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II. Abschnitt: Einrichtung' und Ausstattung der Sanitätszüire. — Dienstbetrieb auf denselben.
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rrobmaschiges Gurtnetz ausgespannt war. Bei längererBelastung der Tragen gaben jedoch die Gurte öfters nach,,,;„ [Jebelstand, welcher durch Nachziehen nur ungenügendtnsgeglichen werden konnte. Auch die Aufhängung dieserI Liren unterschied sich wesentlich von- der für die Sanitäts-kge 1 bis IX beschriebenen Methode. Die Bahren hingennicht in Gummi- und Lederringen oder in stählernenfederapparaten, sondern in Tauen, welche an stählernenfedern befestigt waren. In die Deckbalken des Wagenseingeschraubte Haken trugen diese Federn sanimt den daranEngenden Bahren (System Meyer). Die Elasticität dieserStahlfedern war jedoch häufig eine ungleichmässige, soLgg vielfach besonders die mit Knochenfrakturen Be-hafteten sich über eine zu grosse Nachgiebigkeit der Federnund dadurch verursachte Erschütterungen beklagt haben,ein Umstand, welcher zu häufigen Umbettungen der Krankenführte.
Erschien die Suspension in Tauen auch geeignet, dieenkreehten Stösse des Wagens zu brechen, so standendiesem Vortheile doch erhebliche Nachtheile gegenüber,isofern die Taue bei Belastung der Bahre sich bald starkdehnten, so dass öfters die unteren Bahren auf dem Wagen-oden ruhten, und insofern die Taue überhaupt die Längs-und Quererschütterungen des Wagens den Verwundeten inInpfindlicher Weise mittheilten. Liess sich auch gegenen eisten Umstand durch Knotung der Taue und gegendie Querstösse des Wagens durch Einschieben von Roll-kissen zwischen Bahren und Wagenwand hier und da Ab-hilfe schaffen, so blieb doch für manchen Kranken und Ver-landeten die Erschütterung auf die Dauer unerträglichnd rief Empfindungen hervor, die sich zuweilen bis zumlefnhl der Seekrankheit steigerten.
Eiuigermaassen konnten die Erschütterungen, welchevorzugsweise in der zu starken Konstruktion der Wagen-edern gegenüber der nur geringen Belastung des Wagenshre Erklärung fanden, dadurch gemildert werden, dass, wielin und wieder geschah, einzelne Blätter aus den Wagen-edern herausgenommen oder „todtgelegt" wurden.
Die Berichterstatter haben die Wahrnehmung ge-lacht, dass es bei den in dieser Weise beförderten Ver-eideten zu Reizung der Wunden durch Verschiebung derraiuröhren und zu Eitersenkungen gekommen sei.
Der Heizung des Hannoverschen KrankenwagensBeute ein in der Mitte des Innenraums stehender, mit einemBlechschirm umgebener, eiserner Ofen, dessen Abzugsrohrerhalb des Wagendaches mündete. Der Ofen entbehrtener Ausfütterung, heizte daher sehr rasch, erkaltete aberIch sehr bald, so dass das Feuer ohne Unterbrechungnterhalten werden musste. Trotzdem liess sich einefcichmässige Erwärmung des Wagens nicht erzielen. DieVärmeabgabe an die kalten Wagenwände scheint öfters
Entstehen von Erkältungskrankheiten (Rheumatismus,ngiua u. s. w.) geführt zu haben.
Die Ventilation in den Wagen war eine ungenügende.Einerseits war die Belegungszahl für den kleinen Wagen-raum eine verhältnissmässig grosse, andererseits gestattetedie Vertheilung der Lagerstätten im Wagen nur ein Offen-halten der von der Windseite abgewandten Seitenthür.Gegen zu starken Zugwind suchte man sich durch Vor-ziehen der hinter den Thüren angebrachten Drillichvorhängezu schützen. Die kleinen Fenster in den SeitenwindenHessen sich wegen der Nähe der oberen Bahren zu Venti-lationszwecken nicht verwenden.
Die Beleuchtung erfolgte durch zwei Handlaternen.Die innere Ausrüstung entsprach im Uebrigen derjenigender Sanitätszüge 1 bis IX. Zu bemerken ist nur, dass zujedem Wagen ein Nachtstuhl mit Deckel und Wasser-verschluss, sowie ein als Trittleiter zu verwendender Stuhlgehörte.
Die Krankenwagen der aus Güterwagen her-gestellten Preussischen Zügewaren, entsprechend den Bestimmungen der Instruktion vom29. April 1869, mit Grund'schen Blattfedern 1 ) versehen undenthielten 6 Tragen, in jeder Wagenhälfte drei der Längenach nebeneinander aufgestellt, welche auf den in Feder-gabeln eingelassenen Querbäumen ruhten. Der Raumzwischen beiden Reihen von Tragen und zwischen denbeiden seitlichen Wagenschiebethüren diente dem Wärter,der bei Nacht sich auch sein Lager daselbst zurecht machenkonnte, zum Aufenthalt. Dieser Raum enthielt zugleichdie übrige Geräthausstattung des nicht heizbaren und nurdurch kleine Fenster in den Wänden sowie durch dieThüren ventilirten Wagens.
Krankenwagen der Bayerischen Spitalzüge
No. 1 bis IV.
(Siehe Tafel XX und XXI.)
Die Bayerischen Spitalzüge waren kombinirte Eisen-bahnzüge, w r elche nicht nur Schwerkranke und Schwerver-wundete in liegender, sondern auch Rekonvaleszenten,Leichtkranke und Leichtverwundete in sitzender Stellungbefördern sollten. Demnach sind hier zwei Arten vonKrankenwagen zu unterscheiden.
Im Gegensatz zu den übrigen Deutschen Sanitätszügenlagen in den Bayerischen Spitalzügen die Kranken undVerwundeten nicht in suspendirten Tragen sondern inBetten, welche auf dem Boden des Wagens auf stählernenBlattfedern (nach Grund'schem System) ruhten. DieFedern waren so stark gearbeitet, dass sie sich bei einerBelastung von 1000 Pfund nur um 25 mm senkten. Aufder Höhe ihrer Convexität trugen sie eine rechtwinkeligaufsitzende und zur Aufnahme des Stützbrettes der Bett-stelle dienende Gabel. Solcher Federn waren 8 Stücklängs der Seiten wände, und zwar je vier nahe den Ecken,
*) Vergl. S. 265.