902 Februar 1531.
Zürich, Constanz und Bern verabschiedet sei, die bisher gescheheneu Hafte nicht aufzulösen und ohne Mitwissenund Willen der andern Theile nichts herauszugeben, so habe Bern dem nachgelebt und bitte hiemit um Rath,was es ferner thun solle. Darüber sollen die Boten auf dem nächsten Tag Antwort bringen, ß». DieBoten wissen auch, wie denen von Rothweil ihrer Banditen wegen — denselben das Ihrige zu verabfolgen oderauf nächsten Burgertag eine Botschaft zu schicken und gütlich unterhandeln zu lassen — geschrieben worden ist;wenn sie dies abschlagen, so soll auf dem nächsten Tag Antwort gegeben werden, ob man die Bünde vonihnen zurückfordern will oder nicht, e. Die Gesandten von Zürich zeigen an, wie Adrian Fischli, desRaths, und Meinrad am Berg, beide Landleute von Schwyz, vor ihren Herren und Obern erschienen seienmit der Meldung, daß sie des Gotteswortes wegen, das sie angenommen, aus dem Lande haben weichenmüssen und ungeachtet ihres Anrufens um Recht nicht dazu gelangt seien, und wenn ihnen von der Partei desEvangeliums, als von Zürich, nicht geholfen würde, so wären sie genöthigt, andere Eidgenossen anzusprechen-Es soll nun jeder Bote an seine Obern bringen, wie man den biderbeu Leuten helfen könnte, und der Land-friede genau geprüft werden, wie viel derselbe zugebe, um auf dem nächsten Tage darüber zu antworten.
Es ist auf diesem Tage vorgetragen worden, wie der Kaiser dem König von Frankreich seine SchwesterLconora vermählt und Freundschaft mit ihm gemacht habe, so daß zu vermuthen, daß der Kaiser, der denAnhängern des Evangeliums zuwider sei, von dem König Hülfe gegen dieselben fordern werde, wie man denngenau erfahren, daß er schon eine Botschaft zu ihm geschickt, welche die Evangelischen („uns") schwer verun-glimpft habe, als ob sie diejenigen wären, welche die Weiber mit einander gemein hätten, alle Obrigkeit unter-drücken wollten und anderes dergleichen thäten, wodurch der König, obwohl er sich früher in dieser Sachenicht übel („etwas geschickt") gehalten, veranlaßt werden müßte, in seinem Reiche gegen die Evangelischen zuhandeln; es sei auch wohl anzunehmen, daß die Königin, als des Kaisers Schwester, aus dessen Anreizungdem König fort und fort in diesem Sinne zureden („anhangen") werde. Um dies abzuwenden, die Unschuld derEvangelischen darzuthun und ihr Vorhaben betreffend den wahren christlichen Glauben an den Tag zu bringen,sei es nothwendig, eine ansehnliche und verständige, der Sprache und der „Practiken" kundige Botschaft ab-zuordnen, um sie bei dem König zu entschuldigen. Woher man diese Botschaft nehmen könnte, soll nun förder-lich berathcn und nach Basel geschrieben werden, um es auch dem Churfürsten von Sachsen und dem Land-grafen von Hessen zu verkünden; das Weitere wissen die Boten, v. Auch wissen sie zu berichten, wie derBote von Bern angezogen, es haben seine Obern vernommen, daß in Zürich, Basel und Schaffhausen aber-mals eine „Aufwicklung" vor sich gehe, und zwar durch einen Herrn Hans von „Fuchsenstein" (Fuchsstein)im Namen des Herzogs von Würteinbcrg, in der Absicht, das Städtchen St. Hippolyte („Saut Boliten"),das Berns offenes Haus sei, einzunehmen; weil aber niemand etwas davon weiß, so wird dies heimgebracht;es ist übrigens die Ansicht ausgesprochen worden, weil der Herzog einige Rechtsame und Anspruch auf jenesStädtchen habe, so sollte ihm deßhalb niemand Eintrag thun. tl, 1. Das Hauptgeschäft, um dessen willenzumeist dieser Tag gehalten wird, ist nun der früher schriftlich und jetzt auch mündlich erstattete Bericht derFreunde und Mitbürger von Straßburg, wie sie und andere Städte, deren Namen jeder Bote in einer mit-getheilteu Abschrift findet, mit dem Churfürsten von Sachsen eine Tagleistung zu Schmalkalden gehalten, äufwelcher sie einen christlichen Verstand, dessen Inhalt den Boten ebenfalls in einer Copie oder Notel — mitcl bezeichnet — übergeben ist, mit einander angenommen haben, und wie den Gesandten von Straßburg vonden, Churfürsten befohlen worden, nach ihrer Heimkehr mit den drei Orten Zürich, Bern und Basel zuhandeln, ob dieselben geneigt wären, in ein solches Verständnis; zu treten; wenn sie nämlich dem Bekenntnis)