Januar 1528. 1237
37) 1527, 28. December (Unschuld. Kindlein T.). Zürich an Schaffhausen. „Wiewol an uns gelanget ist,daß etlich unser Eidgnossen des fürnemens und willens syen, uns und ander, so zuo fürgenomner dispntationgen Bern verordnet und geschickt werden, nit zuo vergleiten, sonder daran zuo verhinderen, so wollen wir unsdoch nach vermag unserer pünden und sunst eins anderen und besseren by inen versechen; darumb, ob söllichsglicher gstalt au üch gelanget wäre, bitten wir üch früntlich, ir wällen üch nit verhinderen noch hinderstelligmachen lassen, sonder üwere gelerten dahin verordnen und abfertigen, ungezwifelter Hoffnung, es werde gott zuolob und gmeiner unser Eidgnoschaft zuo eeren, friden und ruowen reichen, und ob üch die gemeinschaft undgesellschaft der unfern füeglich und anmüetig ist, mögen ir die üwern uf den nüwen jars tag zuo uns in unserstatt fertigen; allda sind wir unserer lieben und getrüwen Mitbürger von Kostenz, ouch unserer lieben Eidgnossenvon Sant Gallen verordneten, so gen Bern riten, gewärtig; (da) soll üch guote gesellschaft gehalten werden". . .Begehren schriftlicher Äntwort. Archiv Schaffhausen: Korrespondenzen.
38) 1527, 28. December, Speyer. Das kaiserliche Rcichsregiment an Bern. „Ersamen lieben getreuen.Wiewol (als wir nit zweifeln euch wissend sei) in den mißhellungen oder zweispaltungen des christenlichen glaubens,so die je zu zeitcn einfallen, allweg einem römischen Keiser oder Künig, als vogt, beschirmer und Haupt derChristenheit, wie billich die vorderst sorg gewesen, dieselben durch ordenlich weg, als gemeine cristenliche concilia,in Vereinigung und vergleichüng zu fürdern und zu bringen, welcher unser vorvordern am Reich fueßstapfen wirals römischer Keiser jetzo in disen beschwerlichen eintringenden anfcchtungen und mißhellungen des glaubensnachzufolgen begirig und dieselbig irrung, mißverstand und zweiung durch gemeine christenliche concilia (wie dannsolchs bei nnsern des Reichs churfürsten, fürsten und andern stenden des heiligen Reichs für ein notdurft erwegen)in verainigung und vergleichüng zu fürdern und zu pringen am höchsten geneigt, auch solchs vor discr zeit ineinen ansang und gang zu leiten gewilligt gewesen und gethan hetten, wo wir durch etlich hohe stend, so unsein zeit hero on unser verursachen mit widerwertigkeit und feindschaft unpillicher weis entgegen gewesen, an solchemund andern notdürftigen fachen nit merklich verhindert wären; so langt doch unser keiserlich Regiment im hl.
«Reich an, daß solchs unangesehen ir für euch selbst aus eignem bewegen solcher zwitracht halber ein disputatioufürgenommen und die zu halten uf Sonntag nach Circumcisionis Domini nächstkommend ausgeschriben habensollent, dannocht mit anzeig etlicher vor langem auch ingefürter unchristenlichcr und durch die heiligen concilienverworfener und verdampter articul, so euer prcdicanten frevenlich zu erhalten uudersten sollen, und mit demanhang, was bei euch derhalb abgeredt, angenommen und hinfüro zu halten gemeret und beschlossen werde, daßsolichs on alles mittel und widersagen kraft und ewig bestand haben soll; welches nu, wo dem also, als ein großevermessenheit von euch nit unbillich zu befremden wäre, dweil ir doch wissen solt, daß in einer solchen infallendenirrung des glaubens zu determiniren und zu beschließen nit einem commun zustet, noch ein landschaft oder nationallein, sonder gemeine stend der Christenheit belangt, denselben auch gemeinlich in ordenlich weg durch concilienund wie sich in solche» fachen eigne, fürzunemen, zu handeln und zu entscheiden gebürt.
„Diewcil wir nu nochmals des entlichen fürnemen(s) sein und je gern sehen wollen, daß solch zwispaltungund zweiung im christenlichen glauben in vergleichüng und einhelligkeit gewendet und gebracht, deßhalber auch füruns selbst gnediglich gewilligt, ein concilium (wie abgedacht und durch gemeine stend begert ist) ze fürdern, unddann auch auf dem gemeinen reichstag, so wir auf nächstkomend Montag nach dem Sonntag Jnvocavit in derfasten gen Regenspurg ausgeschriben, neben anderm das so zuo hinlegung der irrung und zweiung im glaubendienlich, gehandelt werden soll, wie dann unser keiserlich ausschreiben das klärlich inhält, wir uns auch zu euchals denen, so bishero im christenlichen glauben wie euer ältern ungewankelt pliben und für gut christcn gehaltenund geacht gewesen, zu versehen, daß ir diser zeit kein sonderung oder Neuerung ansahen werden, so haben wireuch hiemit gnediglich erinnern wollen, daß euch solch fürnemen der disputatz (sofcr die angeregter maß bei euchangesehen) keinswcgs gepüre; ist auch darauf unser ernstlicher befelh, ir wollet mit derselben dispntation bisnach enduug unsers ausgeschrib(n)en reichstag(s) genzlich stillsten, sonder unserer und des Reichs stend odergemeines concilii beschluß und determination erwarten, und ob auch die bischosf, so ir auf ernanute zeit zu euchpersönlich und sonst beschriben, nit erscheinen wurden, denselben also an irer amtsoberkeit und herlichait nichtsentziehen noch also wider recht und mit gewalt des iren bi euch nit entsetzen wollet in kein weg. Des alles