Mai 1531. 1009
letst uß dem müssischen kriege heim gezogen, als wir anders nit müssen, (nüt) dann alle zucht, früntschaft, liebe unddienst bewisen und erzöugt haben; aber üwcr gächer abstrick des konfcs macht, daß wir besorgen müessen, als obwir inen etwas widcrigs gethan hätten, wölichs uns leid wäre, und »erhoffen nit, daß es beschächen sye; jedochlo langet abermalcn an üch unser ganz ernstlich und früntlich pitt, ir wöllen nit einem jeden verträgcr, es syejoch in dem und allen andern händlen, so üch und uns gegen cinandern begären zuo verböscrn, zno verhetzenund zno verwirren, nit gehör noch gelouben geben, sonder uns als bald als sölichen vcrfluochtcn falschen undvergiften natters zungcn gelouben. 5. Fürer, getrüwcn lieben Eidgnossen, als dann in der antwnrt, so die gemeltenanwält von üch letst erlangt, begriffen, auch unser Herren und obern hoch angezogen als die, so die pünd nitgehalten, darab gedachten unser Herren merklich beschwärt, und beschuht auch inen daran fast ungüetlich und unrecht,vermeinen onch ganz dheins wegs die lüt ze sind, sonders an menklichem das, so sy schuldig, gehalten understattet (ze) haben, als sölichs frommen eidgnossen gczimpt, bitten onch deshalb üch, ir wellen die pünde baserläsen und erkunden, ob wir schuldig, uff üwer oder ander ermauuug üch zuozezüchen in frömbdc land; derl'und verpflicht und verbindt uns onch nit witer, dann üch und andern üwern und unfern Eidgnossen (ze) helfen, irelgcn land und lüt ze schützen und ze schirmen, zuo dein daß wir domalen in großer gefare unsers lands selbSgestanden sind; wir sind onch gemelten Pündtern (als auch ir) nützit pflichtig noch schuldig zuozezüchen, dcßhalbwir nit vermeinen die pünd gebrochen haben, begären ouch deß zuo rechtlicher erlüternng nach verurög der pündeZe kommen, ob ivir oder wär in sölichem brüchig sye; sofcrr init recht nßfündig und crkandt würt, daß wir inlolichem nit gethan, als sich gebürot hettc, wellen wir desselben wie billich cngelten. 6. Wir bitten onch üch, irwellend uns by unserm oftgethancn und erzelten erpieten, recht, pünden und landsfriden lassen blyben und uns^'N festen kons nit abflachen, snndcrS init uns wie üivcr älter in gnotcr fründschaft und friden läben, dieivyl'v>v bißhor uns allwäg, es sye mit darlegung des gclts und andern beschwärdeu, so uns bcgeguot, geflissen,damit frid und ruow dester fürcr erhalten, und Uneinigkeit vermitten belibe. Stat uns umb üch eingespart allesunsers Vermögens alle zyt ganz geneigts willens und gcmüets zuo verdienen und zuo bcschulden, und wie ivolw>r uns zno üch alles gnotcs, als zuo unser» getrüwcn lieben Eidgnossen, versächcn, jedoch so begären wirharüber üwer verschriben früntlich und güctig antwurt by disem unserm harumb allein gesandten potten. Datumund mit unser lieben Eidgnossen von Luccrn secrct (insigcl) vcrwart uff den Pfingstabeud Anno ze. rrrj°."
^ Berathungen über die Zuschriften der französischen Gesandten, s- Noten.
Es darf angenommen werden, daß Boten der V Orte längere Zeit in Lucern versammelt waren, um aufneue Zufälle zu warten und allerlei Maßregeln der Abwehr zu bcrnthcn.
Zu i». 1531, 31. Mai. Bern (Schultheiß, Näthe und Bürger) an die V Orte. Antwort auf ihrschreiben vom Pfingstabeud. Weil der berührte Handel nicht Bern allein, sondern auch Zürich angehe, und>w über die Motive zur Abstrickung des feilen Kaufs bis zum Ueberfluß berichtet worden, so könne man keineweitere Antwort geben, werde sich aber mit Zürich deßwegcn unterreden und berathe».
St. A. Lucern: Missiven. — St. A. Zürich: A. II. Capp. Krieg (Copie). — St. ^ Bern: Tentsch Miss. 8. 49S.
Zu lt». 1) 1531, 22. Mai, Zürich. Die Gesandten des Königs von Frankreich, Meigrct und Dangerant,uu die Boten der V Orte. „Großmächtigen eerendcn Herren, als wir üch hievor geschribcn, sind wir in disei^utt kamen, ein friden zwischeud üch und denen Herren diser gedachten statt ze tracticren, welichc wir erstlich garuuch empfunden, und wolltend uns gar nach onverhört wider heimschicken; nüt dester minder zuo letsten habendib (uns) öffentlichen vor klein und großem Rat verhört, allda wir unser vermögenlichcst best gcthon, sy zuo^wanen, daß zuo einem friden gestimmt wurde. Ilf gester sind sechs des kleinen Rats zuo uns komm, die unsw antwnrt, wie sy angeschlagen, crlütert habend" . . . (Folgt ein freier, aber etwaS kurzer AnSzug der von Zürich3(gebenen Erklärung, mit Nennung von zwei Bedingungen: Beidseitige Beobachtung des (Artikels im) Land-luden, betreffend das Verbot von Strafen gegen Andersgläubige, und Bewilligung (der V Orte), daß dasvtteswort frei verkündigt werde). „Wcliche zwen artikcl, so ir üch dcro begebend, wällend sy dann artikclB'Nn zno ufnung fridcs und fründschaft gegen cinandrcn, die sollend so erlich und zimlich sin, darmit ir ver-ucsachet sollend werden zno crkanntnuß, daß sy ein lust, mit üch in friden und ewiger fründschaft zc leben habend;