Januar 1528.
1247
abtretten, sind an sin statt zwen ander verordnet, nämlich Herr Apt von Gottstatt und Meister Cuonrad Schmid,Commenthur zuo Küßnacht in Zürichpict. Die vier haben bis zuo end des gesprächs das Presidentenamptverwäsen.
5. Die vier verordnet Schryber, nämlich beid Stattschryber von Bern und Soloturn, Gerichtschryber vonBern und Stattschryber von Thun, habend ouch by trüweu an eids statt in Herrn Schultheißen von Bern Handgelopt, dz sy ungeachtet party, sect, gunst, findschaft, liebe ec. alles dz, so in die fäder geredt, ouch in geschriftyngeleit wurde, gctrüwlich ynzeverzeichnen, one gefärde, ouch ze verwalten, wz inen bcfolchen wurd.
6. Sy haben ouch ein jeden disputanten mit namcn nfzeichuet und nach jeder session alles das je verzeichnet,collationiert, gegen einander» gehept und verläsen.
7. Darzuo was die Disputanten beider fit uß der Presidenten Nachlaß in schrift yngeleit, das haben dieschryber in die Acten verfasset, zwo protestationen usgenommen, nämlich Fridti Brunners von Glaris und MelchiorTilmans von Luzern, dero Meldung bald Harnach beschicht ?c. Deßglychen etlich reden, so in die fäder kommen,und aber uß bewilligung beider partyen ustilket. Ouch sind usgelassen der inerteil protestationen, so nit in diefädern geredt. Deßglychen sind die underschrybungen beider partyen hierin nit vergriffen, damit die Acten destgeschmückter und der läscr, ouch zuohörcr nit verdrüssig wurden, ouch die ding, so zuo der fach nit gar dienstlichze läsen und hören, und also in die Acten allein das, so zuo dem Handel dienete, vergriffen. Was dievier Schryber wyter gehandlet, findt man in der Herren Presidenten Abred, so unferr vom end diser Actenbcschriben stat.
8. Es ist ouch darneben jederman erlaubt und vergönnt ufzezeichnen, was dann disputiert wurde, doch mitgedingen, daß all die, so also für sich selbs schrybend, ir namen den verordneten notarien angebend, nnd dabygelobt, daß sy uüt deß, so sy ufzwicken, trucken lässen, vor dem und die Acta usgangen.
9. Ouch wider die Acta nützit ze schryben. Wo aber in den Acten etwan geirret wäre, aldann das einerOberkeit zuo Bern güetlich nnzezeigcn. Item daß sy nit gemietet noch underschoben oder einichs wegs böslichyngefüeret syend, sonder allein zuo guotem der warheit schriben wellcnt."
82) „Der Disputierenden Ordnung."
(Aus den gedruckten Acten).
1. Daß die, denen nachgelassen ze disputieren, zam, sittenklich und gsatzlich reden, damit die vier Notariendie wort glychlich verfassen möchtind.
2. Daß ouch keiner reden sölte one erloupnuß der Presidenten, oder so sy in der mnfrag Harum fragtindund crloubtind ze reden.
3. Es ist ouch zuo guotem und fürdrung der warheit jederman mit ordnung ze reden nit abgeschlagenworden, und also menklich erlaubt, zuo Handhabung der warheit einem jeden Respondenten und Opponenten
zuozespringm.
4. Zuo dem so ist (wie in den Actis befunden wirt) uff beiden partyen zuogelassen, daß ein jeder demanderen hilflich und rätlich sin möchte, schriftlich oder mundlich zuoschub geben. Ouch daß jede party einen, zwcen,dry oder mer der gelertesten und geschicktesten verordnen möchten, die in irer aller namen disputieren, antwurt,red und gegenred geben. Und sind also gar nach zuo allen sessionen deß ermant worden, und fürnemlich imansang eins jeden artikels geheißen worden, sich den verordneten schribern anzegeben, vorab die so den Conclusioncnze widcrfechtcn willens wären. Doch so ist niemands bezwungen worden, sich diser oder jener party ze undcr-schriben, sonders menklichem sin sryer will gelassen.
5. Es ist ouch für und für in bcschluß jedes artikels usgeschruwcn worden, ob jcmands mer vorhanden,der wyter darzuo oder wider reden welle, ?c.
8. Und also beider sit (wie erst gefeit ist) die, so die artikcl, all oder etlich, widerfcchten weltc», und ouchdie, so die handhaben, gerecht und christenlich erkannten, sich jeder sins gefallen« underschribcn. Wcliche under-schrybung von kürze wegen (wie obgemeldct ist), einen jeden mit synem namen ze benamsen undcrlassen ist. Gottweißt, wer sinem wort vertruwet, dann er allein der menschen herzen erkennt.