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Im Jahre 1659 gab es noch zwei Gundhöfe, die an demKreuzungspunkte der uralten Strassenzüge Mainz-Aschaffen-burg und Worms-Frankfurt gelegen waren. Es ist nicht un-wahrscheinlich, dass wir es hier mit alten Römerstrassen zuthun haben. Der Gundbach schied einst die mainzischenBesitzungen von den isenburgischen. Der mainzische Gund-hof, früher der Waldeck'sche Hof genannt, besteht noch heute.Er kam mit dem Gundwalde 1802 an Hessen. Die „Zigeuner-Eiche" dicht daneben ist sicher 600 Jahre alt. Das isen-burgische Gebiet mit dem Gundhöfe, der dem mainzischenGundhöfe gegenüberlag, ist 1600 an Hessen gekommen.
Als man die Waldenser auf diesem Hofe ansiedelte, mussdieser immerhin noch einigermassen im Stande gewesen sein.Heute ist sozusagen jede Spur davon verschwunden. DenStandort kennt man zwar noch; auch sprechen ältere Leuteim nahen Walldorf noch davon, dass beim Umackern derFelder früher Bausteine zu Tage gefördert wurden. Nochvor kurzer Zeit wurde mir bei Besichtigung der Stelle voneinem bejahrten Walldorfer Bürger mitgetheilt, dass noch imAnfange unseres Jahrhunderts eine gewisse Strecke in lauterkleinere Gebiete abgetheilt gewesen sei, also ganz ähnlich,wie wir dies in Rohrbach in den „trente toises" gefundenhaben. Der ausgegangene Gundhof war laut Bestandbriefvom 23. Oktober 1695 dem Handeismanne Johann Jost Lind-heimer vom 1. Februar 1696 ab auf die Dauer von 12 Jahrenverpachtet worden.
Als die Ansiedlung der Waldenser auf dem Gundhöfe zurSprache kam, lässt sich dieser Handelsmann bereit finden, denHof gegen entsprechende Entschädigung wieder abzutreten.Die Ernte selbst behält er sich für das Jahr 1699 noch vor;ebenso die mit dem Hofe verbundene Schäferei, da die Wal-denser in den ersten Jahren doch wohl noch keine Schafehalten würden, die Felder aber den Schafdung nicht entbehrenkönnten.
Am 29. Juni 1699 wird in Frankfurt a. M. der Kauf-vertrag abgeschlossen, der den Gundhof dem HandeismanneLindheimer ab und den Waldensern auf die noch übrigen8 Jahre des Vertrages vom 23. Oktober 1695 zuschreibt.