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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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III. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetachements, Feld- etc. Lazarethe.

Band I.

Summa nahm das Lazareth 747 Kranke auf. Die Kranken-transporte erfolgten mit Hilfe des 1. SanitätsdetachementsVI. Armeekorps nach Corbeil. Am 9. März beendete das Laza-reth seine Thätigkeit.

Das 11. Feldlazareth VI. Armeekorps löste am 12. Dezemberdas 6. Feldlazareth desselben Armeekorps in Epinay sur Orgeund Sillery ab. Es belegte ausser Schloss Sillery auch dienahegelegenen Schlösser Eldorado und Julien. Der Zugangbetraf wie bei dem 6. Feldlazareth VI. Armeekorps im Wesent-lichen Leichtkranke. Die Evakuation erfolgte nach Viry andas 12. Feldlazareth, bei Auflösung des in Rede stehenden La-zareths Ende Februar jedoch nach Morsang an das 5. Feld-lazareth VI. Armeekorps.

In Viry gelangte am 15. Dezember das 12. FeldlazarethVI. Armeekorps in drei geeigneten Privathäusern zur Thätigkeit.Das Lazareth behandelte 588 Kranke. Es beendete seineThätigkeit am 28. Februar.

Vorübergehend hatte in Viry in der Zeit vom 8. bis 18. De-zember auch ein Theil des 3. Hessischen Feldlazaretts Dienstegeleistet.

Das 3. Feldlazareth IL Armeekorps war in Folge des Ge-fechts am 2. Dezember seit diesem Tage in dem hygienischsehr günstig gelegenen Schlosse Ormesson vorzugsweise zur Auf-nahme von Verwundeten bereit. Das Lazareth behandelte inSumma 250 Mann (darunter 128 Verwundete), von denen es23 am 3. Januar bei Auflösung des Lazareths in Ormesson demin La Queue en Brie etablirten 8. Feldlazareth IL Armeekorpsübergab.

Das 10. Feldlazareth IL Armeekorps war am 2. Dezemberin Chennevieres thätig und übernahm daselbst am Morgen des3. Dezember den Verbandplatz des 2. SanitätsdetachementsIL Armeekorps (siehe oben). Da eine dauernde Etablirung inChennevieres wegen der Unsicherheit des Ortes nicht angängigwar, so beförderte das Lazareth bis zum 5. Dezember die Ver-wundeten nach La Queue en Brie.

In letzterem Orte etablirte sich am 3. Dezember das 5.,am 5. Dezember auch das 8. Feldlazareth IL Armeekorps. Das5. belegte zwei villenartige Gebäude und die Mairie, welcheallerdings von Uebelständen nicht frei waren, insbesondere nichtgenügend erwärmt werden konnten. Es nahm daselbst, abgesehenvon denjenigen Verwundeten, welche nur ein bis zwei Tageblieben, in Summa 169 Mann auf (darunter 165 Verwundete),von denen es 41 am 3. Januar, als es Befehl erhielt, der 8. In-fanterie-Brigade (Detachement v. Kettler) zu folgen, dem gleich-falls in La Queue en Brie etablirten 8. Feldlazareth IL Armee-korps übergab.

Letzteres hatte am 5. Dezember das abgesondert von demDorfe gelegene, mit allem Comfort eingerichtete Schloss einesFranzösischen Justizbeamten für seine Zwecke überwiesen er-halten und nahm daselbst einschliesslich der 64 von dem 3. Feld-lazareth in Ormesson und dem 5. Feldlazareth in La Queue enBrie Ueberwiesenen in Summa 190 Verwundete auf. Es beendeteseine Thätigkeit in La Queue en Brie am 3. Februar. DieKrankentransporte fanden nach Lagny statt, wobei das Lazarethdurch den in Le Plessis liegenden Württembergischen Sanitäts-zug unterstützt wurde.

Das 9. Feldlazareth IL Armeekorps war seit dem 3. De-zember in Boissy St. Leger in 11 zum Theil auf das äussersteverwahrlosten Häusern thätig und löste am 21. Dezember das7. Feldlazareth XIII. Armeekorps ab. Es behandelte daselbsteinschliesslich der von dem letztgenannten FeldlazarethUebernommenen 391 Kranke (u. a. 99 Verwundete). Seit AnfangJanuar beförderte das Lazareth mit Hilfe der Sanitäts-Kompagnieder 2. Bayerischen Division seine Kranken nach Lagny und

übergab am 10. Januar seinen Bestand mit 56 Mann denBayerischen Behörden.

