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Die Hoffnung der Kolonie, doch wieder den Gundhofund zwar als ständige Erbleihe zu erhalten, ist ausgedrücktin dem oben schon erwähnten Bittgesuch vom 8. Mai 1707.Die „Kolonie zwischen Mörfelden und Gundhof" berichtet darin:
1. Sie haben den Gundhof aus den Händen des Lindheimerübernommen, ihm 1200 fl. gegeben zur Zeit ihres grösstenElends in der Hoffnung, dass der Hof ihnen als „Emphiteuse"(Erbleihgut) bei der Zahlung der gewöhnlichen jährlichenLasten übergeben werde; sie bitten deshalb um Gewährungdes Gundhofes als Erbleihe.
Ferner 2. ersuchen sie, dass dem Pfarrer und Schullehrerein Stück Land gewährt werde, da diese seit 1703 keinePension mehr von England (150 oder 180 fl. für Pfarrer, 40oder 50 fl. für Schullehrer) erhalten hätten. Die Unterstützungder Generalstaaten hätten schon vorher aufgehört; da nun auchnoch die Pensionen von England aufhörten, könnten sie bei demgeringen Ertrage ihrer Felder die Besoldung für Pfarrer undSchullehrer nicht erschwingen. In den folgenden Jahren sinddie Nachrichten über die Ansiedlung zwischen Mörfelden undGundhof nur gering. Die Waldenser sind damals viel mitHäuserbauen beschäftigt gewesen. Dabei haben sie sichgegenseitig unterstützt; auf die Pacbtablieferung der geradeBauenden hat dies keinen weiteren Einfluss gehabt, da schonnach einem Beschluss vom 13. Februar 1700 die Waldensergegenseitig haftbar sein sollten, dass also die Gemeinde alssolche für die zu liefernde Pacht und ihre sonstigen Pflichtenzu stehen habe.
Trotzdem die Waldenser durch den Bau ihrer Häuseran Stelle der Bretterhütten ihren Wunsch zu erkennen gaben,dauernd in der Ansiedlung zu bleiben, entsteht sonderbarerWeise im Jahre 1714 nochmals das Gerücht, sie wolltenweiterziehen. Es melden sich damals 10 Bürger aus Mörfelden,die sich dann bei dem Gundhofe einrichten wollen. Unterdiesen 10 Männern ist augenscheinlich auch ein Waldenser,Conrad Dulso (Doulcon), der von Kelsterbach nach Mörfeldengekommen sein muss, da dieser Name früher nicht hier, aberhäufig in Kelsterbach genannt wird. Da Kelsterbach und