Januar 1586,
erlaubt sei, ihre Unterthanen zu zwingen, den neuen Glauben anzunehmen, so handle der König nichtunbillig, wenn er die Religio?: aufrecht zu erhalten suche, die er von seinen Vorfahren ererbt und aufwelche er gekrönt und von den Ständen bestätigt worden sei; endlich biete das Begehren des Königs nochum so mehr Interesse, weil es die Erhaltung und Beschirmung seiner Krone bezweke und weil dadurchverhütet werde, daß Frankreich unter dem Schein, den widerspenstigen Nnterthancn in ihrem unbilligenVorgehen bchülflich zu sein, zu Grunde gerichtet werde; deshalb nun bitte er im Namen des Königs ganzfreundlich, man möchte den begehrten Aufbruch bewilligen, — Bei Eröffnung der Instructionen ergibtsich nun, daß alle Orte in ihrem herzlichen Mitleiden und Bedauern über diese Unruhen und Kriege inFrankreich übereinstimmen, daß sie dagegen bezüglich des begehrten Aufbruchs verschiedener Meinung >ind.Denn Lneern, Uri, Schwhz, Unterwaldcn ob und nid dem Wald, Zug, Freiburg, Solothurn und Appen-ell erklären sich bereit, gemäß der uralten und neulich wieder erneuerten Vereinung, besonders aber, da-mit ihre in Frankreich bereits befindlichen Truppen desto eher vor Verderben bewahrt werden, diesenAufbruch sogleich zu bewilligen; Uri und Schwhz jedoch nur mit Vorbehalt der Genehmigung ihrer höchste"Gewalten. Bern, Basel und Schaffhauseil erklären, daß sie laut der Rcversbricfe bei Annahme der Vc>-einuug sich deutlich vorbehaltet: haben, im Fall in Frankreich des Glaubens wcgei: ein Krieg geführtwürde, nicht nur nicht verpflichtet zu sein, dem König Truppen zu schikcn, sondern sogar befugt zu ff'"'ihre schon in Frankreich dienenden Burger und Unterthanen wiederum heimzuberufen; da nun der gcg^wältige Krieg gegen ihre Rcligionsgcnossen gerichtet sei, wollen sie ihre Leute zu Hause behalten unddiese „des Vaterlandes warten lassen", Basel und Schaffhauseil insbesondere berichten, daß sie einbot erlassen haben, irgend einem Fürsten zuzuziehen, wer er auch sei, Bern stellt das Begehren an d>eOrte, welche den Aufbruch bewilligen wollen, seilte Bürger und Unterthauen nicht anzunehmen, Glarudendlich will nur unter der Bedingung den Aufbruch bewilligen, wenn alle Orte dazu stimmen, ß» ^lothurn dailkt den Orten, welche dem braudbeschädigten Haiiiiiicrschmicd und Eiscnschmelzer zu Herbeiwhl, Niklaus Robischon, eine Brandstcuer verabreicht haben, und bittet die andern Orte, dachelbe Z"tbun, r. Auf lezter Jahrrcchuung zu Baden hatte man die Stadt Mühlhausen ersucht und ernia)"-ihren verbannten Bürgern Matthias und Jakob Finninger unverzüglich zu einem unparteiischenzu verhelfen. Da lezterc nun wieder um Recht anrufen, wird an die von Mühlhausen nochmals dieMahnung erlassen, den von den Orten vorgeschlagenen Mitteln eines unparteiischen Rechten, jedoch'Regalien und Freiheiten unbeschadet, endlich nachzukommen, indem sollst einige Orte darüber zugeben würden, ob die Bünde solches „erleiden" oder nicht, «>. Leonhard „Elbs," des Raths zu ^ast,sfians Ludwig von Muralt und Hans Kaspar Elbs klagen, daß ihr Schwager Leo Curioni jüngstSoissons überfallen, beraubt und verhaftet worden sei. Weil nun dieses eine Handlung ist, welche de"eidgenössischen Privilegien gänzlich zuwider, und weil zu besorgen ist, daß noch andern ehrlichen Leute"gleiches widerfahren möchte, wird der französische Ambassador ersucht, seine Verwendung dahin einigezu lassen, daß der Gefangene wieder freigelassen und angemessen entschädiget werde, v. Die Gesa"der VII katholischen Orte ersuchen den Ambassador dafür zu sorgen, daß sobald möglich etwas Geld ZBefriedigung der Hauptlentc und Gemeinen hergcschikt werde, f. Alls die Anfrage an den Llwbast"^'was man hinsichtlich der ausstehenden Pensionen und anderer Zahlungen zu erwarten habe, antn"-derselbe, daß er zuversichtlich hoffe, es werde dieses Jahr eine bedeutende Zahlung erfolgen; er >euseits werde alles mögliche zur Beförderung der Sache thun,