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„Die Waldenser haben nach einem erschollenen Gerüchtdie Absicht, in ein anderes Land zu ziehen; sie haben deshalbauch nur wenig auf dem Gunthof, auf den herrschaftlichenGütern in Möhrfelden aber gar nichts ausgesäet." Er hat deshalbden Schultheis und einen Gerichtsmann kommen lassen undsie wegen dieser Sache befragt. Die Antwort war:
1. Sie seien des Gunthofes nicht beständig versichert.
2. Der Waydstrich, den der Lindheimer vormals genossen,sei ihnen nicht bewilligt.
3. Es sei keine Gelegenheit zu Wiesen gegeben.
4. Dem Pfarrer von Mörfelden (Papon) seien die ihmbewilligten 16 Morgen wieder entzogen worden.
5. Während der neun Wochen Mastzeit sei diese ihnennicht bewilligt worden; sie müssten deshalb ihr Vieh zu einembilligen Preise wieder losschlagen. Wenn die Kollektengelder aus-blieben, könnten sie nicht leben und wollten deshalb lieberanderswo unterzukommen suchen. An Winterfrucht hättensie so viel ausgestellt, als tüchtiges Feld vorhanden gewesen,sie seien auch entschlossen, künftigen Frühling die Sommer-saatauszustellen, um den schuldigen Pacht entrichten zu können."
Der Amtsverweser hatte dies Herrn Behagel inFrankfurt, durch den die englisch-holländischen Gelder zurAuszahlung kamen, berichtet, damit dieser es Herrn Valkenier,der damals gerade in der Schweiz sich befand, mittheilenmöchte. Das Antwortschreiben des Gesandten zeigt grosseEntrüstung über das beständige Hin- und Herschwanken derWaldenser und kündigte seine Heimkehr aus der Schweiz in14 Tagen an, nach der er dann mit dem Amtsverweser inUnterhandlung trat. Letzterer meint, dass die Felder, wennauch die Waldenser fortzögen, dennoch nicht öde liegenblieben. Die Mörfelder hätten im letzten Jahre in ihrer eignenGemarkung so fleissig gerodet (wahrscheinlich, wie ich glaube,durch die Vergebung der freien Felder an die Fremdlingeveranlasst), dass der Zehnte */« mehr betragen hätte. Mankönnte ja die herrschaftlichen Aecker zum Gunthof ziehenoder auch dieselben zwei oder drei jungen Leuten mit Er-theilung einiger Freijahre in Erbbestand geben, die dann,etwas von Mörfelden entlegen, Höfe und Häuser bauen, mit