1384
August 1528
Zu I». Wir legen die vorhandenen Acten ein:
1) 1528, 16. Juni. St. Gallen an Zürich. „Es habend etlich burger von Arbon, so sonder begird zumHailigen gottswort und Evangelio tragend, uns mit hohem ernst in gehaim ankert, mit erzelung, wie vor etlichenziten durch etlich predicanten das hailig Evangelium und wort gotts hell und luter, on Vermischung menschlichersatzung, in der Pfarrkirchen zuo Arbon verkündt und geprediget, dadurch vil und der mertail der underthanen inund vor der Statt so vil erbuwen worden, daß sy dem anzehangen ganz beging gewest und noch syend; so Habdoch der syend der warhait durch etlich, es sye den Bischof zuo Kostenz, sine Rüth, dcßglich den Vogt und etlichRath zuo Arbon, so vil zuo weg bracht, daß inen die selbigen predicanten vertriben und ander an die statt»so das widerspil geprediget, geben worden. Nu aber, so sy vermaint, sy wiirend derselben widerwärtigen Predigerabkamen und widerum mit cristenlichen predicanten versehen, so werde widerum praticiert und fürgenomen, inendie selbigen widerum ze nemen und widerwärtig an die statt ze setzen, das inen doch schwer und ganz unlidenlichsye ... Jedoch diewyl sy jetzmals ander traft und rath nit wissend ze suochen dann by E. W. als denen, so dannsonder liebhaber, uf(n)er und mcrer des gütlichen Wortes und handhabcr der gerechtigkeit syend, doch besorgenMessend, daß E. W.ur und ires Handels villicht deHain erkanntnuß oder wissen habend, und deßhalb inen rath,hilf und traft ze bemisen des (dest) minder genaigt sin mächt, habend sy uns uß sondcrm uachbürlichen vcrtruwenernstlich ankert und gebetten, inen mit unser fürschrift an E. W. zuo erschießen." Hierum ?c. (folgt das Gesuchum günstiges Gehör und guten Rath zc>). s». A. Zürich: A. Stadt S«. G°a-».
2) „Instruction des anlangens, so die gesandten von wegen niner kilchhüri der statt Arbon an die crsamenbotschaften von Zürich und Bern jüngst zuo Sant Gallen geworben Hand."
„Zum ersten so sye ain großer mertail ainer kilchhüri zuo Arbon des ewig beständigen wort gottes begingvon herzen, mit beger dasselbig in(en) geprediget ze werden fry und ungeferbt zuo merung cristmlichs lebens undirer seien hail.
„Solichs aber habend sy vor ansinueu des vogts ires Herrn Bischoffs zuo Kostenz, deßglych der zwölfmannen des Rats zuo Arbon langer zit nit bekamen mögen, und wie in allen ernstliche» Handlungen von jeweltenhar der pruch gesin ist, daß man ain ersame gemaind gestellt und durch dicselbigen ufgenomen hat, worby zuobelyben sye, och das minder dem meren nllweg trüwlich gefolget, so mögend doch die biderben lüt wyter in soanligendem Handel zuo kainer gemaind komm, villicht daß man sich vorhin verficht, was das mer in solicheraltharkommen versamlung werden möcht, und deinselbigen vorzekoineu man dem alten bruch und Harkomen trangund abbruch tuot, dcß sich die biderben lüt zuo merem mal beschwert habend und noch beschwerend.
„Uf sölichs Hab ain kilchhüri des worts gottes nit lenger Wüllen absin, sonder uff iren aignen kosten, unddas one Verhinderung der pfärrlichen rechten, aineu fromm gclcrten tauglichen priester zuo predigen verordnet,alles so er (ivic er sich erbotten) mit biblischer schrift ze erhalten vertruwt; derselbig hat nu bishar in der capelldes spitals geprediget, welicher platz der nanntlichm (sie) mmgi volks, so zuo der predig kompt, vil zuo engund unfuogsam sin will; dann es sich nit nur ain mal, sonder oft begeben, daß man schwanger frowen, jüngliugund alt lüt von anmacht wegen und ntenlose uß der capell tragen »messen, die zuo mg ist; dann es sich schickt,daß zum inereu mal anderthalb tusent menschen und mer zuo der predig zuo erschinen gewon sind.
„Nu hat am kilchhüri den pfarrer gebetten, um gottes und der warhait willen iren fürgenomen predicanteudoch nur ain stund vor mittag in gemainer Pfarrkirchen ze predigen zuozegcben, ungehindert sins fürnemens oderalten bruchs, ivie er den noch an der Hand hat, (hatj> er der gnraind solichs abgeschlagen und gänzlich versagt-
„Hierum gemainer kilchhüri trungeulich und höchst pitt und beger ist um gotts und sines worts willen, andie fromm vesten crsamen fürsichtigen und rvysen Vurgermaister, Schulthaissm, Rät und Gmaindm der frowenstellen Zürich und Bern, zuo denen sy als liebhabern und schirmern cristenlicher warhait alles ir herz, genutetund vertruwm in diser zit setzen, gedacht ir gnädig Herren wollend der kilchhüri rätlich und hilflich sin, damit rrplatz geben werd, doch ain stund iren versoldtcn priester in der kilchen ze hören, damit das volk rüewig undungetrengt ston und irer seel hail mit ernst und begir, wie menklich genaigt, schaffen und handlen müg; das sitz'jetzmal ir höchst begeren.