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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
346
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Terrain ein geräumiger Platz dicht an der Verbindungs-bahn Hamburg-Altona gewählt, welcher, frei und etwaserhöht gelegen, leicht an die vorhandenen Wasser- undGasleitungen anzuschliessen war. Auf diesem Platze liessin den ersten Tagen des August eine hochherzige Patriotin,Frau Btatsrath Donner, auf eigene Kosten 3 Baracken zu je24 Betten errichten und schenkte sie dem Altonaer Lokal-verein, welcher dieselben dem zu gründenden Beserve-lazareth zur Verfügung stellte. Im Anschluss daran wurdenauf dem gleichen Platze für Staatsrechnung 6 weitere Barackenerbaut, von welchen eine 24, die fünf anderen je 30 Bettenerhielten, so dass das Beserve-Barackenlazareth Altona über246 Betten gebot.

Für Hamburg betrug das Gesammtbedürfniss 1000 Betten.Nachdem von dem Architekten Stammann bereits der Planzu einem auf Hamburger Gebiet zu errichtenden Baracken-lazareth in dieser Grösse ausgearbeitet worden war, zwangdas frühzeitige Eintreffen der ersten Verwundetenzüge zurAufstellung von 700 Betten in vorhandenen Gebäuden. BehufsDeckung des weiteren Bedarfes beschloss man den Baueines Komplexes von 20 Baracken zu je 25 bis 30 Betten nebstnothwendigen Nebengebäuden im Anschluss an das AltonaerLazareth unter der Bezeichnung: Beserve-BarackenlazarethHamburg. Der Bau begann am 11. August; am 26. Augustwurden die sechs ersten fertigen Baracken übergeben, derBest folgte allmälig bis zum 5. Oktober.

Da die Stadt Hamburg nunmehr über 500 bis 600 Lager-stellen in Baracken verfügte, so war es ihr möglich, einigeder in der Stadt zu Lazarethen benutzten, minder zweck-mässigen Gebäude zu räumen.

Das gesainmte Barackenlazareth, welches nun aus29 Kraukenbaracken mit 846 Betten, einem HamburgerVerwaltungsgebäude (die Altonaer Verwaltungsräume be-fanden sich in einem nahe gelegenen Hause), einer Küchen-baracke, einem Eishause, einem Holz- und Kohlenhause,einem Waschhause und einem Leichenhause bestand, zeigtedie Grundform eines sehr spitzwinkligen Dreiecks, dessennach WNW gewandte Spitze, dicht an der Verbindungs-bahn liegend, das Hamburger Verwaltungsgebäude bildete.Den südlichen Schenkel nahmen 12 mit der Längsrichtungvon WSW nach ONO liegende Hamburger Baracken(No. XVIII bis XXIX) ein, deren Abstand von einanderetwa 6 m, die Uebergreifung der einen gegen die nächst-folgende 6.3 bis 7.5 m betrug. Den nördlichen Schenkelbildeten zunächst 8 von NW nach SO liegende HamburgerBaracken (No. X bis XVII), auf welche dann nach einemfreien Zwischenraum 4 Altonaer Baracken (No. 1 bis 4, diesogenanntePrivatgruppe") als Abschluss dieses Schenkelsfolgten; die vier Altonaer Baracken standen parallel zu ein-ander, von N nach S, mit den Stirnen in gleicher Höheund je 10.3 m von einander entfernt. Die fünf übrigenAltonaer Baracken (No. 5 bis 9) erhoben sich im Innerndes Dreiecks, nahe der Basis, unter sich parallel und

etwa je 9.5 m von einander entfernt. Die Küche 1sich ungefähr in der Mitte des Dreiecks.

Das Lazareth war mit Wasser- und Gasleituusehen; Entwässerungsgräben verliefen an der Aus*der Schenkel, an der Innenseite der letzteren fjU«Verbindungsweg entlang.

Nach Bauart und Grösse unterschieden sich soeinzelnen Baugruppen, als auch einige Barackenderselben Gruppe von einander.

1) Die Altonaer Baracken No. 1 bis 4 (Privat:,genannt, obgleich nur drei davon aus Privatmittel] Iwaren) hatten eine Länge von 28.8 m, eine Breit)7.5 m; die Höhe von der Erde bis zum First desreiters betrug 6 m. Der einfache Bretterfussboden nauf etwa 47 cm hohen gemauerten Sockeln; die;wände, welche im Südende eine 4.7 m lange VeraiHessen, waren im unteren Theile mit horizontalen ]verschalt; der obere Theil bestand aus zwei übereinliegenden Beihen dicht an einander gestellterwelche sich um ihre obere horizontale Kante nachöffnen Hessen. Das aus einfachen gespundeten Bingefertigte Dach war aussen mit Dachpappe benagelttrug einen über den ganzen Krankenraum sich erstrden Dachreiter. Der 21.3* m lange, von der amEnde befindlichen 4.7 m langen Veranda durch eine ]wand getrennte Krankensaal, dessen Giebeldreieck|gelassen und durch Leinewand geschlossen war.quemen Baum zur Aufstellung von 24 Krankenbetteigewährte etwa 30.9 cbm Luftraum für jedes Bett.

Am nördlichen Ende schlössen sich an den '.saal zwei, durch einen ins Freie führenden KorridJtrennte Bäume, welche als Wärter- und Badezimmer (litjein seitlich abgehender offener Gang stellte die Ve:mit dem Krankenraum der Nachbarbaracke her; ,Mitte dieses Ganges befanden sich die Klosets, deralaussen einzuschiebende Kübel und Tonnen täglich eilund desinfizirt wurden.

2) Die Altonaer Baracken No. 5 bis 9 waren iiaulkriegsministeriellen Vorschrift erbaut, bedürfen daher fcBeschreibung.

3) Die 20 Baracken des Beservelazareths Haientsprachen in ihren Dimensionen vollständig, injBauart grösstentheils den soeben beschriebenen AliJPrivatbaracken. Nur wurde die auch hier urspiiprojektirt gewesene Veranda nachträglich abgeaaussen verschalt, mit Fenstern versehen, und inschnitte getheilt, von denen der eine mit dem Kiaräume vereinigt, während aus dem andeien, 4.7 mlund 2.6 m breiten Theile ein WärterinnenzimmerUtensilieiikammer hergestellt wurde. Die Zahl der 1Krankensaal stieg somit auf 30, einschliesslich ein ^Jbett, bei einem Luftquantum von 800 Kubikfussübrigens waren fast nie sämmtliche Betten gleickjbelegt.