1534
Gütlicher Schiedspruch (resp. Vertrag) betreffend die Glanbenszwiste in Glarus.
Glarus. 1532, 2l. Noveuiber.
Staatsarchiv Zürich! Tschad. Doc. Samml. T. X. Nr. 7.
WIR nachbcncmpten Moritz von Mättenwyl und Cristoffel Sonncnberg, dos Rots zuo Lnccrn; HeinrichPnntincr und Melchior Gyßlcr, des Nnts zuo Ury; Mathys Viglig und Martin Geißer, des Rats zuo Schwyz;Heinrich zum Brunnen und Conrat Stolz, des Rats zuo Underwalden, ob und nid dem Kernwald; HansBolsinger und Martin Boßhart, des Rats zuo Zug, vollmechtig sandtbotten und gwalthaber in ilamen der fünfOrten der Eidtgnoschaft obgenannt verordnet, und wir Hans von Capal (sin), alt landtrichter im obern GrawenPundt, und Peter von Fyner, Amman zuo Gritsch, in den Zechen Grichten gelegen, vollmechtig sandtbottenin namen der drycn Pnndten in Churwalchen; Heinrich Schcnklin, rychs Vogt zuo Wyl, des hochwnrdigenHerren Apts von Sant Gallen gesandter; Hans Gygcr und Conrat Schwyz er*) uß der grafschaft Toggenburg,bekennend offenbar merklichem: Als dann leider misshcllung, zwytracht und Uneinigkeit zwüschent den frommensiirsichtigen wysen, unfern insonders guoten sründcii und getrnwen lieben Eidtgnossen von Glarus erwachsen,welichs unfern obgedachten Herren und obern in trüwen leid ist, der nrsach sy uns alle, wie obbegriffen, mit. vollmcchtigem gwalt abgefertiget, sölich spenn und Widerwillen nach bestem unserm stysz und vermögen abze-leinen und hinzetuond, und als wir hierin niit allem ernst uns gemüet und zuo beiden teilen träffenlichgeworben, die fachen früntlichcn zuo betragen, mit Pitt und beger, uns ze vertruwen und sölich stöß heimze-setzen, habent wir nach vilfaltiger ansuochung verwilligung, an inen befunden und daruf nachbemelte mittel undartikel beiden teilen zuo guot, ouch umb frid und ruowen willen, iro und gemeiner Eidtgnoschaft größernkummer ze verhüeten, gesetzt, geordnet und gestellt, die ouch von inen gcstrax und mit ernst also gehalten(werden füllen?), wie Harnach folgt.
1. Des ersten, diewyl und etwas Unwillens im land Glarus erwachsen, antreffend den predicanten zuoSchwanden, sins Predigens halb, sol der selb predicant angends abgestellt und vom land verwisen werden;ob aber unser Eidtgnossen von Glarus, (so) dem nüwen glauben anhengig, bemcltem predicanten, daß er durchfrid und ruowen willen hie dannen gescheiden (möge?), brief und sigel geben, mögent sy das wol tnon, ob sy wellcnt;doch daß sölich brief, ob er dero begerte, nit mit des landts secret insigel bewart (und) ufgericht werden söllind,und ob neußwcr, tver der wäre, an disen predicanten ze sprechen, oder er an sy hätte, sol im gegen dem pre-dicanten recht nfgetan und znogelassen werden.
2. Zum andern söllend genannte unser Eidgnossen von Glarus fürohin das gricht besetzen, tvie iro Vor-eltern nach lut des landsbuochs, antreffend die weltlichen fachen, gwon gsin.
3. Zum dritten so söllend sich die landlüt von Schwanden zuo beiden teilen in Monatsfrist nechst kommendmit mässpriesteren und predicanten versechen, und welcher teil uf ernempt zil sinen Priester oder predicanten
*) er oder ' ist abgeschnitten; auch sonst sind 3—4 Zeilen beim letzten Buchstaben beschädigt.