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4,1,b (1876) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1529 bis 1532
Entstehung
Seite
862
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November 1530.

Es liegen leider keine Acten vor, welche znr Einleitung und Erklärung obiger Nerhnndlungen dienen; mttso bcachteuswcrthcr mag folgender Aufsatz erscheinen:

(1530, Nov.?) Gutachten von Zwingli (Autographon). „Den meistcr Jäcklin (Vogt zu Groningen)uff morn Sampstag znacht ze Wesen und morndes früe über see gen Walenstntt, daß er da by der kilchcn-gmeind sye; es wirt ouch ein bott von Glans zuo im kommen zc.

„1. Der gmeind anzeigen, wie iro vom Keiser gsagt worden, daß er die meß erhalte» (welle), das ist nitwar, wirt ouch nimmerme erhalten mögen werden mit gottes wort.

„2. Daß ouch auzeigt (werd), was ctlich brief über Nyn har vcrmögint, wie die sechs Stett in kurzerzyt gezwungen wcrdind, die meß widrum ufzerichten, muoß man zuo gott hinsetzen; aber des Keisers fachenstoud einen andren weg; dann der Türgg in Sibeubürg ob vierzig tusend menschen hiugefüert oder erschlagen,rüst sich uff Sicilicu und Tütschland mit großem züg; darzuo werdend noch mc lüt darzuo reden, ce und mandie sechs Stett also lasse von gottes wort tringcn.

„3. Zuo dem sind der weltlichen surften me, die bym cuangelio stond, weder die darwidcr, und stoud diecuangclischen fürsteu und stett vcst. Es ist ouch Ougsburg, das vor allwcg uff der Bnpstler sytcn gestanden,zum cuangeli gfallen.

„4. Es sölliud sich ouch sclbs bedenken, die uß bricfcu cnnet Ryns har redcnt, in eiin halben jar werdeman die meß widcrum in die kilcheu tlion, wie sy ir eer und cid haltind. Dann müssend sy solche gfar, warumzeigend sy unseren Herren das nit an? so sy ircn schaden zc wenden schuldig zc.

„5. Und demnach gütlich und cristcnlich ermanen, daß sy die wnrhcit gottes worts nunemen wellind zc.

„ü. Und das mcr lassen gon nach vermög des landfridcns; der gibt zuo, daß die ganz kilchhöri mcrensol; ist ouch in aller Eidgnoschaft ewiklich har brüchig, daß in der kilcheu fachen die ganz kilchhöre mit einaudrcnmeret. Das wellind unser Herren ouch ghcbt haben und ghcins für ein mcr blybcn lassen, das nit ordenlich,wie der landfriden vermag, gemacht wirt.

„7. Und so der schultheiß Vünzlt ein fart das mer gemachet mit dem vorteil, welcher das gottswort unddie incß mit einander welle haben, der solle zuo im stou, ist sich wol zc vcrscchcn, daß meng bidcrb man gemeint,es werde zuo guotcm dienen, so man die meß villicht ein zytlang dulde, doch dnby gottes wort ouch stiere, undsteckt aber das gift darin. Daun so die meß ouch gemeret wurd, so wöltind denn die relleu die meß haben,und demnach wurd folgen, daß das euangelium nit gcprcdgct; dann die pfaffeu, so meß haltend, werdends nitpredgcu, und die das evangeli predgcud, werdend nit meß halten.

„8. Deßhalb die fach wol ze erlütren, daß der gemein man by gottes wort sürncmlich blyb, und wasdas nit crlyden mög, daß es dcnnen getan werd.

„9. Und sust den schultheißeu (der über die maß unrüewig ist) und die ganzen gmeind zuo frid und sücnund ciumüetighcit vcrmaneu, angeschen die ruotcu gottes, der uns mit tod und Hunger hcimsuocht, allein daßman sincm heligeu wort nit nachlebt; wo man aber dasselbig nit hören will, oder nun (nur) mit vermengender päpstischen irrung hören, da kau man je nit nach dem einfältigen sinn alle fachen verston.

„10. Und in summa dem schultheißeu den belz wol erstoubeu, doch uuvcrgriflich, und alles das handle»,das zuo ufnuug gottes eer und sines worts dienet.

„11. Der schultheiß ist, die (der!) solch reden und brief eunct Ryns har hat, und hat die brief vor denräten gelesen, aber nit vor der gemeind, aber die reden vor der gemeiud ton, wie dobeu anfenklich stat, deßhalbvogt Jäcklin deß gwarsamlicher sich weißt ze halten."

«Vt ssinpsr anlog rapllnm inilü rsstitnalnr.»

St. A. Zürich: Zwingli-Schriftcn.

Ein späterer „Rathschlag" von Zürich kann hier nicht mehr berücksichtigt werden.