Das 7. Feldlazareth IL Armeekorps, welchem seit 21. De-zember in Yeres der Lazareth dienst oblag, behandelte daselbsteinschliesslich der 129 vom 8. Feldlazareth XIII. Armeekorpsübernommenen Kranken 430 Mann (darunter 5 Verwundetel.Am 6. Februar ging der Dienst an das Aufnahms-FeldspitalNo. 9 I. Bayerischen Armeekorps über.

Das 3. Württembergische Feldspital etablirte sich am1. Dezember in CroissyBeaubourg und behandelte bis 15. Fe-bruar 404 Mann, einschliesslich 137 Verwundete.

Am 2. Dezember richtete sich (vergl. Schlacht bei Villieisidas 4. Feldlazareth XII. Armeekorps in Pomponne für die Auf-nahme von Verwundeten ein und wurde hierbei von der Korps-Intendantur wesentlich unterstützt. Besonders nahm letzteredie Lieferung von Lagerbedürfnissen für 400 Verwundete unddie Verpflegung auf sich. Binnen vier Tagen waren einegrössere Anzahl frei und sonnig gelegener Räume vortreffliclihergerichtet. Zur Unterkunft dienten am 10. Dezember bereits4 Häuser in Pomponne und zu Evakuationszwecken 5 Häuser,sowie einzelne Bäume in Thorigny. Das Lazareth hat währendseiner 99tägigen Thätigkeit (vom 2. Dezember 1870 bis lO.März1871) 563 Mann (darunter 259 Verwundete) aufgenommen.

Das 9. Feldlazareth XII. Armeekorps rückte, nachdem esseine Thätigkeit in Juilly beendet, am 2. Dezember von diesemOrte ab und traf am 3. Dezember früh 4'/2Uhr in Champs ein.um hier eine Verbandstation vorzubereiten. Nachdem es Aerzte,Gehilfen und Krankenwärter zur Unterstützung des Württem-bergischen Feldspitals in Noisiel abgesandt hatte, rückte esnach Torcy ab, um mit dem übrigen Personal dem dortigen7. Feldlazarethe beizustehen und alsbald eine Anzahl sehrschwer Verwundeter in vorübergehende Pflege zu nehmen. Alsdas 7. Feldlazareth am 6. Dezember Torcy verliess, übernahmdas 9. die zurückgebliebenen Kranken desselben. Vom 11. De-zember bis 6. Februar 1871 hat das 9. Feldlazareth überhaupt175 Mann aufgenommen (darunter 33 Verwundete).

Vor Beginn des artilleristischen Angriffes auf derSüdfront 1 ) waren in der Nacht zum 2. Januar ständigeVerbandplätze, im Osten zu Fontenay aux Roses, süd-westlich davon in Plessis-Piquet, nordwestlich anschliessendin Meudon und am meisten westwärts in St. Cloud errichtetworden. Auf diesen ständigen Verbandplätzen wirktenund zwar in Fontenay ein Zug der 2. Sanitäts-KompagnieIL Bayerischen Armeekorps, in Plessis-Piquet das 3. Sanität-detachement XL Armeekorps, der 1. WürttembergisckSanitätszug und die 3. Sanitäts-Kompagnie 11. BayerischenArmeekorps, in Meudon das 3., in St. Cloud das 2. Sanitäts-detachement V.Armeekorps, in Sceaux einZug der 2.Sanitäts-Kompagnie IL Bayerischen Armeekorps, endlich vom10. Januar bis 2. Februar der 2. Württembergische Sanitatvzug in Chäteau la Lande, daneben wurde die 2. Sektion des1. Sanitätsdetachements XI. Armeekorps dem Belagenmgs-Artillerie-Regiment überwiesen.

Ausserdem bestanden Nothverbandplätze zu Choisy leRoi und Chevilly, auf welchen das 2. und 3. Sanitäts-detachement VI. Armeekorps den Dienst in der ^ eiseversahen, dass ständig ein Arzt, zwei Lazarethgehiltai.zwei Krankenwärter und eine Patrouille Krankenträger zur

Vergl. Generalstabswerk II, S. 1137.

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