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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachemeuts, Feld- etc. Lazarethe.
Band
ungeeigneten Kaserne, die in Folge dessen auch baldmöglichstgeräumt wurde, günstige hygienische Verhältnisse boten. InSumma behandelte das Lazareth in Puiseaux 434 Mann. DieVerpflegung wurde tbeils durch Ankäufe, theils durch Requi-sitionen, theils durch Beiträge der freiwilligen Krankenpflegeaus den Depots zu Corbeil und Pithiviers sichergestellt. Nach-dem seit dem 8. Januar Krankentransporte nach Corbeil zuWagen hatten stattfinden können, wurde noch in demselbenMonat die Eisenbahn nach Corbeil eröffnet. Die Kranken-transporte aus Beaumont en Gatinais und Pithiviers Hessen sichnunmehr über Puiseaux leiten. Von hier wurden die Leicht-kranken mittels gewöhnlicher Züge, die Schwerverwundeten inHilfslazarethzügen nach Corbeil übergeführt. Am 27. Februarstellte das Lazareth seine Thätigkeit ein, nachdem der letzteKranke, ein nichttransportabler Franzose, derMairie übergebenworden war.
Das 11. Feldlazareth III. Armeekorps erhielt am 30. No-vember Nachmittags Befehl, sich in Beaune la Rolande zuetabliren, woselbst in vielen Häusern und Gehöften Deutscheund Französische Verwundete zerstreut lagen. Da auch zweiFranzösische und eine Englische Ambulanz in Beaune la Rolandesich befanden, geschah die Vertheilung der Verwundeten zwischendem Preussischen Feldlazareth und den gedachten Ambulanzenin der Weise, dass die Deutschen von ersterem, die Franzosenvon den letzteren übernommen wurden. Mittels der Fahrzeugeder Englischen Ambulanz und des 3. SanitätsdetachementsI. Armeekorps erfolgte die Evakuation von 56 Verwundetentheils nach Pithiviers, theils nach Beaumont, 8 wurden alsnichttransportabel am 8. Dezember bei dem Abrücken des Laza-reths der Englischen Ambulanz bezw. der Mairie übergeben.
In dem Gefecht der 4. Bayerischen Infanterie-Brigadebei Varize am 29. November nahm die 4. Sanitäts-KompagnieI. Bayerischen Armeekorps die Verwundeten auf (1 Offizier,28 Mann) und leitete sie nach Orgeres über. Hier wurdensie im Schulhause besorgt und am 30. November nachChartres befördert.
Während des Gefechts bei Villepion 1 ) am 1. Dezembersandte die 1. Sanitäts-Kompagnie I. Bayerischen Armeekorpseinen Zug vor, zur Errichtung eines Hilfsplatzes in Villerand,zwischen Villepion und Orgeres, von welchem nach ein-getretener Dunkelheit ungefähr 300 Verwundete nachOrgeres gebracht wurden, wo der Haupt-Verbandplatz sichbefand. Hierher kamen im Ganzen gegen 500 Verwundete,zu deren Unterbringung fast alle Wohnhäuser des Ortesin Anspruch genommen werden mussten, da es vor Allemdarauf ankam, die vor Frost erstarrten Verwundeten inheizbaren oder wenigstens gedeckten Räumlichkeiten unter-zubringen.
Die 4. Sanitäts-Kompagnie I. Bayerischen Armeekorpswurde erst um 5 Uhr aus ihrer Reservestellung vorgezogen;sie wandte sich nach Loigny, durchsuchte diesen Ort unddie ganze Umgebung, soweit sie nicht vom Feinde besetztwar, und brachte einige 80 Verwundete nach Labung der-
') Vergl. Generalstabswerk II, S. 448 ff. Die Verluste betrugennach Anlage 93:
todt..... 8 Offiziere, 114 Mann,
verwundet ... 29 .. 584 „
vermisst . . . . 5 , _____ 196 „
42 Offiziere, 894 Manu.
selben in Loigny und Anlegung der ersten Verbände n*jLa Maladerie. Da anzunehmen war, dass sowohl (lals auch La Maladerie am folgenden Tage geräumt werdamussten, so führte man noch in der Nacht und in <] etFrühe des 2. Dezember alle Verwundeten aus dem let zt .genannten Orte und 100 aus Orgeres mit den Kranken,wagen der Sanitäts-Kompagnien und den wenigen zur Y,„fügung stehenden Landfuhrwerken nach Ymonville üherwo das ebenfalls dahin beorderte Aufnahms-Feldspital Xn. \\gleichzeitig mit dem ersten Verwundeten-Transport ankam
Auf einen Verbandplatz der Truppenärzte in der FeimsVillepion wurden nach der Besetzung durch die Franzosevon den letzteren noch eine Anzahl verwundeter Bayengebracht. Der kommandirende General stellte den Aerzteiihre Freilassung in Aussicht, sobald ein Französischer Arzteintreffen würde. Da aber am andern Tage das Gefecht 4tfortsetzte, wurde hiervon Abstand genommen. Die AerSierhielten den Auftrag, die Ferme, in welche au diesemTage viele verwundete Franzosen gebracht wurden, als zusehr im Feuerbereiche gelegen zu räumen und den Trau-port nach Patay zu begleiten, was auch unter BewachUMgeschah. Die Blessirtenträger wurden für Gefangene erklärtbegleiteten jedoch ebenfalls den Zug; sie verblieben beiden Verwundeten, welche in Patay von einer AmerikanischGesellschaft übernommen wurden, und entkamen ajjeinigen Tagen.
Die Aerzte wurden mittels eines vor ihrer Thüre aufgestellten Postens in Gewahrsam gehalten, am 3. Dezembnnach Orleans auf den Bahnhof, am 4. unter Begleitung votzwei Gendarmen nach Tours ins Militärgefängniss und tobhier am 10. über Bordeaux und Marseille wieder unterGendarmeriebegleitung nach Nizza geschafft, wo man 4in dem Gefängniss unterbrachte. Am 14. gelangten siedie Italienische Grenze und wurden von zwei Carabiniajnach San Remo eskortirt, wo der Unterpräfekt siefänglich ebenfalls in die Citadelle abliefern wollte. UeberInnsbruck und München trafen sie endlich am 29. Dezemberwieder bei ihrer Abtheilung ein.
Zur weiteren Pflege der Verwundeten dieses Gefeek-richtete sich das Aufnahms-Feldspital No. 11 I. BayerischaArmeekorps in Ymonville, einem kleinen Dorfe an derHauptstrasse von Orleans nach Chartres, unter schwierige«Verhältnissen ein.
Gleichzeitig mit Ankunft des Spitals am frühesten Morgendes 2. Dezember langte ein grösserer Verwundetentransport wiOrgeres aus dem Gefecht vom 1. Dezember an, welchem sowohlaidiesem als am nächsten Tage mehrere Transporte aus der Schlacktbei Loigny—Poupry folgten, so dass die Zahl der eingetroffiVerwundeten am Abend des 3. Dezember bereits auf 78lMauigestiegen war, einschliesslich 195 Passanten, welche natlLabung und Verbanderneuerung weiter transportirt wurden.
In dem unbedeutenden Orte konnten Schwerverwundetinur in beschränkter Zahl im Schulhause und in einigen Calokalen Unterkunft finden; die übrigen mussten in den dürftige«Räumen fast sämmtlicher Bauernhäuser und -Hütten vertbeil:werden.
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