Druckschrift 
Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
191
Einzelbild herunterladen
 

Band]

:n. Die Lazaretta Schwefelbade zuüb zum 7. März i nten (8 Verwundete),

dem südöstlichen

jwegungen bedingt.

stattfanden und in

Rückmarsches der

Thätigkeit warenekorps betheflkts Präliminar- undmar 1871') in dentlois und Orleans 2 )

is 10. FeldlazarettCnaben-Erzieluings-gliche hygienischh nahm in SummaTätigkeit in Gien

ethe des V. Armee-rpsin der GegendAbschnitt).

Kriegsschauplatze

bis zum Ende der

ir 1871, nach An-

and Berichtigung«

e 1639 Mann,59341303

e 8876 Mann.

mbezeichneten Zeitresen; 53 Mal ge-1 weniger ständigen

den bei den nichtPferde durch dieauf glatten, steilent. Die Lage derle missliche wegensrung. Wiederholtdlitärischen Schutzn ohne militärisched andere Mitgliederenschaft abgeführt

Band I.

VII. Abschnitt: Südöstlicher Kriegsschauplatz.

191

Kriegs- und Etappenlazarethe.

Das XIV. Armeekorps hatte entweder über EpinalCO Luneville oder mit Umgehung der belagerten FestungReifort über Mülhausen die rückwärtigen Verbindungen zuVerhalten.'

Zur Sicherung des Sanitätsdienstes auf den Etappen-strassen mussten anfangs Feldlazarethe und Truppenärzteerwendet werden, da das Lazareth - Reservepersonal r Armeekorps, von Hause aus unvollständig und durch\bkommandirungen zerstreut, erst im Dezember eine mehrBeschlossene Verwendung finden konnte. Zur Unterstützunglesselben traten einzelne Sektionen Lazareth-Reserve-nersonals V. und XL Armeekorps, welche seit den erstenschlachten der III. Armee ununterbrochen im Elsass ge-blieben waren, auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz inThätigkeit.

In Epinal wurde vom 23. November bis 1. Dezemberdurch das 8. Feldlazareth XIV. Armeekorps ein Etappen-lazareth verwaltet, welches an dem letztgenannten Tage anLazareth-Reservepersonal XIV. Armeekorps überging. Am14. Januar verliess auch dieses Personal den Ort, um in Maas-münster und Sentheim das 4. Feldlazareth der BadischenDivision abzulösen, welches hier seit dem 14. Januar denKrankentransport über Colmar geleitet hatte. Das Lazareth-Reservepersonal XIV. Armeekorps verblieb daselbst biszum 1. Februar, um dann in Altkirch das 1. BadischeFeldlazareth abzulösen, welches hier seit dem 21. Januarden Krankentransport über Mülhausen besorgte, überdiesaber ein nicht unbedeutendes Kriegslazareth inne hatte.In demselben befanden sich vorwiegend Schwerverwundeteaus den Kämpfen bei Beifort, die in einer Kaserne undeiner Fruchthalle leidlich untergebracht waren. Da dasin Mülhausen befindliche Lazareth-Reservedepot XIV. Armee-korps nicht allen an dasselbe. gelangenden Anforderungenentsprechen konnte, so hatte das überdies numerischschwache Personal anfangs mit Schwierigkeiten zu kämpfen,wurde aber durch die freiwillige Krankenpflege wirksamunterstützt.

Das Lazareth blieb in Mülhausen thätig bis zum 1 G.März 1871und hat in dieser Zeit 123 Verwundete und 52 Kranke ver-pflegt. In Maasmünster hatte das Personal nur 11 Verwundeteund 46 Kranke, in Epinal 266 Verwundete und 1628 Krankevorwiegend als Passanten verpflegt.

In La Chapelle sous Rougemont, an den Ausläufern derVogesen auf der Hauptstrasse von Beifort nach Colmar, hatteAnfang November ein Landwehrarzt ein Lazareth einge-richtet, welches von Truppenärzten und einem SchweizerArzt versehen wurde. Es sollte als erster Zufluchtsort fürdie Kranken und Verwundeten der Belagerungs-Truppenvor Beifort dienen und hatte sich demgemäss stets möglichstrasch von allen Transportablen zu befreien. Reiche Gabenseitens der Deutschen freiwilligen Krankenpflege und des

Internationalen Depots in Basel ermöglichten eine sehrgute Verpflegung des in einer ehemaligen Erziehungsanstalteingerichteten Lazareths.

