Band L
IX. Abschnitt: Südwestlicher Kriegsschauplatz.
211
Von den Verwundeten wurden gegen 300 nach Le Monte«bracht, während die Leichtverletzten sich zu Puss nachgenüg begeben mussten.
Koch grösser war anfänglich die Anhäufung von Ver-wundeten in dein nur wenige /Minuten von der Feuerlinieentfernten Orte Beaumont, wo seit Beginn der Schlachteinige Truppenärzte Beistand leisteten, bis Nachmittagsl l'lir auch der 1. Zug der 4. Sanitäts-Kompagnie eintraf.Die meisten Verwundeten waren in einem schlossähnlichen,»eräumigen Gebäude und dessen Nebenräumen unter-gebracht, doch mussten nach und nach fast alle diejenigenHäuser belegt werden, welche durch ihre Lage einigenSchutz zu bieten schienen, da der Ort den ganzen Tagüber dem feindlichen Feuer stark ausgesetzt blieb.
Am 2. Gefechtstage, dem 9. Dezember, verharrte die4. Sanitäts-Kompagnie auf den Verbandplätzen, welche sieschon am 8. innegehabt hatte, nämlich in Grand Chatreund mit dem 1. Zuge in Beaumont. Die sämmtlichen ver-wundeten Offiziere vom 8. Dezember wurden in der Frühedes 9. nach Orleans gebracht.
Die 1. Sanitäts-Kompagnie hatte am Morgen des9. Dezember noch gegen 150 Verwundete auf ihremVerbandplatze in Le Monts, welche mit dem nöthigenWartepersonale zurückgelassen wurden, als die Kompagnienach Beaumont vorrückte, wo sie mit dem 1. Zuge der4. Sanitäts-Kompagnie zusammentraf.
Der 1. Zug der 1. Sanitäts-Kompagnie brachte beiTagesanbruch alle in Petit Chatre noch anwesendenVerwundeten mit Ausnahme von sechs schwerverwundetenFranzosen 1 ) nach Le Monts und begab sich dann nachdem Weiler Grand Billy, um für die 1. Division, derenTruppenärzte am Morgen des 9. meist noch in GrandChatre und Beaumont beschäftigt waren, einen Hilfsplatzzu errichten. Der Weiler Grand Billy bot verhältnissmässiggute Unterkunft, daher im Verlaufe des Nachmittags auchdiejenigen Verwundeten, welche noch in den weiter nachvom liegenden Ortschaften lagen, hierher gebracht wurden.Am 10. Dezember früh ging dieser Zug nach Beaumontzurück, weil ein kräftiger Vorstoss der Franzosen gegen dasdem Hilfsplatze nahe liegende Cravant zu erwarten war. Danur ein Transportwagen zur Verfügung stand, mussten12 Sckwerverwundete auf Tragbahren und theilweise aufvon Sanitätssoldaten gezogenen Bauernfuhrwerken nachBeaumont mitgenommen werden. Die übrigen Theile derbeiden Sanitäts-Kompagnien verblieben auf ihren Verband-plätzen in Grand Chatre und Beaumont, welche bereitsprovisorische Lazarethe darstellten; ihre Thätigkeit bestandhauptsächlich in der Verpflegung und der Bückbeförderung
') In der Nacht vom 9. zum 10. Dezember ging die Halle, inwelcher verwundete Franzosen mit gesunden Deutschen Mannschaftenuntergebracht waren, in Flammen auf. Selbst die Gesunden konntensich nur mit Mühe retten. Von den verwundeten Franzosen gelanges nur Einem, mit einem Gypsverband am Unterschenkel, heraus-zukriechen.
der Verwundeten. Letztere wurde von den beiden Haupt-verbandplätzen, sowie von Le Monts aus ununterbrochenfortgesetzt und erfolgte anfänglich nach Orleans, vom 11. De-zember an aber auch nach Meuug, wo an diesem'Tage dasBayerische Aufnahms-Feldspital No. 11 eingetroffen war.
Am 11. Dezember konnte die Sanitäts-Kompagnie,nachdem sie noch einen Zug zur Absuchung der benach-barten verlassenen Ortschaften entsendet hatte, dem Armee-korps nach Orleans folgen. Dasselbe war am 13. Dezemberbei der 4. Sanitäts-Kompagnie der Fall, welche in ihrenFahrzeugen alle noch vorhandenen Verwundeten mit sichführte und an das Aufnahms-Feldspital in Meung ablieferte.
Preussischerseits errichtete das 2. SanitätsdetachementIX. Armeekorps einen Verbandplatz im Centrum derGefechtslinie bei Messas, das 2. SanitätsdetachementXL Armeekorps einen solchen auf dem rechten Flügel inBeaumont und das Sanitätsdetachement der 25. (Gross-herzoglich Hessischen) Division auf dem linken Flügel beiMaulnes. Letzterer Verbandplatz wurde am 9. Dezemberbei dem weiteren Vorrücken des IX. Armeekorps auf demlinken Loire-Ufer nach St. Die verlegt; auf dem rechtenLoire-Ufer bei dem Eingreifen des X. Armeekorps in derBichtung auf Beaugency und während des hierbei statt-findenden Gefechts bei Cravant errichtete das 3. Sanitäts-detachement X. Armeekorps einen Verbandplatz bei Billy.
Im Allgemeinen wurden die Verwundeten der Gefechts-tage des 8. bis 10. Dezember alsbald nach Meung undOrleans übergeführt. Auf dem Gefechtsfelde selbst wirktezunächst lediglich das 1. Feldlazareth XL Armeekorps,demnächst aber in Beaugency das 8. III. Armeekorps.
Das 1. Feldlazareth XL Armeekorps übernahm in derisolirt gelegenen Ferme Ourcieres (zwischen Launay undThorigny) am Abend des 8. Dezember 78 Verwundete von dem2. Sanitätsdetachement XL Armeekorps. Bis zum Abend des9. Dezember wuchs die Zahl der Verwundeten auf 300 an.
Wegen der dortigen ungünstigen Umstände wurden dieVerwundeten schleunigst nach Orleans übergeführt. Bis17. Dezember, dem Endtage seiner Thätigkeit, hat das Lazareth14 Mann (einschliesslich 12 Verwundete) durch Tod verloren.
Das 8. Feldlazareth III. Armeekorps behandelte inBeaugency 77 Mann (u. a. 63 Verwundete), die es aus-schliesslich eines mit Tode geendeten Verwundeten bis 20. De-zember an rückwärtige Lazarethe abgab.
Die Verluste in der Schlacht bei Beaugency—Cravantam 8., 9. und 10. Dezember betrugen nach Anlage 106 desGeneralstabswerkes:
todt oder in Folge Ver-wundung gestorbenverwundet ....vermisst.....
57 Offiziere, 521 Mann,96 „ 1937 „
5 779 „
158 Offiziere, 3237 Mann,Summe 3395.Den ersten Beistand leisteten sechs Sanitätsdetachementsund zwei Feldlazarethe zusammen mit 52 Aerzten, so dassauf je einen Arzt durchschnittlich 65 Deutsche Verwundeteentfielen.
27*