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September 1528.
Widerwärtigkeit erwachsen sei. 2. Dann haben die Ungehorsamen in Unterwalden einen Rückhalt gesucht undgünstige Zusagen erwirkt; das habe sich darin gezeigt, daß häufig Botschaften der Unterwaldner nach Hastegekommen; es sollen auch letzthin bei dreißig Personen dort gewesen sein, und was da gehandelt worden, seischriftlich in der Beilage ^ verzeichnet (aus welcher die Voten.das Dienliche vortragen sollen, jedoch ohne diePersonen zu nennen, damit die Gewährsleute nicht verklagt werden). 3. Das alles sei aber noch nicht genuggewesen; denn etliche Unterwaldner, die man wohl nennen könnte, haben Bern und dessen Angehörige theils inder Heimat, theils in Wallis, in Lucern, in diesseitigem Gebiet und anderswo an ihren Ehren angegriffen,nämlich lutherische Ketzer, Hunde, Juden n. dgl. gescholten und dabei gedroht, das Spiel werde nicht ohne Kriegablaufen, und den Ungehorsamen Leib und Gut zugesagt, um sie bei der Messe zu handhaben; das wüßte manbestimmt zu erweisen, unterlasse aber (nähere Angaben) um des Friedens willen. 4. Obwohl man geglaubt, dieEhrbarkeit in Unterwalden wisse um solche Sachen nichts, habe man doch aus der nach dem Tag in Bezgenriet?verbreiteten Rede, daß 600 Mann aufgeboten seien, großen Argwohn schöpfen müssen; das haben drei Unter-waldner, die etwa zwei Monate lang zu Wallis im Bad gewesen, am Kandersteg merken lassen; desgleichenAndres Zuber von Unterwalden, der zwei Läufer von Bern im Wirthshaus zu Lucern „katzbalget" und (unteranderm) gesprochen, wenn er in das Berner Gebiet käme, so wollte er mit so großer Gesellschaft erscheinen, daßman ihn sähe; und was die Boten von Unterwalden im Jnterlakener Aufruhr zu Thun gesagt, wisse man wohl.Man habe darauf wenig gesetzt und zu keiner Gegenwehr gerüstet, sondern sich der Bünde getröstet. Weil mauaber immerfort seltsame Reden höre und besorge, daß etliche Leute mit gefährlichen Unternehmungen umgehen,besonders im Hinblick ans die letzthin geschehene Handlung der dreißig Unterwaldner in Hasle und die denUngehorsamen ertheilten Zusagen (wobei mau auf den Brief von Peter Rickart an seine Verwandten in Hutwyl,Beilage L, verweise, de» die Boten nach Gutfindeu verlesen mögen), so zwinge die unumgängliche Nothdurft zurVorsicht. 5. Gleich unerträglich sei die Zumuthung wegen des dem Gotteshaus Engelberg zustehenden Kirchen-satzes in Brienz. (Folgt die Erzählung der bisherigen Vorgänge, mit Hillweis aus Beilagen (l und O, aufeinen Artikel der Stanser Verkommniß, D, und einen Brief, kraft dessen die Unterwaldner diesseit des Brünigkeinen Angehörigen Berns zum Landmaun annehmen sollen, ?). 6. Damit man nun wisse, was man vonUnterwalden in diesen Sachen und hinsichtlich der Bünde zu erwarten habe, begehre man darüber unverzüglicheAntwort, besonders auch über die zu Lucern vor den Waldstätten augebrachte Werbung betreffend den Kirchensatz.7. Wenn aber die Unterwaldner die Antwort verziehen und sich weiter berathen wollten, so sollen die Botenerklären, daß man gesonnen sei, etwas zu thun, wozu man sich sehr ungern entschließe, nämlich die Bundesbriefeherauszugebeil; denn solche gewaltthätige Eingriffe, Verachtung und Schmähungen wolle man keineswegs dulden,sondern „lnogen, ivie den fachen zuo thuond sye."
1) Wir habe» nur diese, vom 9. September datirte, Instruction und keine anderweitigen Aufzeichnungenüber diese zwei Tage. Zu bemerken ist nebenbei, daß die genannten Boten auf dem Rückweg auch in Hasle undBriens zu handeln hatten; die bezüglichen Weisungen sind auf p. 211 d, 212 s. eingetragen. Die angerufenenBeilagen scheinen all lux? in ei» Heft („büechlin") zusammengetragene Abschriften gewesen zu sein; diese Actensind vernluthlich verloren.
2) 1528, 9. September. Bern an Obwalde». Man sehe sich genöthigt, der Landsgemeindc etwas vorzu-tragen, und bitte daher freundlich, dieselbe auf Sonntag den 29. d. M. nach Sarnen zu berufen. Da die dies-seitige Botschaft große und schwere Händel zur Sprache bringen müsse, so hoffe man, daß sich Landammann undRath hierin gutwillig zeigeil, zc.
Kimiii korma an Nidwalden: Wegen Berufung der Landsgemeindc auf Montag St. Mathäus Tag (21. d.)<
Ht. A. Bein: Tcutsch Missiven Ii. LI ».