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III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
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In geringerem Maassstabe fand Barackenbehandlung
dem
Reservelazareth No. I zu Kassel statt. Bei diesem
reth welches die Räume des Garnisonlazareths und der©schule nebst einigen Nebengebäuden (Reitbahn etc.)i waren drei nach kriegsministerieller Vorschrifte Baracken zu je 30 Lagerstellen im Gebrauch. Zweistanden im Hofe der Kriegsschule, die dritte, welcheTgolirung von Pockenkranken diente, im Garten desnisonlazareths, woselbst während des August und Sep-Lber auch sieben Zelte für Typhuskranke und Pyämischegeschlagen waren (zwei Zelte mit zwei, zwei mit drei,Ei mit vier und eines mit acht Lagerstellen).Pie Wintereinriehtungen, sowie die Baukosten ent-dien den Verhältnissen bei dem Reservelazareth ILDie Auflösung des Lazareths erfolgte im April 1871.
4. Barackenlazareth zu Meiningen.
(Vergl. Tafel XXXV, Fig. 5-7.)
In Meiningen wurde zur Erweiterung des Reserve-aretlis auf dem Exerzirplatze am Werra-Ufer ein Baracken-sreth errichtet, welches aus fünf Krankenbaracken zu jeiBetten, einer Wandelbahn, einer Kochküche, einer Wasch-iche, einem Baderaum und einem Wäschetrockenraum(gtaml, und mit Quellwasser versehen war.
Die Krankenbaracken entsprachen nach Grösse, Bauart
Einrichtung der kriegsministeriellen Verordnung mit
Abweichung, dass sie mit dem einen Giebeleude reckt-nklig auf eine, die Baracken verbindende, 5 m breite,deckte, an den Seiten offene Wandelbahn stiessen.
Für den Winter erhielten die Wände eine zweite Ver-hahmg und wurden aussen mit Dachpappe belegt. Vor
Flügelthor am Giebel und vor den Fenstern wurdenrohmatten angebracht. Der Unterraum bekam eine Erd-ischüttung mit Freilassung von Ventilationsöffnungen; diechreiteröffnungen wurden durch stellbare hölzerne KlappenIrschlossen. Jede Baracke erhielt drei eiserne Füllöfen
verlängerten Rauchrohren. Das Etablissement wurdekfang September belegt und blieb auch nach der am
April erfolgten Schliessung des Reservelazareths nochzum 28. Juni im Gebrauch. Nachdem schon im Laufe
Dezember drei Baracken wegen drohender Ueber-fcremmungsgefahr vorübergehend hatten geräumt werden6ssen, kam das Lazareth bei einem am 28. Juni plötzlichmietenden, ungewöhnlich starken Hochwasser in dringendeloth; eine Baracke wurde weggeschwemmt, eine zweitengerissen; die Insassen konnten gerettet werden, ohnees sie Schaden nahmen.
Die Baukosten hatten 7619 Thlr. 11 Pf. betragen.
5. Barackenlazareth zu Lübeck.
In Lübeck wurde auf Kosten der Stadt, V* Stundelor dem Holstenthor auf dem früheren Exerzirplatze, im
August 1870 ein Barackenlazareth, bestehend aus neun derkriegsministeriellen Vorschrift entsprechenden Kranken-baracken zu je 30 Betten, einer Küchen-, einer Verwaltungs-baracke nebst einem Brunnen errichtet und dem Reserve-lazareth überwiesen.
Fünf Baracken wurden im November, die vier anderenim Dezember zur Ueberwinterung eingerichtet, indem Wändeund Dächer eine zweite, innere Bretterverschalung, derZwischenraum der Wände eine Ausfüllung mit Lohe, dieDachreiteröffnungen stellbare Holzklappen, die ThürenWindfänge erhielten. Von zwei Koaksfüllöfen in jederBaracke zogen die Rauchrohre in Ventilationsschachtendurch den mittleren Dachreiter in die Höhe.
Das Lazareth war vom 30. August 1870 bis MitteJuni 1871 belegt.
6. Einzelne Baracken.
Zu Kottbus wurden bei dem Reservelazareth im Sep-tember 1870 südlich der Stadt auf massiger Anhöhe, in derNähe des Centralgefängnisses, zwei vorschriftsmässigeBaracken zu je 30 Betten erbaut.
Dieselben standen in der Richtung von Ost nach West,mit dem Haupteingang von West.
Am 7. Oktober mit 60 Kranken belegt, mussten dieBaracken bereits am 25. Oktober der rauhen Stürme wegenwieder geräumt werden. Während des November und De-zember richtete man dieselben in der Weise für den Winter-gebrauch ein, dass die Seitenwände und das Dach einedoppelte Verschalung, ohne Ausfüllung des Zwischenraums,die ganze Innenfläche eine Bekleidung mit Segeltuch undTapeten, die Dachreiter einen luftdichten Verschluss er-hielten. Zugleich wurden in jeder Baracke zwei eiserneKanonenöfen mit Mänteln angebracht, in deren Mantel-raum von unten her durch blecherne Kanäle Luft ein-strömte, während die Rauchrohre, welche nach recht-winkliger Biegung die Baracke in grosser Ausdehnungdurchzogen, schliesslich durch acht blecherne, unten offeneVentilationsschachte hindurchliefen und über dem Dachmündeten. Die Fenster erhielten Strohvorhänge.
Die Wiederbelegung der Baracken begann am 18. Februarund währte bis zu der am 18. Juli erfolgten Schliessungdes Lazareths. Die durchschnittliche Belegung betrug39 Mann, die Gesammtzahl der Behandlungstage 4351.
Die Baukosten der beiden Baracken beliefen sich auf2823 Thlr. 6 Sgr. 2 Pf.
Eine probemässige Baracke zu 30 Betten wurde aufStaatskosten bei der Provinzial - Irrenanstalt '/* Stundewestlich Halle errichtet und vom 9. September 1870bis 15. September 1871 belegt (4831 Behandlungstage).
In Siegburg Hess Kommerzienrath Rollfs für dasReservelazareth eine der Vorschrift entsprechende Barackezu 30 Betten mit vollständiger Ausstattung auf dem Zeug-haushofe herstellen und zur Winterbenutzung einrichten.
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