Den Hauptzugang bildeten Verwundete jeder Art. Biszum Tage seiner Auflösung am 22. Februar hat das Lazarethüber 1500 Kranke und Verwundete längere Zeit behandelt und1200 Passanten ärztliche Pflege und Nachtlager gewährt. Beider Auflösung konnten alle Kranken nach Sentheim undDammerkirch evakuirt werden.

Im Kloster La Trappe auf dem Oelenberge hatteAnfang November ein Französischer Arzt einige DeutscheKranke behandelt, zu denen sich aus La Chapelle am16. November noch zwölf Kranke gesellten. Dieselbenwurden in dem hygienisch gut gelegenen Kloster von denMönchen in bester Weise gepflegt. Es gingen vorwiegendSchwerveidetzte und Typhuskranke zu, insgesammt 106 Mann.Ein an Typhus erkrankter Arzt blieb bei der Auflösungdes Lazareths am 21. Februar 1871 in der Klosterpflegezurück.

Das 10. Feldlazareth VIII. Armeekorps in Mülhausenwurde am 5. Januar von der 3. Sektion Lazareth-Reserve-personals XL Armeekorps abgelöst, welche sofort ausserden bereits bestehenden Lazarethanlagen, Vorkehrung traf,um den zu erwartenden Andrang zu bewältigen.

Die Aufgabe war, die eingerichteten Lazarethe, welche sichtheils in zwei neuen Schulgebäuden der Cöchlinerstrasse(120 Betten), theils in einem hygienisch gut gelegenen Hausebefanden, von allen transportabeln Kranken zu befreien undweitere Lagerstellen für Schwerkranke zu beschaffen. Demgemässwurde noch ein drittes Haus, welches mit seinem grossen Gartendirekt mit dem Civilhospital in Verbindung stand, als Lazaretheingerichtet. Ausserdem erhielten drei grosse, beizbare Warte-säle des Babnhofgebäudes Matratzen und Strohschüttung, umsolchen Leichtkranken, welche nicht gehen konnten, zur Unter-kunft zu dienen. Ferner wurde das in unmittelbarer Nähe desBahnhofes gelegene Gendarmeriegebäude mit 40 Betten ein-gerichtet. Pockenkranke endlich übergab man dem Civil-bospitale, welches für die Verpflegung der ihm anvertrautenKranken vorzüglich sorgte.

In Colmar bestand seit Ende September in dem dortigenFranzösischen Militär-Hospitale ein Kantonnementslazareth,welches am 1. Dezember 1870 von der 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals V. Armeekorps als Kriegslazareth über-nommen wurde.

Das Hospital, ein ehemaliges Kloster, war für seinen Zwecksehr geeignet, da es, völlig frei liegend, für 250270 Betteneingerichtet war. Die ärztliche Behandlung wurde von demPersonal und einigen Civilärzten ausgeübt, denen an Warte-Pflegepersonal ausser 27 Infirmiers im Dezember abwechselndneun freiwillige Pfleger zur Seite standen. Die Verpflegungwurde anfänglich durch die Stadt Colmar freiwillig, sodann ausdem dortigen Magazin, vom 15. Januar 1871 ab wieder durchdie Stadt Colmar gegen Entschädigung beschafft. Der Ver-breitung der in der Stadt grassirenden Pocken im Lazarethwurde durch Revaccination der Französischen Kranken erfolg-reich begegnet.

Insgesammt sind in Colmar vom 1. Dezember 1870 bis28. April 1871 89 Verwundete und 973 Kranke verpflegt worden,darunter 223 Franzosen. Der verbliebene Bestand von 153 Pfleg-lingen wurde dem 4. Feldlazareth XIV. Armeekorps übergeben.

HHI^IH^^HiHI^^IHi