch eingerichtete Baracke zu 40 Betten hinzu,
44*